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Kulturlandschaftswandel in Südtirol seit 1950

Christine Wanker, Alexander Dusleag

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Besiedelte Flächen

Die besiedelte Fläche hat seit dem Jahr 1954 sehr stark zugenommen, die Siedlungsfläche von Naturns hat sich nahezu vervierfacht. Aus einer Kartierung auf Grundlage von Orthophotos wird vor allem in der Zeitspanne 1954-1985 ein rasantes Siedlungswachstum erkennbar. Pro Jahr kamen im Durchschnitt 20.000 m² dazu. Dies entspricht einem Zuwachs von 200 % im Vergleich zum Jahr 1954. Ab 1985 verlangsamte sich die Siedlungsausdehnung und im Schnitt kamen 10.000 m² pro Jahr an neuen Siedlungsflächen hinzu. Bei der Kartierung wurde die Verdichtung des bereits vor 1985 besiedelten Raumes nicht berücksichtigt.

Zwischen dem Jahr 1995 und 2005 wurde ein Großteil der Wohnkubatur in der Zone B (Auffüllzone) und der Zone C (Erweiterungszone) realisiert. Auch in der Zone E (landwirtschaftliches, alpines Grün und Wald) wurde fast in jedem Jahr Wohnkubatur realisiert.

Siedlungsentwicklung - Naturns
Siedlungsausdehnung
Bearbeitung: Dusleag & Wanker; Datengrundlage: Autonome Provinz Bozen - Südtirol, Raumordnung; Informationen zur Siedlungskartierung (html | pdf)

Die im Vergleich zum Bevölkerungswachstum sehr starke Siedlungsausdehnung ist auf die Verringerung der durchschnittlichen Haushaltsgröße und somit auch auf den starken Anstieg der Haushalte um 152 % gegenüber dem Jahr 1970 zurückzuführen. Zudem hat auch der Bau von Industrie- und Gewerbebetrieben sowie der Bau von Lagerhallen für den intensiven Obstbau zum Siedlungswachstum beigetragen. Industrie und Gewerbe, Handel und Bauwirtschaft bieten viele Beschäftigungsmöglichkeiten und spielen eine wichtige Rolle in der Wirtschaft der Gemeinde. Ausschlaggebend für die Ausdehnung der besiedelten Fläche war auch der Tourismus. Vor allem seit den 1970er Jahren wurden viele Privathäuser zu Beherbergungsbetrieben aus- und umgebaut. Viel Wert wurde auf die Realisierung hochwertiger Hotels gelegt. Im Jahr 2002 waren 3,4 % der Gemeindegrundfläche besiedelt, potentiell besiedelbar wären 16,6 %.

Der Anteil der Einzelhäuser an der Gesamtzahl ist mit knapp 25% sehr hoch. Dies ist ein Zeichen für eine starke Zersiedelung. Mit dem Landschaftsplan aus dem Jahr 2007 wurde versucht, der Zersiedelung entgegen zu wirken. Aus diesem Grund wurden fünf Bannzonen mit Bauverbot ausgewiesen.

Verkehr

In den letzten Jahrzehnten hat sich das Verkehrsnetz der Gemeinde Naturns stark ausgedehnt. Zufahrtswege zu den zahlreichen Neubauten wurden angelegt und Straßenverlegungen durchgeführt. Zudem begann man in den 1960er Jahren mit dem Bau von Materialseilbahnen um die Erreichbarkeit der Berghöfe zu erhöhen. Zwischen 1976 und 2005 wurden schließlich alle Betriebe im Berggebiet durch Hofzufahrten erschlossen. Im Jahr 2004 wurde zudem eine für den Personenverkehr zugelassene Seilbahn auf den Sonnenberg gebaut.

Die Bahnverbindung Meran-Mals, die im Jahr 1990 Jahre aufgelassen wurde , nahm 2005 wieder den Betrieb auf. Aufgrund des starken Durchzugverkehrs und der hohen Verkehrsbelastung im Dorf Naturns wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts mit dem Bau einer Umfahrungsstraße im Norden der Gemeinde begonnen. Die Eröffnung der Straße und der beiden Tunnels im Jahr 2003 brachte dem Dorf Naturns eine große Verkehrsentlastung.

© Universität Innsbruck | Impressum | Aktualisiert am: 22.12.2008

Einzelhäuser

Darunter versteht man über das Gemeindegebiet verstreute Häuser, die so weit auseinander liegen, dass sie nicht einmal als Weiler gelten können.  Astat 2006c

Beherbergungsbetriebe

Zu den Beherbergungsbetrieben zählen all jene Unternehmen, die den Touristen Unterkunft bieten. Man unterscheidet zwischen gastgewerblichen Beherbergungsbetrieben (Hotels, Gasthöfe, Pensionen, Garnis, Residences, Motels und Hoteldörfer) und nicht-gastgewerblichen Beherbergungsbetrieben (Privatquartiere, Campingplätze, Feriendörfer, Berggasthäsuer, Schutzhütten, Ferienheime, Jugendferienheime und -herbergen). Zu den Privatquartieren zählen jene Betriebe, die möblierte Zimmer oder Wohnungen an Feriengäste vermieten. Als Privatquartieren gelten auch jene Betriebe, die Urlaub auf dem Bauernhof anbieten, die im entsprechenden Landesverzeichnis eingetragen sind.  Astat 2007b