V. Apolloner
Rohstoff- und regionalgeologische Untersuchungen im Raum Kitzbühel und Kals

GPM 12, p. 185–205

Zusammenfassung:
Die vorliegende Arbeit stellt eine Kurzfassung der Dissertation des Autors dar. Es wurden zwei voneinander unabhängige Gebiete rohstoffkundlich und regionalgeologisch bearbeitet.
Im Hahnenkammgebiet südwestlich Kitzbühel, das in der zweiten tektonischen Einheit der Nördlichen Crauwackenzone (Oberostalpin) gelegen ist, wurde besonders die Basalbreccie einer genaueren Untersuchung unterzogen, Sie wurde auf ihre Verwertbarkeit als Dekorstein untersucht.
Aus petrographischen und morphologischen Gesichtspunkten kann die Basalbreccie an zwei Stellen abgebaut werden.
Die Basalbreccie kann aufgrund der Zusammensetzung der Karbonatkomponenten dreigegliedert werden. Der erste Typ ¡st durch beinahe ausschließliches Vorherrschen von Kalkkomponenten gekennzeichnet, im zweiten treten praktisch nur Dolomitkomponenten auf, im dritten Typ können sowohl kalkige als auch dolomitische Bestandteile beobachtet werden.
Die Basalbreccie wurde von zwei Dolomitisierungen erfaßt. Die erste erfolgte vor der Deformation, die zweite – wesentlich schwächere – nach dieser.
In den die Basalbreccie überlagernden permoskythischen Tonschiefern konnte das mixed-layer-Mineral Paragonit/Muskowit nachgewiesen werden, welches eine gerade erst beginnende alpidische Metamorphose in diesem Gebiet belegt.
Das zweite Gebiet liegt östlich von Kais in der Matreier Zone (Unterostalpin). Dort wurden in erster Linie ein Serpentinit- und ein Gipskörper, aber auch die anderen auftretenden Gesteine auf ihre Verwertbarkeit hin untersucht. Der Serpentinit ist für eine Verwendung als Dekorstein zu stark tektonisch zerlegt, höhere Erzkonzentrationen, die eine eventuelle integrierte Nutzung erlauben würden, treten nicht auf. Der Gips ¡st zu stark verunreinigt, außerdem läßt, wie bei anderen Gesteinen auch, die Morphologie einen Abbau nicht zu.
Ein Prasinitzug auf der Südseite des Ködnitztals stellt ehemalige Tuffe, die im Zuge einer Zerrungstektonjk entstanden sind, dar.
Der Serpentinitkörper weist Iherzolithischen Chemismus auf und ¡st Bestandteil des ultramafischen Komplexes einer Ophiolithsequenz. Er wurde aus dem penninischen Raum eingeschuppt. In diesem Serpentinit treten drei tektonisch eingeschuppte Linsen auf, die metamorphe Sedimente aus dem penninischen Ablagerungsraum darstellen dürften.

Summary:
This publication is an abridged version of the author's dissertation. Two independent regions had been worked on regarding raw material and
regional geology.
In the Hahnenkamm region southwest of Kitzbühel, situated in the second tectonical unit of the Nördliche Grauwackenzone (Upper Austro-Alpine), especially the Basisbreccie was examinated for its suitability as a decoration stone.
Regarding petrographical and morphological points of view the Basalbreccie can be mined at two locations.
In this region the Basalbreccie can be divided into three types. The first one is characterized by nearly complete predominance of calcareous components, in the second type almost only dolomitic components appear, and in the third type both calcareous and dolomitic components can be
observed.
The Basalbreccie was involved in two dolomitizations, the first one took place before the deformation and the second, much weaker one, afterwards. In the clay-shists oaverlaying the Basalbreccie the mixed-layer mineral paragonite/muscovite could be detected, proving a just beginning alpidic metamorphosis in this region.
The second region is situated east of Kals in the Matreier Zone (Lower Austro-Alpine). There especially a serpentin ite-body and a gypsum-body, but also the other rocks, were examinated for their suitability. The serpentinite is too much tectonically fractured for a decoration-stone, higher concentrations of ore, allowing an integrated use, do not appear. The gypsum-body is too much polluted, and as for the other rocks, the morphology does not allow working.
A prasinite body in the south of the Ködnitztal represents primal tuffs, generated during stress-tectonic.
The serpentinite-body has a Iherzolitic chemism and is part of the ultramafic complex of an ophiolite sequence. It was inserted from the penninic region. In this serpentinite three tectonically inserted lenses appear, which probably represent metamorphic sediments of the penninic realm.


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