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Kulturlandschaftswandel in Südtirol seit 1950

Christine Wanker, Alexander Dusleag

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Gemeinde Martell

Wichtige Daten der Gemeinde
Seehöhe 957-3757 m
Bevölkerung (2006) 886
Fläche 143,9 km²
Hauptort Meiern
Fraktionen 7
Ortschaften 3
Weiler 6

Angrenzende Gemeinden: Laas, Latsch, Peio, Rabbi, Schlanders, Stilfs, Ulten, Valfurva


Die Gemeinde Martell ist nach wie vor eine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde. Der primäre Sektor hat sich aber im Laufe der letzten fünf Jahrzehnte stark verändert. Ackerflächen, die bis in die 1960er Jahre vorwiegend der Selbstversorgung dienten, wurden vermehrt aufgelassen und in Grünflächen oder Anbauflächen für Sonderkulturen und Gemüse umgewandelt. Heute stellt der intensive Anbau und Verkauf von Erdbeeren, aber auch von Kirschen, Johannisbeeren, Himbeeren und Gemüse für viele Landwirte die Lebensgrundlage dar.

Diagramm Wandel

Der Anteil der rinderhaltenden Betriebe an der Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe, die nur leicht gesunken ist, ist stark zurückgegangen, während die Rinderzahl leicht zunahm. Folglich ist die Rinderzahl pro Betrieb angestiegen. Grünlandwirtschaft wird fast ausschließlich auf steilen Flächen betrieben. Hecken und Trockenmauern befinden sich in einem guten Zustand, da sie aufgrund bestehender Landesbeiträge gepflegt und erhalten werden. Trotz eines starken Rückganges der Erwerbszahlen im primären Sektor, sind nach wie vor 20 % der Erwerbstätigen in diesem Sektor tätig.

Diagramm Ist-Zustand

Die Siedlungsfläche hat sich trotz einer leichten Bevölkerungsabnahme mehr als verdoppelt. Dies ist auf die Abnahme der Haushaltsgröße, der geringen Wohnungsdichte pro Wohnhaus und den Anstieg der touristischen Infrastruktur sowie die Realisierung von Handwerker- und Gewerbezonen zurückzuführen. Der Anteil der Einzelhäuser an der Gesamtzahl ist mit knapp 37 % sehr hoch. Dies ist ein Zeichen der starken Zersiedelung.

Weitere Daten der Gemeinde
Bevölkerungsdichte auf Gemeindeebene (2006) 0,06 Einw/ha
Bevölkerungsdichte auf Dauersiedlungsraum (2006) keine Werte verfügbar
Siedlungsfläche pro Einwohner (2001) 180 m²
Gebäudezahl (2001) 283
Wohnungen/Wohngebäude (2001) 1,41
Landwirtschaftliche Nutzfläche (2000) 4.380 ha
Landwirtschaftsbetriebe (2000) 137
Übernachtungen Tourismusjahr (2006) 58.809
Übernachtungen/Einwohner (2006) 66
Tageseinpendlersaldo (2001) -102

Der Tourismus ist neben der Landwirtschaft wohl das wichtigste Standbein der Wirtschaft. Seit den 1960er Jahren nahmen die Ankünfte und Übernachtungen konstant zu. Vor allem im Sommerhalbjahr verbringen viele Gäste ihren Urlaub im Martelltal. Die Wintermonate sind noch relativ schwach ausgelastet. Im Jahr 2006 entfielen auf jeden Einwohner 66 Übernachtungen. Trotz der positiven Entwicklung der Landwirtschaft und des Tourismus ist Martell eine Auspendlergemeinde.

Weiterführender Link: Martell beim Tirol Atlas

© Universität Innsbruck | Impressum | Aktualisiert am: 22.12.2008

Einzelhäuser

Darunter versteht man über das Gemeindegebiet verstreute Häuser, die so weit auseinander liegen, dass sie nicht einmal als Weiler gelten können.  Astat 2006c

Wohngebäude

Unter Wohngebäude versteht man ein Gebäude oder einen Teil davon, das ausschließlich oder vorwiegend zu Wohnzwecken dient.  Astat 2004b

Ankünfte

Darunter versteht man die Zahl der Gäste, die in einem Beherbergungsbetrieb Unterkunft finden.  Astat 2007b

Erwerbstätige

Personen mit 15 oder mehr Jahren aus der Wohnbevölkerung, welche selbstständig oder in einem Dienstverhältnis einer Tätigkeit nach gehen, durch die sie einen Ertrag oder eine Vergütung erhalten. Als erwerbstätig gelten auch jene, die ohne einen geregelten Arbeitsvertrag mit einem Familienmitglied mitarbeiten, welches eine selbstständige Tätigkeit ausübt (mithelfendes Familienmitglied).  Astat 2006b

Landwirtschaftliche Nutzfläche

Sie ist eine Teilmenge der landwirtschaftlichen Gesamtfläche und besteht aus der Gesamtheit der Äcker, Hausgärten, landwirtschaftlichen Gehölzekulturen, Dauerwiesen und Edelkastanienhainen.  Astat 2002

Übernachtungen

Die Übernachtungen geben die Nächte an, die von den Gästen in Beherbergungsbetrieben verbracht worden sind.  Astat 2007b