22. Tag: MONTAG, 31. Juli 2000
Route: Huaraz - Yungay - Huaraz
Themen: Bäuerliche Kulturlandschaft
Protokoll: Markus Bayer, Heidrun Eibl


Unterwegs treffen wir drei Bauern. Einer von ihnen ist am Weg zum Markt. Dafür hat er sich gut gekleidet. Ein anderer macht gerade Pause und kaut Kokablätter, um in dieser Höhenlage die Anstrengung besser zu bewältigen. Er ist dabei die Ernte einzuholen. Mit einem weiteren Bauern kommen wir länger ins Gespräch. Er baut vor allem Weizen an. Aussaat ist im Dezember. Seine weiteren Anbaufrüchte sind Kartoffel (Aussaat im Oktober; Ernte bis März), Bohnen, Erbsen und Mais. Dazu betreibt er Viehwirtschaft. Er besitzt 8 Schafe und 10 Kühe. Sein Grundbesitz erstreckt sich auf 6 ha. Solche Schätzungen sind erfahrungsgemäß mit Vorsicht zu bewerten. Die Felder der Familie sind wie bei vielen Familien über mehrere Plätze verstreut. Die Familie des Campesino zählt 11 Mitglieder. Einige Mitglieder der Familie arbeiten auch in der Stadt. Dort befindet sich auch die Schule. Der Bauer beliefert mit seinen Erzeugnissen den Markt von Huaraz. Markttage sind Montag und Donnerstag. Großhändler kommen mit Packeseln auch zu den einzelnen Höfen um Waren zu kaufen und zu verkaufen. Der Weg hinunter beträgt eine halbe Stunde. Zurück nach Hause benötigt man bergauf die doppelte Zeit. Neben dem Wohnhaus des Bauern gibt es auch noch ein rundes, mit Stroh ge-decktes Haus aus Adobe. Es dient der Aufbewahrung der Ernte und als Küche. Trotz der Höhe von ca. 3600m handelt es sich hier um eine Dauersiedlung. Wasser wird aus einem kleinen Brunnen gewonnen und muß für den menschlichen Genuß gefiltert werden. Ein weiteres verlassenes und schon teils verfallenes Haus dient als Lagerstätte. Wir sehen viele degradierte Hänge. Bei Regen wird immer wieder Land weggeschwemmt. Nach eigener Ansicht kann man gegen die fortschreitende Erosion nichts machen, gibt der Mann an. Insbesondere im März gibt es oft Sturzbäche. Frost ist durchaus noch im März möglich. In seiner Landwirtschaft betreibt der Bauer Fruchtwechsel nach den eigenen Bedürfnissen.

(Auschnitt aus Inngeo 10: Peru im Profil, S.236)