Daniel Ungerank & Peter Tropper
Montanhistorischer Streifzug über das Bergbaurevier Pflerschtal

Geo.Alp 11, 2014, p. 103–114

Zusammenfassung
Das Bergbaurevier Pflersch-Schneeberg stellte über Jahrhunderte hindurch eine der bedeutendsten Erzlagerstätten des ostalpinen Raums dar. Bis in die jüngste Vergangenheit wurden die Blei- und Zinkerze in großindustriellem Maßstab abgebaut und prägten die gesamte Region nachhaltig. Der historische Stadtkern von Sterzing, sowie viele historische Bauten in Gossensaß zeugen heute noch vom einstigen Reichtum der Bergbaugewerken. Die beiden ehemaligen Bergbaue Pflersch und Schneeberg- Ridnaun werden in dieser Arbeit aufgrund der verknüpften Geologie, Bildung und Geschichte zu einem Bergbaurevier zusammengefasst. Dies ist auch in Anlehnung an das ehemalige Berggericht Gossensaß- Sterzing angebracht, unter dessen Zuständigkeit beide Bergbaue im Mittelalter standen. Die Pflerscher Bergbaugeschichte reicht ähnlich wie die des Schneebergs sehr weit zurück und im Gegensatz zum Schneeberg sind die Bergbaue und Stollen im Pflerschtal vermutlich älter und waren anfänglich wohl bis etwa 1440 bedeutsamer als die des Schneebergs, sind aber leider weit weniger gut dokumentiert und heute nahezu unzugänglich. Sämtliche Prospektions- bzw. Bergbautätigkeiten wurden erst 1971 eingestellt.

Abstract
The Mining district Pflersch-Schneeberg was for centuries one of the most impostant Pb-Zn ore deposits in the Eastern Alps. Mining left abundant traces in the region between Sterzing and Gossensass which are still visible today. Geologically the mining districts Pflersch and Schneeberg are related since in both areas the same ore horizont crops out and was mined. In contrast to Schneeberg only little information is available about the mining district Pflersch despite the fact that this district was economically more important than Schneeberg before 1440. The last mining activities in Pflersch were terminated in 1971.


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