H. Mostler
An jungpaläozoischen Karst gebundene Vererzungen mit einem Beitrag zur Genese der Siderite des Steirischen Erzbergs

GPM 13, p. 97–111

Zusammenfassung:
Eine im Jungpaläozoikum weitverbreitete Verkarstung wurde vom Verfasser sowohl im Ostabschnitt als auch im Westteil der Grauwackenzone erstmals nachgewiesen. Zwei zeitlich getrennte Verkarstungen lassen sich auseinanderhalten, wovon die eine dem hochvariskischen, die andere dem spätvariskischen Zyklus zugeordnet werden kann.
Es wird kurz die Vielfalt der Karsthohlraumfüllungen dargelegt, insbesondere galt es, die erzführenden Hohlraumsedimente vorzustellen. Siderit und Magnesit sowie Baryt ohne begleitende Sulfiderze sind ausschließlich an Verkarstungen oberkarbonisch-unterpermischen Alters gebunden.
Fahlerze, vergesellschaftet mit Baryt, scheinen dagegen eher im Zusammenhang mit den zu hochvariskischer Zeit entstandenen Verkarstungen zustehen. Fahlerz ohne Begleitmineralisation, wie es z.B. in den laminierten roten Dolomiten im Schwazer Raum auftritt, ist dem im Spätvariszikum entstandenen Karstsystem zuzuordnen.
Das Nichterkennen der an Paläokarstsysteme gebundenen Vererzung hat zu folgenschweren Fehlinterpretationen hinsichtlich der genetischen Deutung von Siderit-, Magnesit-, Baryt- und Fahlerzlagerstätten geführt. Die Entstehung der Lagerstätten wurde aus den sedimentären bis diagenetischen Vererzungsbildern der Hohlraumfüllungen, die als Reliktgefüge gedeutet wurden, abgeleitet. So hat man z.B. die Sideritlagerstätte des Steirischen Erzberges und jene in der Radmer als sedimentär entstanden betrachtet. Im Zuge dieser Studie wurde diese Ansicht einer Revision unterzogen und ein neues Modell für die Genese der Siderite des Steirischen Erzberges vorgestellt.

Summary:
Karstification, widespread in the Upper Paleozoic, could be proved by the author in the eastern as well as in the western part of the Greywacke Zone.Two karstifications of different times can be classified, one belonging to the main Variscan (orogenic) cycle, the other to the late Variscan cycle.
The diversity of karst cavity and fissure fillings is briefly discussed, especially the ore-bearing internal sediments. Siderite and magnesite, without accompanying sulphide ores are exclusively bound to karst systems of Upper Carboniferous to Lower Permian age.
Fahlores, associated with baryte, seem to be connected with the karst of the main Variscan cycle. Fahlore without accessory mineralization, as for instance in the laminated red dolomites in the area of Schwaz, belongs to the late Carboniferous karst system.
The non-recognition of the ore mineralization which is bound to paleo-karst systems, led to grave misinterpretations concerning the genetic explanation of siderite-, magnesite-, baryte- and fahlore deposits. The genesis of the deposits was derived from the sedimentary to diagenetic patterns of ore mineralization of the cavity fillings, which were interpreted as relict fabrics. So, the siderite deposits of the "Steirischer Erzberg" and those of Radmer were interpreted to be of sedimentary origin. In this study this opinion is revised and a new model for the genesis of the siderites of the "Steirischer Erzberg" is introduced.


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