Hugo Ortner
Fernerkundung mit Hilfe von Orthofotos und Geländemodellen in der Geologie – Beispiele aus den nördlichen Kalkalpen

Geo.Alp 11, 2014, p. 5–28

Zusammenfassung
In dieser Arbeit wird an drei Beispielen gezeigt, wie die geologische Aufnahme von Festgesteinen durch die Verwendung und Interpretation Fernerkundungsdaten verbessert werden kann. Das erste Beispiel aus dem Achenseegebiet im bewaldeten Bereich Natterwand und Ampelsbach zeigt, wie durch Interpretation der Schummerung des digitalen Höhenmodells mit 1 m Auflösung der Verlauf der Schichtung im gut gebankten Dolomiten und Kalken der Obertrias kartiert werden kann. Damit können synsedimentäre Störungen identifiziert werden können, die das Aufwachsen eines jüngeren Riffs kontrollieren. Im zweiten Beispiel aus gut gebankten Kalken der Mitteltrias an der Zugspitze wird demonstriert, wie im unzugänglichen Hochgebirge aus der Kartierung des Verlaufs der Schichtung mit verschiedenen Methoden Orientierungsdaten ermittelt werden können. Diese Daten werden weiterverwendet für eine 3D-Modellierung der Schichtung. Mit Hilfe des Vergleichs der modellierten mit der beobachteten Schichtung wird die Validität des Modells überprüft. Die der modellierte Schichtverlauf zeigt, wo die Mächtigkeit der Karbonatplattform zunimmt, bzw. wo sie tektonisch abgeschnitten wird. Das dritte Beispiel von der Zimba im Rätikon zeigt, wie aus der Interpretation von Geländefotografien Strukturen identifiziert werden können, diese mit Hilfe von Orthofotos auf die geologische Karte gebracht werden können.

Abstract
This paper demonstrates in three case studies how the interpretation of remote sensing data can supplement and improve geological field work. The first example from the Achensee region in the forested Ampelsbach and Natterwand area the trace of bedding in well-bedded Upper Triassic dolomites and limestones is mapped in a hillshade of a 1 m resolution digital elevation model. This allows the identification of synsedimentary normal faults that control the nucleation of a younger carbonate platform. In second example from the western part of the Zugspitze massif, the trace of bedding is mapped in well-bedded Middle Triassic limestrones in the rugged, inaccessible, high alpine west face of the Schneefernerkopf. The trace of bedding is used to extract bedding orientations. These are used to build a 3D model of bedding. To check the validity of the model, the observed and modelled trace of bedding is compared. The modelled bedding allows to recognize, where the thickness of the carbonate platform increases, and where it is truncated by faults. In the third example from the Zimba in the Rätikon mountains structures are identified in field photographs and then located on orthophotographic images to bring it onto the geologic map.


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