V. Stingl
Ein Beitrag zur Fazies der Prebichlschichten zwischen St. Johann i.T. und Leogang (Tirol/Salzburg)

GPM 12, p. 207–233

Zusammenfassung:
Die bis zu 800 m mächtigen permischen Klastika können aufgrund der lithologischen Ähnlichkeiten mit den altersgleichen Serien im Osten Österreichs als "Prebichlschichten" im Sinne einer Formation zusammengefaßt werden. Sie liegen zwischen St. Johann i.T. und Leogang mit sedimentärem Kontakt auf dem verkarsteten devonischen Spielbergdolomit der Nördlichen Grauwakkenzone. Die ins Unterrotliegende zu stellende Basisbreccie stellt den lokalen Hangschutt des Dolomits dar. Im hangenden Abschnitt der Breccie macht sich aquatischer Einfluß in Form von Rinnenrückstandssedimenten bemerkbar. Über der Breccie folgt der geringmächtige Spielbach-Tonschiefer (Unterrotliegend), der als lakustrin interpretiert wird. Als Folge der Saalischen Phase werden die Quarzporphyrgerölle führenden, quarzreichen Konglomerate und Sandsteine des Spielbergkonglomerats. (Oberrotliegend-Zechstein) sedimentiert. Aufgrund der Sedimentstrukturen wird diese grobklastische Fazies als Produkt ephemeraler, verzweigter Rinnensysteme auf einem alluvialen Schuttfächer angesehen. Lateral verzahnt mit den Konglomeraten der Mühlbach-Tonschiefer, eine tonig dominierte Abfolge mit wenigen Sandsteineinschaltungen. Diese stellt eine Playa-Schwemmebene dar, in die das Material durch unkanalisierte Schichtfluten (sheet flows) eingebracht wurde. Als wichtigste Argumente für eine Playa werden die Einbindung in einen kontinental-terrestrischen Rahmen, die oxydierenden Bedingungen, die fehlenden Anzeichen für Gezeiten und Strömungen, Bodenbildungen, sowie die sporadischen Gipsvorkommen genannt.
Den im Profil Spielbach beobachteten fining-upward-Megazyklen wird eine jeweils kurzfristige Wiederbelebung des Hinterlandes oder eine Absenkung des Sedimentationsraumes zugrunde gelegt.

Summary:
The Permian "Prebichl-Formation" between St. Johann i.T. and Leogang reaches up to 800 m in thickness. It overlies the karstified Devonian "Spielberg-dolomite" with sedimentary contact. The "Basisbreccie" (basal breccia. Lower Rotliegendes) represents the talus cones of the dolomite. Channellag- deposits show the fluviatile influence in the upper part of the breccia. The breccia is overlain by the thin "Spielbach shale" (Lower Rotliegendes), which is interpreted as lacustrine sediment. The "Spielberg conglomerate" (Upper Rotliegendes and Zechstein) is the product of ephemeral braided rivers, which dissected the surface of an alluvial fan. Laterally the conglomerates are interconnected with the "Mühlbach shale", a clay-dominated sequence with rare sandstone interlayers. The fine-grained sediments were laid down on a playa mudflat. The sediment was supplied by unchannelized sheet flows. Following features are considered to be the most important for a playa interpretation: the continental depositional framework, the oxidizing conditions, the lack of indicators for tides and currents, pedogenesis and the occurrence of gypsum.
The fining-upward megacycles in the Spielbach section are caused by short phases of tectonic rejuvenation of the hinterland or the sedimentation area.


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