Fabian Gamper, Hannah Pomella, Ulrich Obojes, Andreas Saxer 
Göflaner (Laaser) Marmor: Gefügeabhängigkeit wichtiger Materialeigenschaften

Geo.Alp 12, 2015, p. 23–36

Zusammenfassung
Der bekannte Laaser Marmor tritt sowohl in reinweißen als auch in diversen gebänderten Varietäten auf. In den reinweißen Bereichen lässt sich oft kein Gefüge erkenne, das Gestein erscheint isotrop. Die vorliegende Studie geht der Frage nach, ob in diesen makroskopisch isotropen Bereichen trotzdem ein gerichtetes Gefüge vorliegt und wie dieses sich auf die Materialeigenschaften auswirkt. Zu diesem Zwecke wurden zwei, von der Göflaner Marmor GmbH zur Verfügung gestellte Marmorblöcke untersucht, welche jeweils sowohl einen reinweißen als auch einen gebänderter Abschnitt aufweisen. Zur Bestimmung des Gefüges in 3D wurden magnetische Untersuchungen (Anisotropie der magnetischen Suszeptibilität = AMS) durchgeführt, als Materialeigenschaften wurden der statische und der dynamische E-Modul mittels Druckversuche und Ultraschallmessungen sowie die einaxiale Druckfestigkeit ermittelt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass auch die reinweißen, makroskopisch isotrop erscheinenden Abschnitte der Marmors ein deutliches Gefüge aufweisen, wobei hier weniger die Schieferung (oblates Gefüge) als vielmehr die Lineation (prolates Gefüge) dominiert. Die ermittelten Materialeigenschaften weisen sowohl in den gebänderten als auch in den makroskopisch isotrop erscheinenden weißen Gesteinsabschnitten eine deutliche Gefügeabhängigkeit auf.


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