K. Krainer
Zur Sedimentologie und Vererzung der "Hangendquarzite" im Stanzertal/Arlberggebiet (Tirol)

GPM 12, p. 81–94

Zusammenfassung:
Diese Arbeit befaßt sich mit den "Hangendquarziten" und den darin auftretenden Fahlerzvererzungen. Die "Hangendquarzite" bilden im Stanzertal/
Arlberggebiet (Tirol) den Top der postvariszischen permoskythischen Schichtfolge.
Aufgrund von Profilaufnahmen und sedimentologischen Untersuchungen werden innerhalb der Hangenden Quarzitserie weiße, vererzte Quarzite von den roten Quarziten abgetrennt. Bei den Gesteinen der Hangenden Quarzitserie handelt es sich überwiegend um Sublitharenite und Quarzarenite. Die roten Quarzite weisen gegenüber den vererzten Quarziten einen etwas geringeren Reifegrad auf, die rote Farbe ist auf diagenetisch entstandenes Hämatitpigment zurückzuführen. Feldspäte fehlen in den roten Quarziten. Kennzeichnend für die vererzten Quarzite, die den Top der "Hangendquarzite" bilden und dort den roten Quarziten zwischengeschaltet sind, sind der geringe Feldspatgehalt und die örtlich auftretende disseminierte Fahlerzvererzung. Die Paragenese besteht zum überwiegenden Teil aus Fahlerz, seltener treten Kupferkies und Pyrit auf. Eine syndiagenetische bis epigenetische Ausfällung des Fahlerzes aus zirkulierenden, relativ tieftemperierten, hydrothermalen Sulfosalzlösungen wird in Erwägung gezogen. Das Fahlerz stammt wahrscheinlich aus dem variszischen Untergrund.
Bei den roten Quarziten handelt es sich durchwegs um Sedimente terrestrisch-fluviatiler Entstehung, abgelagert auf riesigen "alluvial plains" in einem vorwiegend oxidierenden Milieu unter trockenen klimatischen Bedingungen.
Die weißen, vererzten Quarzite sind als Ablagerungen des Übergangsbereiches vom terrestrisch-fluviatilen zum marinen Milieu (Delta-, Strandbereich) aufzufassen. Die Hangendquarzite, bereits unter tafelähnlichen Ablagerungsbedingungen zur Sedimentation gelangt, werden als "eokratonische Molassoidformation" (Tafelentwicklungsetappe) aufgefaßt.

Summary:
This study directs its special attention to the "Hangendquarzite" and their ore mineralizations. The "Hangendquarzite" represent the top of the postvariscan Permoscythian formation of the Stanzertal/Arlberg (Tyrol).
Within the "Hangendquarzite" white mineralized quartzites were distinguished from red quartzites, based on columnar sections and detailed sedimentpetrographical procedures. Quartzarenites and sublitharenites are the most abundant sediment types within the "Hangendquarzite". Compared to the mineralized quartzites the red quartzites display a lower degree of maturity. The red colouring is due to diagenetically produced hematitepigment. In the red quartzites there are no feldspars. The small content of feldspars and the locally occurring disseminated fahlore mineralizations are characteristic features of the mineralized quartzites which, interbedded in the red quartzites, form the top of the "Hangendquarzite". The oreparagenesis predominantly consists of fahlore (tennantite), chalcopyrite and pyrite are rare. A syndiagenetic/epigenetic precipitation of the ore from circulating, low-temperature, hydrothermal sulfosalt-solutions is taken into consideration. The ore probably originates from the variscan basement.
The red quartzites are of fluviatile origin, deposited on large alluvial plains, predominantly in an oxidizing environment under arid climatologie conditions.
The white minderalized quartzites are considered to be deposits of a transitional stage between the terrestrial-fluviatile and the marine environment.
The "Hangendquarzite", formed under depositional conditions of a peneplanation stage, are interpreted as "eocratonic molassoidformation"


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