H. Mostler
Neue Kieselschwämme aus den Zlambachschichten (Obertrias, Nördliche Kalkalpen)

GPM 13, p. 331–361

Zusammenfassung:
Einleitend wird der Sedimentationsraum der Zlambachschichten mit seinen unterschiedlichen Ablagerungstiefen, die einerseits vom benachbarten Faziesraum, andererseits von dem vorangegangenen tektogenetischen Ereignis abhängen.
Die Position der zeitgleichen Kössener Schichten und deren fazielles Umfeld wurde ebenfalls dargelegt, um aufzuzeigen, was mit ein Grund für die von den Zlambachschichten so abweichende Kieselschwammfauna sein könnte. Damit ist die Beckenfazies in einem Flachwasserareal angesprochen, die sich über der Karbonatplattform (Hauptdolomit und Plattenkalk) entwickelte.
Nach einer kurzen Vorstellung aller am Aufbau der Zlambachschichten beteiligten Mega- und Mikroskleren wurden die Unterschiede der Poriferenfauna, zuerst das Sevat betreffend (Pötschenkalke, Pedatakalke und der sevatische Anteil der Zlambachschichten) diskutiert und dann jene des Rhäts in die Diskussion miteinbezogen (Unterschied zwischen jener der rhätischen Zlambachschichten und Kössener Schichten).
Der Kern der Arbeit befaßt sich mit der Präsentation neuer Kieselschwämme aus der Obertrias, die fast ausschließlich auf die Zlambachschichten beschränkt sind. Es wurden drei neue Familien (Paelospongiidae, Costamorphiidae und Criccospongiidae) und deren Vertreter beschrieben (4 neue Gattungen und 6 neue Arten) und mittels eines reichen Bildmaterials (9 Fototafeln) vorgestellt.
Die Studie sollte auch aufzeigen, daß es im Rhät zu keinem Niedergang der Kieselspongien kam, vielmehr haben sich in der tieferen Beckenfazies (Zlambachschichten) diese bestens weiterentwickelt, ganz im Gegensatz zu jenen Schichten, die im Flachwasser (Kössener Schichten) ihren Siedlungsraum hatten, die jedoch der Anlaß für die Feststellung waren, daß die Sklerendiversität im Rhät einen empfindlichen Einschnitt erfahren hätte.
Die Arbeit schließt mit einer Diskussion über die stratigraphische Verwertbarkeit der neu beschriebenen Kieselschwämme, wobei auch der entwicklungsgeschichtliche Werdegang dieser zur Sprache kommt.

Summary:
The Sedimentation area of the Zlambach Formation is characterized by different water depths. Partly they depend on the neighbouring fades region, partly on the former tectogenetic events.
The position of the contamporaneous Kössen Formation and its facial surrounding was stated to show what could be one of the reasons for the deviation of the siliceous sponge fauna from the Zlambach Formation.
The Kössen Formation is a basinal facies in a shallow water region, which was developed above the carbonate platform (Hauptdolomit and Plattenkalk).
After a short introduction of all mega- and microscleres of the Zlambach facies, the differences of the sponge fauna, first concerning the Sevatian (Pötschenkalke, Pedatakalke and the Sevatian part of the Zlambach Formation) are discussed, and then those of the Rhetian (difference between the Rhetian Zlambach Formation and Kössen Formation).
The main part of this paper deals with the presentation of new Upper Triassic siliceous sponges, which are almost exclusively restricted to the Zlambach Formation. Three new families (Paelospongiidae, Costamorphiidae and Criccospongiidae) and their representatives are described (4 new genera and 6 new species) and presented in 9 plates.
This study should show that during the Rhetian no decline of the siliceous sponges happened; they developed well in the lower basinal facies (Zlambach Formation), in contrary to those settling in shallow water (Kössen Formation), which led to the diagnosis that the diversity of the Rhetian scleres experienced a severe break.
The paper finishes with a discussion on the stratigraphie value of the species of siliceous sponges, also including their evolutional development.


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