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Geographischer Exkursionsführer Europaregion Tirol - Südtirol - Trentino

Band 2: Spezialexkursionen im Bundesland Tirol

»Vorwort«

Innsbrucker Geographische Studien Band 33/2


Finden sich im Band 1 des Exkursionsführers Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino Übersichtsdarstellungen über die großen West-Ost- und Nord-Süd-Routen im gesamttirolischen Raum, so konzentriert sich der zweite Band auf das Bundesland Tirol. Entsprechend dem Grundkonzept, das im ersten Band des Gesamtwerkes vorgestellt wird, handelt es sich bei den hier präsentierten Exkursionen um Spezialexkursionen, die in der Regel einen eng umrissenen Themenkreis behandeln oder ein bestimmtes Gebiet näher untersuchen.

Bei der Themenauswahl nahm man nicht mehr so sehr auf den Stil der Autobusexkursion Rücksicht. Ausgedehnte Wanderungen, teils in Seitentälern im Bereich der Waldgrenze und damit in der "eigentlichen" Welt des Hochgebirges, teils innerhalb von Städten und ausgewählten Orten am Talgrund, bestimmen den Exkursionsverlauf weitgehend, wenngleich die eine oder andere Spezialexkursion mit dem Bus problemlos abzuwickeln ist.

Auf eine gleichmäßige, flächenhafte Abdeckung Tirols bzw. der Tiroler Talschaften mit Spezialexkursionen wurde bewusst verzichtet. Stattdessen sieht das Grundkonzept zwölf ausgewählte Räume vor, in denen sich wesentliche natur- und humangeographische Fragestellungen, die für diesen Gebirgsraum charakteristisch erscheinen, aufzeigen lassen.

Einige Übersichtsexkursionen im ersten Band sprechen den Themenkreis "Tiroler Stadt" an. Der Beitrag Die Stadt Innsbruck geht nun anhand zweier Routenvorschläge in der Landeshauptstadt näher auf stadtgeographische Fragestellungen ein. Auch das Geographische Profil Wattens und Umgebung - Talgeschichte und Raumwirksamkeit der Industrie bietet eine Vertiefung zu den Ausführungen im Band 1. Der von verschiedenen Fachdisziplinen gut erforschte Raum von Wattens erlaubt es, die menschliche Siedlungs- und Wirtschaftstätigkeit von der Steinzeit bis zur Gegenwart zu verfolgen. Klimamorphologische, siedlungs- und industriegeographische Themen bilden weitere Schwerpunkte, die sich hier am Objekt gut aufzeigen lassen. Um den Beitrag Das Zillertal: Tourismus und Energiewirtschaft nicht als Übersichtsexkursion abzuhandeln, war es notwendig, sich in regionaler Hinsicht auf den hinteren (südlichen) Bereich zu konzentrieren. Tourismus und Energiewirtschaft erscheinen dort zweifellos als wesentliche geographische Hauptfragestellungen. Weniger thematisch als vielmehr landeskundlich ausgerichtet sind die Wandervorschläge, welche die Spezialexkursion Alpbach und Umgebung anbietet. Stadterneuerungsprobleme in einer Tiroler Kleinstadt diskutiert hingegen der Beitrag Hall in Tirol - Altstadtsanierung und Revitalisierung, in dem neue Forschungsergebnisse vorgelegt werden, und auf Fragen der bergbäuerlich geprägten Kulturlandschaft gibt Das Obernbergtal (Brennergebiet). Ein Beispiel für die bergbäuerliche Agrarlandschaft Tirols anhand einer Wanderung in einer attraktiven Hochgebirgslandschaft eingehend Auskunft.

Vorwiegend geomorphologische Einblicke vermittelt die Fahrt (mit Wanderungen) durch die östlichen Lechtaler Alpen: Von Imst über das Hahntennjoch ins Bschlaber Tal und Lechtal. Durch Osttirol führt nicht nur eine Übersichtsexkursion, sondern es werden auch zusätzlich zwei touristisch höchst interessante Talschaften besucht. Der Beitrag Die Nationalparkregion Hohe Tauern in Osttirol. Naturschutz, Tourismus und Nationalpark im Virgen- und Kalsertal diskutiert die Nationalparkproblematik sowie u.a. Alternativen zur massentouristischen Erschließung. Die Bedrohung des Tiroler Siedlungsraumes durch Naturereignisse spricht der Beitrag Galtür. Eine Gemeinde im Zeichen des Lawinenereignisses von 1999 hinterfragend an. Dieser Darstellung, welche die Physio- und Humangeographie gleichermaßen betrifft, folgt ein glazialmorphologisch orientierter Beitrag, der ebenfalls neue Forschungsergebnisse enthält Die Moräne von Trins im Gschnitztal. Trins gilt bei Glazialmorphologen bekanntlich als "locus tipicus" für einen Gletschervorstoß im Spätglazial. Eine forstwirtschaftlich ausgerichtete Spezialexkursion bietet die Präsentation Die Hochlagenaufforstung von Haggen im Tiroler Sellraintal. Sie dokumentiert das Paradebeispiel einer gelungenen Hochlagenaufforstung. Zuletzt stehen Fragen der historischen Geographie und damit der Kulturlandschaftsforschung im Mittelpunkt: Das Ötztal: Schwaighofsiedlung und Kulturlandschaftsentwicklung. Bei dieser Wanderung inmitten der Ötztaler Hochgebirgswelt werden Aspekte der mittelalterlichen Dauersiedlung im Randbereich der Ökumene sowie die ersten touristischen Ansätze Ende des 19. Jahrhunderts vorgestellt.

Gesamtwerk Exkursionsführer Europaregion Tirol - Südtirol - Trentino

Band 1: Übersichtsrouten von Kufstein bis Ala
Band 2: Spezialexkursionen im Bundesland Tirol
Band 3: Spezialexkursionen in Südtirol
Band 4: Spezialexkursionen im Trentino und in Ladinien
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