Vertiefungsrichtung Raumentwicklung und Regionalforschung (19S-20S)

Periphergebiete in Tirol. Entwicklung und Potential - Ernst Steinicke, Michael Beismann

Mit Tirol verbindet man hinlänglich nicht einen wirtschaftlichen Problemraum. Die ökonomisch starke Inntalfurche sowie der (immer noch) blühende Tourismus in den Seitentälern lassen vergessen, dass im westlichen Tirol, im Außerfern sowie in Osttirol strukturschwache Gebiete existieren, deren Marginalisierung durchaus mit anderen sozioökonomischen Problemgebieten in den Alpen vergleichbar, neuerdings sogar stärker akzentuiert ist.

Karte der Abwanderungsgebiete in den Alpen
Abwanderungsgebiete in den Alpen. Quelle: Innsbr. FG DCA - 2016: In: Mountain Research and Development 36/4, Special Issue: Mountains of Our Future, pp. 484-493
Karte Schrumpfungsräume in Tirol
Schrumpfungsräume in Tirol 2018. Quelle: Kreß, F.- 2018: Wachstums- und Schrumpfungsprozesse in Tirol. Unveröff. Masterarbeit, S. 57

Im genannten Master-Vertiefungsmodul sollen die Studierenden Erfahrung sammeln, mit geographischen Methoden Problemstellungen in Periphergebieten zu erfassen und Lösungsstrategien zu entwickeln. Besonders ist darauf zu achten, dass neben den speziellen Datenerhebungstechniken einer Angewandten Geographie auch regionale (landeskundliche) Kompetenzen erworben werden. Nach einer qualitativen und quantitativen Bestandsaufnahme in ausgewählten Beispielsgemeinden bzw. -talschaften sowie einer Problemanalyse wird versucht, die Entwicklungspotentiale zu erkennen und damit Zukunftschancen für diese Problemregionen zu skizzieren.

Im kommenden Sommersemester soll ein Seminar sich mit den theoretischen Aspekten von alpinen und außeralpinen Peripherräumen befassen. Diese Lehrveranstaltung ist eng verknüpft mit der dreistündigen Begleit-VU, in der diese theoretischen Grundlagen anhand von konkreten Raumbeispielen aus Tirol zu testen sind. Zudem soll die VU auch für die Erhebungen der Studententeams vor Ort (EU4 im WS 2019/20) vorbereiten, welche für Mitte/Ende Oktober 2019 geplant sind. Abschließend wird gemeinsam eine praxisorientierte Präsentation (UE3) konzipiert und umgesetzt.

Der Projektcharakter dieser Vertiefungsrichtung bereitet die Studierenden auf die reale Arbeitswelt im Bereich der Angewandten Geographie vor.

Kosten für Feldstudien: Fahrtkosten in die Beispielsgemeinden (Pendeln mit Privat-PKW) plus ca. 5 Übernächtigungen ergibt 300-400 Euro pro Person.

zurück zur Vertiefungsrichtung Raumentwicklung und Regionalforschung

Nach oben scrollen