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Kulturlandschaftswandel in Südtirol seit 1950

Christine Wanker, Alexander Dusleag

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Gemeinde Schenna

Wichtige Daten der Gemeinde
Seehöhe 370-2781 m
Bevölkerung (2006) 2.792
Fläche 48,3 km²
Hauptort Schenna
Fraktionen 5
Ortschaften 2
Weiler 5

Angrenzende Gemeinden: Hafling, Kuens, Meran, Riffian, Sankt Leonhard in Passeier, Sarntal, Tirol


In den letzten 50 Jahren entwickelte sich die Gemeinde Schenna von einem Bauerndorf zu einer Tourismushochburg. Die Übernachtungen sind von einigen Hundert zu Beginn der 1950er Jahre auf knapp 1.000.000 in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts angestiegen. Dieser rasante Aufschwung spiegelt sich auch in den folgenden Zahlen wieder: Pro Einwohner finden jährlich 346 Nächtigungen statt und die Bettenzahl ist in etwa doppelt so hoch wie die Einwohnerzahl. Viele Beherbergungsbetriebe wurden in den letzten Jahren qualitativ und quantitativ. Die touristische Hauptsaison liegt in den Sommermonaten.

Diagramm Wandel

Durch die rasante Entwicklung des Tourismus hat sich vor allem das Siedlungsbild verändert. Viele Hofstellen sind in den Dörfern Schenna und Verdins durch meist große Hotelbauten ersetzt worden. Zudem sind auch neue Häuser und Beherbergungsbetriebe entstanden. Auch im landwirtschaftlichen Grün wurden viele Neubauten realisiert, sowie Bauernhäuser um- und ausgebaut. Dadurch stieg die Zersiedelung. Der Anteil der Einzelhäuser lag im Jahr 2001 bei knapp 41 %.

Diagramm Ist-Zustand

Auch die Landwirtschaft hat sich stark verändert. Fast alle Ackerflächen sowie viele Weinreben sind aus dem Landschaftsbild verschwunden, während vor allem bis in die 1970er Jahre eine starke Ausdehnung des Obstbaus bis auf etwa 800 Meter stattgefunden hat. Seither wurde der Apfelanbau intensiviert, wodurch sehr hohe Erträge erreicht werden konnten. In höheren Lagen wird hauptsächlich Grünlandwirtschaft betrieben. Seit die Höfe durch Seilbahnen oder Straßen erschlossen worden sind, haben die Milchlieferungen stark zugenommen. Trotz eines starken Rückganges der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte, sind nach wie vor 19,4 % der Erwerbstätigen im primären Sektor tätig.

Weitere Daten der Gemeinde
Bevölkerungsdichte auf Gemeindeebene (2006) 0,58 Einw/ha
Bevölkerungsdichte auf Dauersiedlungsraum (2006) 8,21 Einw/ha
Siedlungsfläche pro Einwohner (2001) 400 m²
Gebäudezahl (2001) 661
Wohnungen/Wohngebäude (2001) 1,46
Landwirtschaftliche Nutzfläche (2000) 1.380 ha
Landwirtschaftsbetriebe (2000) 200
Übernachtungen Tourismusjahr (2006) 966.307
Übernachtungen/Einwohner (2006) 346
Tageseinpenlersaldo (2001) -232

Trotz der positiven wirtschaftlichen Entwicklung ist Schenna eine Auspendlergemeinde. Täglich fahren viele nach Meran zur Arbeit. Dabei muss aber auch erwähnt werden, dass zu bestimmten Jahreszeiten viele Hilfsarbeiter in der Landwirtschaft oder in der Tourismusbranche in Schenna tätig sind. Das Handwerk ist in Schenna nicht so stark ausgeprägt und es ist in starkem Maße von der Entwicklung des Fremdenverkehrs abhängig.

Weiterführender Link: Schenna beim Tirol Atlas

© Universität Innsbruck | Impressum | Aktualisiert am: 22.12.2008

Einzelhäuser

Darunter versteht man über das Gemeindegebiet verstreute Häuser, die so weit auseinander liegen, dass sie nicht einmal als Weiler gelten können.  Astat 2006c

Wohngebäude

Unter Wohngebäude versteht man ein Gebäude oder einen Teil davon, das ausschließlich oder vorwiegend zu Wohnzwecken dient.  Astat 2004b

Beherbergungsbetriebe

Zu den Beherbergungsbetrieben zählen all jene Unternehmen, die den Touristen Unterkunft bieten. Man unterscheidet zwischen gastgewerblichen Beherbergungsbetrieben (Hotels, Gasthöfe, Pensionen, Garnis, Residences, Motels und Hoteldörfer) und nicht-gastgewerblichen Beherbergungsbetrieben (Privatquartiere, Campingplätze, Feriendörfer, Berggasthäsuer, Schutzhütten, Ferienheime, Jugendferienheime und -herbergen). Zu den Privatquartieren zählen jene Betriebe, die möblierte Zimmer oder Wohnungen an Feriengäste vermieten. Als Privatquartieren gelten auch jene Betriebe, die Urlaub auf dem Bauernhof anbieten, die im entsprechenden Landesverzeichnis eingetragen sind.  Astat 2007b

Erwerbstätige

Personen mit 15 oder mehr Jahren aus der Wohnbevölkerung, welche selbstständig oder in einem Dienstverhältnis einer Tätigkeit nach gehen, durch die sie einen Ertrag oder eine Vergütung erhalten. Als erwerbstätig gelten auch jene, die ohne einen geregelten Arbeitsvertrag mit einem Familienmitglied mitarbeiten, welches eine selbstständige Tätigkeit ausübt (mithelfendes Familienmitglied).  Astat 2006b

Landwirtschaftliche Nutzfläche

Sie ist eine Teilmenge der landwirtschaftlichen Gesamtfläche und besteht aus der Gesamtheit der Äcker, Hausgärten, landwirtschaftlichen Gehölzekulturen, Dauerwiesen und Edelkastanienhainen.  Astat 2002

Übernachtungen

Die Übernachtungen geben die Nächte an, die von den Gästen in Beherbergungsbetrieben verbracht worden sind.  Astat 2007b