Arbeitsgruppe Landeskunde - Geschichte

Die enge Verbindung von Landeskunde und Kartographie geht bereits auf die Errichtung des ursprünglich selbständigen "Instituts für geschichtliche Landeskunde" im Jahre 1959 zurück, als damals der Gedanke reifte, auch für Tirol einen landeskundlichen Atlas zu erstellen, wie ihn zu dieser Zeit die meisten österreichischen Bundesländer bereits herausgegeben oder in Bearbeitung hatten. 1964 konnte nach der Adaptierung von Kellerräumen im Universitäts-Hauptgebäude mit Hilfe des Landes Tirol eine einfache reprotechnische Einrichtung installiert werden. Die 1975 in "Institut für Landeskunde" umbenannte Forschungseinrichtung wurde im Zuge des OG dem Institut für Geographie angegliedert und erhielt 1983 den Status einer Abteilung.

Der Umzug in den Neubau des Bruno-Sander-Hauses 1985 brachte durch die großzügige Raumzuweisung nicht nur eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen mit sich, sondern es waren vor allem mit dem eigenen Labortrakt auch die baulichen Voraussetzungen für eine zeitgemäße technische Umrüstung geschaffen worden. Die seinerzeit mit Hilfe der Tiroler Landesregierung zum Teil in gebrauchtem Zustand erworbenen Geräte, wie Beschichtungsschleuder, Kopierrahmen (anfangs noch mit Kohlenbogenlampe betrieben!) und eine kleine Reprokamera, erlaubten zwar die Bearbeitung druckfertiger Kartenvorlagen, sie entsprachen aber lange nicht mehr den Anforderungen einer leistungsfähigen reprotechnischen Einrichtung.

Das mit dem Bezug des Neubaus einhergehende Laborerneuerungsprogramm des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung stellte Mittel zur Verfügung, die die Anschaffung eines neuen elektronisch gesteuerten Tageslicht-Kontakt-Kopierrahmens mit einer 4000 Watt Halogenlampe ermöglichte. Anstelle der Schleuder konnte ein neuentwickeltes Beschichtungsgerät (R-Coater) für Kunststoffolien aufgestellt werden, damals das erste seiner Art in Österreich, ergänzt durch eine Entschichtungs-Waschanlage zur umweltgerechten Entsorgung der Beschichtungschemikalien. Einer wesentlichen Präzisierung, Arbeitserleichterung und Einsparung dienten der Ankauf einer mikroprozessorgesteuerten Kompakt-Vertikal-Kamera (Companica) im Jahre 1990, die Filmformate bis zu 76 x 56 cm und Größenveränderungen von 16,6 bis 600% mit einer Genauigkeit von 0,1% zuläßt, weiters eine Filmentwicklungs-Maschine mit einer Eingabebreite bis 66 cm, ein Copyproof-System zur Anfertigung von selbstklebenden Montagefilmen sowie eine Registerstanze zum Lochen und genauen Einpassen großer Folien in Abstimmung mit der Druckerei. Im EDV-Bereich folgten ab 1990 ein Elektrostatplotter (Format AO), ferner ein ebenfalls großformatiger Digitizer sowie leistungsfähige PCs, auf denen die EDV-mäßige Bearbeitung von Entwürfen mit Hilfe von Grafikprogrammen erfolgen kann.

Das Kommando des Computers und der Steuerungsmechanismus der Maschine haben dadurch zwar den Zeichenstift und das handwerkliche Geschick des Kartographen nicht überflüssig, aber doch für viele Aufgaben entbehrlich gemacht. Der seit den ersten Anfängen zurückgelegte Weg des Tirol-Atlas führte daher von der Improvisation mit ihrem Risiko des unsicheren Ausgangs zur professionellen Routine, ohne daß dabei der gute und nicht durch den persönlichen Ehrgeiz gestörte Geist des Teamworks verloren ging. Dieser Zusammenhalt bleibt nicht nur auf den Tirol-Atlas und die anderen landeskundlichen Forschungsprojekte beschränkt, sondern ist auch in jenen einschlägigen Lehrveranstaltungen zu beobachten, die praktisches Arbeiten mit Hilfe der beschriebenen Einrichtungen zum Ziel haben.

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