Matthias Krismer & Peter Tropper
Petrologie der Rahmengesteine der Pb-Zn Lagerstätte Schneeberg im Lazzachertal (S-Tirol, Italien)

Geo.Alp 10, 2013, p. 47–60

Zusammenfassung
Die Bergbaureviere des Pfunderer Bergs befinden sich westlich von Klausen oberhalb des Thinnetales in den Sarntaler Alpen. Geologisch zählt die Region zum südalpinen Basement und wird zum überwiegenden Teil aus Brixner Quarzphyllit aufgebaut. Für die Metallogenese im Raum Klausen sind jedoch vor allem die zahlreichen kleineren intermediären Intrusionen, zumeist Diorite (Klausenite), interessant. Diese permischen Magmatite treten als kleinräumige gang- und lagerförmige Körper im Brixner Quarzphyllit auf. Die Vererzungen werden in direktem Zusammenhang mit der Platznahme und der Abkühlung dieser Intrusionen gebracht. Metallogenetisch handelt es sich hierbei sicherlich um postmagmatische Bildungen in Zusammenhang mit zirkulierenden Wässern um die noch heiße Intrusion. Hydrothermale Alterationserscheinungen sowie Erzimpregnationen im Diorit weisen jedoch auch auf höhertemperierte, spätmagmatische Bildungen ähnlich den porphyrischen Kupferlagerstätten hin. Historisch gesehen geht die erste urkundliche Erwähnung der historischen Gruben des Pfunderer Bergs zwar in das Jahr 1140 zurück, aber der Nachweis von prähistorischer Kupfermetallurgie im Eisacktal in den letzten Jahren legt nahe, dass diese Lagerstätte schon in der Prähistorie eine Rolle gespielt haben dürfte. Obwohl die mineralogischen und chemischen Eigenschaften der Pb-Zn-reichen Erze des Pfunderer Bergs geochemisch nicht mit den bisher gefundenen Schlacken und Metallen übereinstimmen, weisen neue Erzmineralfunde auf einen möglichen Zusammenhang hin. Die hier beschriebene chalkopyritreiche Cu ± Zn ± Fe ± Pb ± Bi ± Ag Sulfidparagenese könnte Silber-, Bismuth-, Blei- und Zinkgehalte in den metallischen Einschlüssen der Proben von Milland und Gufidaun erklären und so auf einen Zusammenhang zwischen der Lagerstätte Pfunderer Berg und den prähistorischen Verhüttungsaktivitäten im Eisacktal weisen.

Abstract
The historic mining area Pfunderer Berg is located to the west of Klausen above the Thinne Valley in the Sarntal Alps. The rocks of the area belong to the Southalpine Basement and consist mainly of Quartzphyllites (Brixner Quarzphyllit). Important for the metallogenesis are numerous small dioritic intrusions (klausenites). These Permian magmatites occur as small dykes in the phyllitic basement. The mineralizations are closely related to the emplacement and crystallization of the magma bodies as well as due to very late- to post-magmatic activities by hydrothermal fluids circulating around the cooling intrusion. However, hydrothermal alteration and ore impregnations in the diorite indicate ate also typical features of a small porphyry system. Although first mentioned in 1140 AD, widespread archaeological finds of smelting remains in the Eisack Valley indicate a possible connection to the ore deposits in prehistory. Until now, the mineralogical and geochemical data of the ore deposits did not match the composition of the slags but the recent discovery of a Cu ± Zn ± Fe ± Pb ± Bi ± Ag sulfide assemblage could indeed explain the observed Ag, Bi, Pb and Zn contents of slags from Milland and Gufidaun. This in turn would be the first evidence for a possible connection between this ore deposit and prehistoric metallurgy in the Eisack Valley.


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