H. Mostler & A. Mosleh-Yazdi
Neue Poriferen aus oberkambrischen Gesteinen der Milaformation im Elburzgebirge (Iran)

GPM 5, 1, p. 1–36

Zusammenfassung:
Die Milaformation bei Fashand (nördlich von Karadj im Elburzgebirge, Iran) wurde sowohl lithologisch, als auch stratigraphisch aufgegliedert. Über dem unterkambrischen Lalunsandstein folgt eine Dolomit-Serie des Mittelkambriums, die von sechs lithologischen Einheiten oberkambrischen Alters überlagert wird. Die Alterseinstufung wurde mit Hilfe von Megafossilien und Conodonten vorgenommen. In der höchsten der sechs lithologischen Einheiten vollzieht sich bereits der Übergang vom Kambrium zum Ordoviz; die beiden darauffolgenden Serien sind demnach in das tiefere Ordovizium zu stellen.
Die massenhaft auftretenden Poriferenspiculae sind auf die tiefere und höhere Fragmentkalk-Sandstein-Serie beschränkt. Aus diesem Grunde wurden die beiden Serien einer näheren Untersuchung, speziell in mikrofazieller und mikropaläontologischer Hinsicht, unterzogen. Die vielen Poriferenspiculae setzen sich zum überwiegenden Teil aus hexactinen bzw. vom Hexactin abzuleitenden Nadeln zusammen. Daneben treten noch pentactine (Anatetraene etc.) und tetractine (Oxytetractin, Caltrop) Spiculae auf.
Stark "angeschwollene" hexactine Nadeln im Verbindung mit zwei weiteren modifizierten Sechsstrahlern wurden einer neuen Gattung zugeordnet (Rigbyella ruttneri n. gen. n. sp.). Sie gehören wahrscheinlich einer neuen Familie der Hexactinellida an.
Massenhaft verbreitet sind in den Fragmentkalken die Nadeln heteractinider Poriferen. Es handelt sich um Vertreter der Gattungen Chancelloria, Archiasterella und Eiffelia; zwei neue Chancelloria-Arten wurden aufgestellt. Im Zuge der Poriferenbearbeitung mußte die bisherige Reichweite der Gattungen Archiasterella und Eiffelia eine Revision erfahren; die bisher auf das Unterkambrium beschränkte Gattung Archiasterella reicht bis zur Kambrium/Ordoviz-Grenze, Eiffelia, bisher nur aus dem Mittelkambrium bekannt, reicht ebenfalls bis an den Top des Kambriums.
Schirmförmige Spiculae unsicherer systematischer Stellung wurden im höchsten Kambrium, im Kambrium/Ordoviz-Grenzbereich und basalen Ordoviz nachgewiesen (Nabaviella elegans n. gen. n. sp. und Nabaviella ? triradiata n. gen. n. sp.)

Summary:
The Milaformation near Fashand (in the north of Karadj, Alborz- Mountains, Iran) was subdivided as well lithologically as stratigraphically. Above the Lower Cambrian Lalun-sandstone follows a dolomite-member of the Middle Cambrian, which is overlied by six lithological members of Upper Cambrìan/Lower Ordovician age.
The enormously arising sponge spicules are bound to the lower and higher "Fragmentkalk-Sandstein-Serie". Chiefly they consist of hexactine needles. Also pentactine and tetractine spicules are abundant.
Unusually swollen hexactine needles in connexion with two modified hexactine spicules were appointed to a new genus (Rigbyella ruttneri n. gen. n. sp.). Probably they belong to a new family of Hexactinellida.
Heteractinid sponges appear numerously: Chancelloria, Archiasterella and Eiffelia. Two new Chancelloria-species were described. The genera Archiasterella and Eiffelia reach up to the top of the Upper Cambrian.
Umbrella-needles of uncertain systematic position were established in the Upper Cambrian, the Cambrian/Ordovician boundary and the basal Ordovician (Nabaviella elegans n. gen.n.sp. and Nabaviella ? triradiata n.gen.n.sp.).


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