Vertiefungsrichtung Entwicklungsforschung (20S-21S)

Naturgefahren Risikoanalyse
Rudolf Sailer, Gertraud Meißl, Matthias Granig und Hans Stötter

Ziel der dreisemestrigen Lehrveranstaltung ist es, das von Steinschlag, Lawinen und Wildbächen ausgehende Gefahrenpotential zu erheben und darauf aufbauend eine auf dem 'Südtiroler Gefahrenzonenkonzept' (Autonome Provinz Bozen-Südtirol, 2016) basierende Risikoanalyse und -bewertung durchzuführen. Als Untersuchungsgebiet wird ein Tal in den Ostalpen gewählt werden.

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Reste (Schadholz und Schutt) eines Lawinenabgangs nahe Ranalt im Stubaital (Foto: Rudolf Sailer)

Die Ergebnisse des Archivstudiums, der Kartierung und Geländebegehung (erstes Projektsemester) sollen sowohl als Eingangsgrößen für die Prozessmodellierung (zweites Semester) als auch zur Überprüfung der Modellergebnisse dienen. Sogenannte 'regionale' Modelle werden dazu verwendet, jene Gebiete zu identifizieren, die einer möglichen Gefährdung ausgesetzt sind. Im Bereich dieser Gebiete wird auf Basis von Detailmodellen (Steinschlag, Mure, Hochwasser, Lawine) eine Aussage über mögliche Prozessfolgen ermöglicht.

Ein zentraler Teil der Lehrveranstaltung wird der Analyse und der kritischen Interpretation der Simulationsergebnisse gewidmet sein. Dazu und zur Stärkung des Modellverständnisses werden auch analytisch/statistische Modelle angewandt. Sowohl die erworbenen Gebietskenntnisse (Kartierung, Expertenbefragung) als auch die Modellergebnisse werden in Verbindung mit dem Flächenwidmungsplan zu einem - dem Südtiroler Gefahrenkonzept entsprechenden - Risikozonenplan zusammengeführt (drittes Semester). In einem letzten Schritt wird dieser Risikozonenplan mit dem bestehenden Gefahrenzonenplan verglichen, Unterschiede bzw. Übereinstimmungen werden analysiert.

Die Projektergebnisse werden in Zusammenarbeit mit Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung erarbeitet.

Literatur: Autonome Provinz Bozen - Südtirol (2016): Richtlinien zur Erstellung der Gefahrenzonenpläne gemäß Landesraumordnungsgesetz.


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