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Kulturlandschaftswandel in Südtirol seit 1950

Christine Wanker, Alexander Dusleag

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Touristische Nutzung

Die Gemeinde Schenna entwickelte sich im Laufe von wenigen Jahrzehnten von einem landwirtschaftlich geprägten Raum zu einer Tourismushochburg. Diese Entwicklung wird anhand der Ankünfte und Übernachtungen deutlich. Im Jahr 1951 wurden 24 Ankünfte und 242 Übernachtungen in der Gemeinde Schenna verzeichnet. Im Jahr 2006 wurden bereits in etwa 131.000 Ankünfte und 966.000 Übernachtungen gezählt. In Bezug auf die Nächtigungen liegt Schenna somit auf Landesebene auf den ersten Rängen.

Dieser rasante Aufschwung erfolgte mit Ausnahme eines leichten Einbruchs der Übernachtungszahlen in den späten 1990er Jahren, stets positiv. Ein Großteil der Übernachtungen findet in gastgewerblichen Betrieben statt. Die Zahl der Beherbergungsbetriebe stieg bis zum Jahr 1985 kontinuierlich an und erreichte mit 254 Betrieben im Jahr 1985 einen Höhepunkt. Seither ging die Zahl leicht zurück. Im Jahr 2000 wurden 227 Betriebe gezählt. Die Zahl der Übernachtungen pro Beherbergungsbetrieb stieg zwischen 1975 und 2001 von knapp 2200 auf etwa 4000 an. Im Jahr 2005 gab es in der Gemeinde Schenna knapp 5400 Betten, d.h. in etwa doppelt so viele Gästebetten als Einwohner.

Auch die Übernachtungen pro Einwohner sind sehr stark angestiegen. Im Jahr 1951 fanden pro Einwohner 0,12 Übernachtungen statt, 2006 hingegen 346.

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Schenna (2008) © Christine Wanker

Topographische Karte Fotostandort

Ein Großteil der Übernachtungen entfällt auf das Sommerhalbjahr. Dabei ist zu erwähnen, dass die Saison bereits im Frühjahr beginnt und bis in den späten Herbst reicht. Für die Zukunft wird ein ganzjähriger Tourismus angestrebt. Dazu müsste der Wintertourismus ausgebaut werden, da es in den Wintermonaten nach wie vor das geringste Tourismusaufkommen gibt. Seit den 1970er Jahren werden in etwa 15 % der Nächtigungen in den Wintermonaten verbucht.

Der Tourismus bringt nicht nur Wohlstand und Arbeitsplätze sondern auch einige Probleme und Konflikte mit sich. Aufgrund der hohen Dichte an qualitativ hochwertigen Betrieben, die neben einem Schwimmbad heute auch noch vielfach über einen Wellnessbereich verfügen, ist der Wasserbedarf in der Hochsaison sehr hoch. In den Sommermonaten ist auch der Wasserbedarf in der Landwirtschaft sehr hoch, sodass Wasserknappheit immer öfter zu einem Problem wird. Zudem belastet der hohe Individualverkehr das Dorf und die rege Bautätigkeit hat zu Zersiedelung geführt.

© Universität Innsbruck | Impressum | Aktualisiert am: 22.12.2008

Ankünfte

Darunter versteht man die Zahl der Gäste, die in einem Beherbergungsbetrieb Unterkunft finden.  Astat 2007b

Beherbergungsbetriebe

Zu den Beherbergungsbetrieben zählen all jene Unternehmen, die den Touristen Unterkunft bieten. Man unterscheidet zwischen gastgewerblichen Beherbergungsbetrieben (Hotels, Gasthöfe, Pensionen, Garnis, Residences, Motels und Hoteldörfer) und nicht-gastgewerblichen Beherbergungsbetrieben (Privatquartiere, Campingplätze, Feriendörfer, Berggasthäsuer, Schutzhütten, Ferienheime, Jugendferienheime und -herbergen). Zu den Privatquartieren zählen jene Betriebe, die möblierte Zimmer oder Wohnungen an Feriengäste vermieten. Als Privatquartieren gelten auch jene Betriebe, die Urlaub auf dem Bauernhof anbieten, die im entsprechenden Landesverzeichnis eingetragen sind.  Astat 2007b

Übernachtungen

Die Übernachtungen geben die Nächte an, die von den Gästen in Beherbergungsbetrieben verbracht worden sind.  Astat 2007b