Geographie Innsbruck / ProjekteUniversität Innsbruck

Projekt Kulturlandschaftswandel in Südtirol - Siedlungskartierung

Inhaltsverzeichnis

1   Ziel

Erfassung und Darstellung der Siedlungsveränderung -dynamik in den letzten 50 Jahren in den zehn Untersuchungsgemeinden Ahrntal, Brixen, Kaltern a.d.W., Mals, Martell, Naturns, Ritten, Schenna, St. Ulrich und Toblach.

2   Methode

Kartierung der Siedlungsausdehnung zu drei Zeitschnitten - 1954, 1985 und 2006. Daraus konnte die Siedlungsdynamik für die zwei Zeitperioden 1954-1985 bzw. 1985-2006 abgeleitet werden. Zur Verdeutlichung der Ergebnisse wurden graphische Darstellungen in Form von Karten, Diagrammen sowie Tabellen angefertigt.

3   Aufbereitung der Ausgangsdaten

Hinweis

Sämtliche der unten angeführten Geodaten wurden dem Projekt-Team vom Amt für Überörtliche Raumplanung der Provinz Bozen-Südtirol zur Verfügung gestellt.

Rasterbearbeitungen wurden mit dem Open-Source Programm Grass berwerkstelligt, Digitalisierarbeiten mit der proprietären Software ArcGis.

3.1   Luftbilder 2006

Die Luftbilder 2006 wurden dem Projekt-Team bereits als ortho- und georeferenzierte Bilder in einer Auflösung von 50 cm auf DVD ausgeliefert. Eine Aufbereitung der Daten war also nicht mehr notwendig.

3.2   Orthofotos 1982-1985

Die Luftbildserie 1982-1985 liegt als orthoreferenzierte Fotoabzüge im Maßstab 1:10000 vor. Nach dem Scannen bei einer Auflösung von 400dpi wurden sie mithilfe von jeweils 4 Stützpunkten (aus der Orthofotoserie 2006) georeferenziert und auf eine Zellgröße von 1 Meter gebracht. Mit Ausnahme der Gemeinden Kaltern a.d.W., Naturns, Ritten und Mals liegt der Aufnahmezeitpunkt der Luftbilder im Jahr 1985.

3.3   Orthofotos 1954-1956

Der weitaus schwierigste Teil der Grunddatenaufbereitung lag in der Orthoreferenzierung der Luftbilder aus dem Jahre 1954-56. Als Ausgangsmaterial dienten Fotoabzüge in der Größe von 50cmx50cm. Aufgrund der Lagerung von knapp fünf Jahrzehnten, befinden sich die Luftbilder in keinem optimalen Zustand mehr. Die Wellungen der Fotoblätter beeinträchtigten das Ergebnis des Scannvorganges erheblich, sodass im digitalen Bild Verzerrungen möglich waren. Mithilfe eines Geländemodelles (Auflösung 2,5 m) und dem Orthofoto 2006 konnten dennoch Ortho- und Georeferenzierungen vorgenommenn werden. Die hierbei entstandenen Abweichungen (RMS) lagen zwischen 5 und 20 Meter.

4   Festlegung des Siedlungsbereiches

Es wurde chronologisch rückwarts digitalisiert. Nach der Kartierung der Siedlungsstandes 2006 wurden die Siedlungsgrenzen entsprechend der Ausdehungen der früheren Zeitpunkte rückverlegt.

Folgende Flächen wurden kartiert

images/cs_p3_21028_2006.jpg

Abbildung 1: Siedlungskartierung Toblach

(rot=1954, orange=1985, weiss=2006)

Nicht kartiert wurden

Die obige Definition entspricht weitestgehend jener der Realnutzungskartierung [astat02] durch das Land Südtirol. Daher konnte diese als zusätzliche Kartiergrundlage herangezogen werden.

5   Probleme beim Abgrenzen des Siedlungbereiches

Aufgrund der unten angeführten Schwierigkeiten während des Digitalisiervorganges sind die Ergebnisdarstellungen kein absolutes Maß für die Veränderungen. Vielmehr sollen sie den Trend in der jeweiligen Entwicklungsperiode widerspiegeln.

[astat02]Bordscheck, B. and Castlunger, L. (2004). Dauersiedlungsgebiet in Südtirol 2002. Autonome Provinz Bozen–Südtirol, Landesamt für Statistik – ASTAT, Bozen.