D.A. Donofrio & H. Mostler
Neue Schwebcrinoiden aus Hallstätter Kalken des Berchtesgadener Raumes

GPM 5, 2, p. 1–28

Zusammenfassung:
Massenvorkommen von Schwebcrinoiden innerhalb der Trias treten ab dem basalen Langobard (Ladin) auf und reichen ohne wesentlichen Rückgang des Individuenreichtums bis zum Ende des Tuval (Karn). Das vereinzelte Vorkommen von Schwebcrinoiden imi Nor und Rhät einerseits bzw. im Anis (Pelson, Illyr) und Ladin (Fassan) andererseits steht nur indirekt in Verbindung mit den Arten, die schlagartig gleich in gewaltigen Mengen auftreten. Es konnte der Nachweis erbracht werden, daß das Auftreten der Schwebcrinoiden nur auf Beckensedimente beschränkt ist und in keiner Weise von Faziesänderungen, die innerhalb dieser auftreten, beeinflußt wird.
In der Folge werden eine neue Gattung bzw. drei dieser Gattung zuordenbare Arten beschrieben (Vasculicrinus fastigatus n. gen. n. sp., Vasculicrinus inflatus n. gen. n. sp. bzw. Vasculicrinus
n. gen. n. sp.).
An zwei Profilen (Draxlehen und Wallbrunn), die das höhere Karn und basale Nor in Hallstätter Fazies verkörpern, konnte nachgewiesen werden, daß die neuen Arten auf einen sehr engen Abschnitt des höheren Karn beschränkt sind. Gleichzeitig gelang es erstmals, Somphocrinus mexicanus PECK in der mediterranen Tethys nachzuweisen, dem ebenso wie den neuen Vasculicrinus-Arten ein ausgezeichneter Leitwert zukommen dürfte.
Die ursprüngliche Vorstellung, daß die Massenvorkommen von Schwebcrinoiden in der Zeit des oberen Ladin bzw. tieferen Karn einem Leithorizont entsprechen, haben zu schwerwiegenden stratigraphischen Fehleinstufungen geführt, die in dieser Studie eine Revision erfahren.
Abschließend wird die bisherige Reichweite und damit auch die stratigraphische Bedeutung aller in der Trias häufig bis massenhaft vorkommenden Schweberinoiden-Arten diskutiert.

Summary:
The enormous occurring of planktic microcrinoids in the triassic reaches from the basal Langobardian (Ladinian) to the end of the Tuvalian (Karnian). Sporadically microcrinoids appear in the Pelsonian and Illyrian (Anisian) and in the Norian and Rhaetian. They are in direct connexion with the enormous occurrence of the other microcrinoids. The appearance of microcrinoids only in basin-sediments could be indicated. Facial changes within basin-sediments do not influence them.
One new genus and three new species (Vasculicrinus n. gen. n. sp., Vasculicrinus inflatus n. gen. n. sp. and Vasculicrinus n. gen. n. sp.) were established. These new species are stratigraphically useful.They are markers of a horizon in the Upper Karnian. For the first time Somphocrinus mexicanus (which is as important as Vasculicrinus) could be indicated in the mediterranean tethys.
The original opinion, that the enormous occurrence of planktic microcrinoids was restricted to the Upper Ladinian and Lower Karnian, is not correct. This circumstance leaded to stratigraphical misinterpretations.
Finally the stratigraphical significance of all triassic planktic microcrinoid-species (which appear frequently to enormously) is discussed.


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