Markus Ribis, Karl Krainer
Die Modellierung der Permafrostverbreitung in vier ausgewählten Bereichen der Ötztaler Alpen in Nord- und Südtirol

Geo.Alp 12, 2015, p. 135–150

Zusammenfassung
In der vorliegenden Arbeit wird die flächenmäßige Verbreitung des Permafrostes in vier ausgewählten Gebieten der Ötztaler Alpen in Nordtirol (Windachtal südöstlich von Sölden und Inneres Hochebenkar südlich von Obergurgl) und Südtirol (Lazaunkar und Grawand im hinteren Schnalstal) modelliert, und zwar sowohl für die gegenwärtigen Klimabedingungen als auch für zukünftige Klimaszenarien mir Erwärmungen von +1K und +2K. Die Modellierung erfolgte durch die Kombination von Abfrageschritten aus dem Programm PERMAKART (Keller, 1992) und PERM (Imhof, 1996) unter Einbeziehung der empirischen Grenzwerte für die Permafrostverbreitung von Haeberli (1975, 1996) und Stötter (1994). Dabei wird unterschieden zwischen Flächen mit Permafrost möglich und Permafrost wahrscheinlich. Die Ergebnisse der Modellierung der gegenwärtigen Permafrostverbreitung decken sich meist gut mit den Geländebeobachtungen und Bodentemperaturmessungen. Eine Erwärmung von 1-2K wird zu einem markanten Rückgang des Permafrostes bzw. Anstieg der Untergrenze des Permafrostes vor allem im Bereich von nach Süden exponierten Hängen führen.

Abstract
In the present paper the aerial distribution of permafrost in four selected areas of the Ötztal Alps in North Tyrol (Windachtal east of Sölden and Inneres Hochebenkar southeast of Obergurgl) and South Tyrol (Lazaunkar and Grawand in the upper Schnals Valley) is modeled for present climatic conditions as well as for future climatic scenarios with warming values of +1K and +2K. The modeling was carried out by a combination of query steps of the program PERMAKART (Keller, 1992) and PERM (Imhof, 1996) including the empirical limits for the distribution of permafrost by Haeberli (1975, 1996) and Stötter (1994). The model distinguishes areas where Permafrost is possible and where Permafrost is probable. The results of the modeling agree well with the field observations and ground temperature measurements. A warming of 1-2K will cause a substantial decrease of permafrost, respectively an increase of the lower boundary of permafrost, particularly on south-facing slopes.


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