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Naturgefahren Risikoanalyse - Gemeinde Langtaufers (Südtirol)

SS11,WS11/12,SS12

Huttenlau, Meißl, Sailer, Schneider

Ziel der dreisemestrigen Lehrveranstaltung ist es, das von Steinschlag, Lawinen und Wildbächen ausgehende Gefahrenpotential zu erheben und darauf aufbauend eine auf dem 'Südtrioler Gefahrenzonenkonzept' basierende Risikoanalyse und -bewertung durchzuführen. Als Untersuchungsgebiet wurde das Langtauferer Tal (Gemeinde Graun am Reschenpass, Südtirol, Italien) gewählt. Ein weiterer wissenschaftlich interessanter Aspekt ergibt sich aus der Tatsache, dass vor nunmehr 20 Jahren am Institut für Geographie der Universität München ein sehr detailliertes Projekt, eine 'Modelluntersuchung zur Erfassung und Bewertung des Gefährdungspotentials durch Muren sowie Lawinen', im Langtauferer Tal erstellt wurde. Daraus lässt sich als weiteres Ziel der Lehrveranstaltung der methodische Vergleich zweier Kartierkonzepte formulieren, der auch die zeitliche Entwicklung des Naturgefahrenpotentials aufzeigen soll.

Die Ergebnisse des Archivstudiums, der Kartierung und Geländebegehung (erstes Projektsemester) sollen sowohl als Eingangsgrößen für die Prozessmodellierung (zweites Semester) als auch zur Überprüfung der Modellergebnisse dienen. Sogenannte 'regionale' Modelle (Lawine: GRID-traject - www.grid-it.at, AVAL-walk - www.laserdata.at) werden dazu verwendet, jene Gebiete zu identifizieren, die einer möglichen Gefährdung ausgesetzt sind. Im Bereich dieser 'Hot Spots' wird auf Basis von Detailmodellen (Steinschlag: Rockyfor3D - www.ecorisq.org, Lawine: ELBA+ - dnn.geoexpert.at, AVAL1D - www.slf.ch, RAMMS - ramms.slf.ch, Hochwasser: ZEMOKOST - http://bfw.ac.at/db/bfwcms.web?dok=5359, HEC-HMS - http://www.hec.usace.army.mil/software/hec-hms/, FloodArea - http://www.geomer.de/software/floodarea/index.html, HEC-RAS - http://www.hec.usace.army.mil/software/hec-ras/) eine Aussage über mögliche Prozessfolgen ermöglicht.

Ein zentraler Teil der Lehrveranstaltung wird der Analyse und der kritischen Interpretation der Simulationsergebnisse gewidmet sein. Dazu und zur Stärkung des Modellverständnisses werden auch analytisch/statistische Modelle (Lawinen: Voellmy-Salm, Lied-Bakkehoi) angewandt. Sowohl die erworbenen Gebietskenntnisse (Kartierung, Expertenbefragung) als auch die Modellergebnisse werden in Verbindung mit dem Bauleitplan der Gemeinde Graun zu einem - dem Südtiroler Gefahrenkonzept entsprechenden - Risikozonenplan zusammengeführt (drittes Semester).

Die Projektergebnisse werden Vertretern der an der Südtiroler Gefahrenzonenplanung beteiligten Ämter vorgestellt und diskutiert.

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Erste Modellierungsergebnisse im Bereich des Hotspots „Schwarze Wand“, Langtaufers, Gemeinde Graun (Südtirol; Abbildung: Gerald Flöck, Benedickt Höflinger, Andreas Marlin , René Schader, Katharina Schröer)

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Linienzahlanalyse im Karlinbach zur Ermittlung der Rauigkeitsbeiwerte (Photo: Rudi Sailer)

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