Vertiefungsrichtung Entwicklungsforschung (19S-20S)

Im Griff der Globalisierung? Regionalentwicklung und Stadt-Land-Verflechtungen unter dem Einfluss des agrobusiness am Beispiel von „Agro“städten entlang der BR-163 in Nord-Mato Grosso / Brasilien - Martin Coy, Tobias Töpfer, Frank Zirkl

Nord-Mato Grosso im Mittleren Westens Brasiliens ist eine der wichtigsten Regionen Südamerikas für den Anbau agrarischer commodities, allen voran von Soja. Der ländliche Raum wird dabei immer mehr zur „Produktionsmaschine“. Die „Städte des Agrobusiness“ fungieren als lokal-globale Drehscheiben, die den unterschiedlichen Akteuren die Zusammenarbeit ermöglichen. Gleichzeitig bilden diejenigen, die in den globalen Produktionsnetzwerken keine Bedeutung haben, die „unsichtbare Seite“ dieser Städte.

Driving forces der Regionalentwicklung Mato Grosso - Pará (BR-163)

Karte Regionalentwicklung Mato Grosso - Pará
Quelle: Klingler 2016, nach Daten: IBGE, IMAZON, IPAM 2016

Folgende Themenstellungen können vor der oben skizzierten Ausgangslage im Rahmen der Vertiefungsrichtung bearbeitet werden:

  • Identifikation von “Orten” des Agrobusiness (funktional – sozialräumlich)
  • Die “unsichtbare Seite” der Stadt des Agrobusiness (sozialräumliche Fragmentierung)
  • “Das Land in der Stadt”: Multilokalität des Agrobusiness
  • Die Stadt als “Drehscheibe”: Auswirkungen der “Logiken” globaler Marktorientierung auf die Stadt
  • “Arrangements” lokaler Wertschöpfung als Alternative
  • “Städte des Agrobusiness” und ihre Potenziale bzw. Limitationen für eine sozial-ökologische Transformation

Dabei können u. a. folgende Methoden aus dem humangeographischen Spektrum zur Anwendung kommen:

  • (Funktionale / sozialräumliche) Kartierungen
  • Interviews / Befragungen (je nach sprachlichen Kompetenzen)
  • Akteurs- und netzwerkzentrierte Methoden (z.B. Netmapping)

Übersichtskarte Mato Grosso - Pará

Übersichtskarte Mato Grosso - Pará

Die Vertiefungsrichtung wird zunächst theoretisch und regional eingeleitet, bevor dann die Methoden, die unmittelbar zur Feldforschung zum Einsatz kommen sollen, vorbereitet werden. Der intensive dreiwöchige Feldaufenthalt in Nord-Mato Grosso (Cuiabá, Sinop, voraussichtlich Sorriso und Lucas do Rio Verde) dient dann neben dem Kennenlernen der Untersuchungsregion primär der Datenerfassung. Anschließend werden diese Daten ausgewertet und der interessierten Öffentlichkeit präsentiert.

Ziel ist es, dass die Studierenden das Spannungsverhältnis zwischen globalem Wandel und regionaler (Nicht-)Nachhaltigkeit am Beispiel konkreter Orte im „Globalen Süden“ erkennen, verstehen und erklären und Erfahrungen in empirischer Arbeit erwerben können. Wichtige Voraussetzung für eine möglichst intensive Erfahrung vor Ort sind dabei portugiesische Sprachkenntnisse.

Weitere Informationen:

  • Feldaufenthalt: 3 Wochen im Februar 2020 in Nord-Mato Grosso (Cuiabá, Sinop, voraussichtlich Sorriso und Lucas do Rio Verde)
  • Kosten: ca. 1800 €; einzuzahlen: 1200 € (zzgl. Flug Europa-Cuiabá, individuell zu buchen)
  • Portugiesisch-Kenntnisse wichtig (Portugiesisch-Kurs wird voraussichtlich angeboten.)

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