Ulrike Nickus, Hansjörg Thies, Karl Krainer
Hydrologie und Wasserchemie von Blockgletscherbächen

Geo.Alp 12, 2015, p. 151–162

Zusammenfassung
Seit 2007 werden Hydrologie und Wasserchemie von Abflüssen aus 2 Blockgletschern in den Tiroler Zentralalpen untersucht (Äußeres Hochebenkar – Ötztal, Blockgletscher Krummgampen – Kaunertal). Die Abflüsse vom Hochebenkar zeigen die für Blockgletscherbäche typische Saisonalität mit sehr hohen Werten zur Zeit der Schneeschmelze und abnehmenden Werten zum Herbst hin. Sekundäre Abflussmaxima im Sommer werden durch Niederschlagsereignisse verursacht. Die Konzentration gelöster Stoffe im Abfluss zeigt meistens eine zur Abflussmenge gegenläufige zeitliche Entwicklung, d.h. niedrige Werten während der Schneeschmelze und zunehmende Konzentrationen im Verlauf des Sommers. Die elektrische Leitfähigkeit in Blockgletscherbächen war geprägt von der Konzentration an Sulfat, Magnesium und Kalzium, die etwa 95 bis 99% der Gesamtionensumme ausmachten. Die vom Blockgletscher beeinflussten Bäche im Krummgampental lagen im sauren Bereich mit pH-Werten unter 5 und Schwermetallgehalten, die z.B. für Aluminium und Nickel den jeweiligen Trinkwassergrenzwert deutlich überschritten. Die Abflüsse vom Hochebenkar Blockgletscher waren circumneutral mit Schwermetallkonzentrationen von wenigen μg/L.


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