Vertiefungsrichtung Raumentwicklung und Regionalforschung (17S-18S)

Demographischer Trendwechsel in den Periphergebieten der Alpen. - Die Wiederbesiedlung von Ghosttowns am Beispiel der Montagna Friulana (Friaul, Italien) - Ernst Steinicke, Igor Jelen, Michael Beismann

Verfallenes Haus
Ghosttown im Aupatal. Foto: Ernst Steinicke

Nordfriaul, das ist die Montagna Friulana, bildet das Schulbeispiel eines peripher gelegenen, strukturschwachen und von der naturräumlichen Ausstattung benachteiligten Raums. Nirgendwo im Alpenbogen war die Gebirgsentvölkerung stärker ausgeprägt als hier. Es ist nicht verwunderlich, dass um 1990 zwei Dutzend Siedlungen wüstgefallen und Verfallsmerkmale auch in der Flur allgegenwärtig sind. Dabei soll aber nicht außer Acht gelassen werden, dass seit 15-20 Jahren eine demographische Trendumkehr – auch in Nordfriaul - feststellbar ist: Menschen aus außeralpinen Räumen finden in zunehmendem Maße Natur und Kultur abgelegener Gebirgsräume attraktiv und verlegen ihren permanenten, saisonalen oder episodischen Wohnsitz auch dorthin. Zwar sind die Entvölkerungswerte immer noch beträchtlich, doch spielt bei der zahlenmäßigen Einwohnerentwicklung mittlerweile das Geburtendefizit die Hauptrolle, was sich als biodemographische Konsequenz der jahrzehnte- bis jahrhundertelangen Auswanderung erklären lässt. Abwanderungen sind zweifellos noch demographisch wirksam, doch nimmt ihr Ausmaß stetig ab. Dies belegen die rückläufigen Entvölkerungsraten der Montagna friulana eindrucksvoll.

Am Beispiel des Aupatals in Nordfriaul – dort wo ehemals die Konzentration von Ghosttowns zu finden war – sollte anhand der Lehrveranstaltungen des Vertiefungsmoduls der gegenwärtige demographische, wirtschaftsräumliche und siedlungsgeographische Wandel dokumentiert und Handlungskonsequenzen aufgezeigt werden.

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