V. Stingl
Alpiner Buntsandstein und Werfener Schichten bei Leogang (Salzburg)

GPM 14, p. 1-19

Zusammenfassung:
Die skythische Entwicklung im Raum Leogang wird anhand eines Profils genau dokumentiert. Zusätzlich wurde für den höchsten Teil ein zweites kurzes Profil aufgenommen. Untersucht wurden Korngrößen, Schichtungstyp, Sedimentmarken, Fossilinhalt, Karbonatgehalt, petrographische Zusammensetzung, Grundmassearten und Farbe. Eine erste Faziesinterpretation auf diesen Grundlagen ermöglicht eine Aufgliederung in die Formationen des Alpinen Buntsandsteins und der Werfener Schichten.
Der basale Teil des Alpinen Buntsandsteins im Profil Eckersbach kann aufgrund tektonischer Überprägung nicht eindeutig interpretiert werden. Die Dokumentation beginnt in einem fluviátil dominierten Ablagerungsmilieu. Die roten schräggeschichteten Sandsteine werden als Sedimente eines weit verzweigten Flußsystems erachtet. Diese gehen in eine fluviatile Küstenebene mit vereinzelten flachen Rinnen über, die letztlich von gezeitenbeeinflußten Rotsedimenten abgelöst wird. Die roten Sandsteine stellen den Unteren Buntsandstein dar.
Der obere Buntsandstein setzt scharf mit weißen und grauen Konglomerat- und Grobsandschüttungen in fluviatilen Rinnen ein. Diese zeigen zunehmenden
Gezeitenfluß gegen das Hangende, so daß man einen Übergang zu Sedimentation in ästuarartigen Rinnen annehmen muß.
Schließlich wird der Buntsandstein von den klastischen Gezeitensedimenten der Werfener Schichten abgelöst, die in den obersten Teilen in dolomitische Mergel eines flachen Subtidals überleiten. Der marine Ablagerungsraum wird durch Foraminiferen, Brachiopoden, Lamellibranchiaten und Crinoiden belegt.

Summary:
A detailed section of the Scythian in the area of Leogang is documented. Also a second profile of the highest part is described. Analyses of grain size, bedding type, sedimentary structures, fossils, carbonate content, sedimentary petrography, cement types and colour led to a first interpretation of facies, which allowed a division into Alpine Buntsandstein formation and Werfen formation.
Because of tectonics it was not possible to interpret clearly the basal part of the Alpine Buntsandstein in the section of Eckersbach. The documentation starts within fluvially dominated sediments. The red crossbedded sandstones are considered to be sediments of a low sinuosity, braided fluvial system. They pass into a fluvial coastal plain with isolated small channels, which finally develops into tidally influenced red beds. The red sandstones are called the Lower Buntsandstein.
The Upper Buntsandstein starts with white and grey conglomerates and coarse sandstones deposited in fluvial channels. They show an increasing tidal influence upwards, so we have to suppose a transition to sedimentation in estuary-like channels.
Finally the Buntsandstein is overlain by clastic tidal sediments of the Werfen formation. The uppermost parts show dolomitic marls interpreted as flat subtidal deposits. The marine environment of the Werfen beds is documented by foraminifers, brachiopods, bivalves and crinoids.


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