Geographie Innsbruck / ProjekteUniversität Innsbruck

ALS X
Combination and Evaluation of Airborne Laser Scanning Data
and TerraSAR-X Data for Glacier and Snow Monitoring

Das Untersuchungsgebiet

Hintereisferner, Tirol

Blick auf Hintereisferner (Quelle: Michael Franke)

Blick auf Hintereisferner

Der Hintereisferner liegt nahe des Alpenhauptkamms im Rofental oberhalb von Vent, in einem Seitental des Ötztals. Das Akkumulationsgebiet dieses Talgletschers wird im Nordwesten durch die 3.738 m hohen Weißkugel, im Südosten durch Teufelsegg
(3226 m), Innere Quellspitze (3514 m) und Im Hinteren Eis (3270 m) begrenzt. Die langgestreckte Zunge folgt dem Verlauf des Trogtals nach Nordosten.
Noch kurz vor der Jahrhundertwende war der von Westen einmündende Langtaufererjochferner mit dem Hintereisferner verbunden. Der im nördlichen Untersuchungsgebiet befindliche Kesselwandferner war noch in den 1920er Jahren mit dem Hintereisferner verbunden.
Hillshade: Hintereisferner, Langtaufererjochferner und Kesselwandferner am 18.09.2002

Hillshade from Laserscan: Hintereisferner, Langtaufererjochferner und Kesselwandferner am 18.09.2002
(low resolution)

Am Hintereisferner wird seit 1932 kontinuierlich die Fliessgeschwindigkeit gemessen, seit 1952 auch die Massenbilanz. Am benachbarten Kesselwandferner werden vom Institut für Meteorologie und Geophysik in Wien seit 1965 Massenbilanz, Fliessgeschwindigkeiten sowie Änderungen der Oberflächenhöhe und Zungenlänge gemessen und analysiert.
Darüber hinaus steht neben einer Reihe photogrammetrischer Aufnahmen ein umfangreicher Datensatz zur Verfügung, mit welchen die Volumensänderungen am Hintereisferner seit 1894 rekonstruiert werden konnte.
Intensitätsraster:Ausschnitt vom 12.08.2003

Intensitätsraster: Ausschnitt vom Hintereisferner am 12.08.2003 (low resolution)

Seit 2003 befinden sich zwei Klimastationen auf der Gletscheroberfläche des Hintereisferners. Von 2001 bis 2008 wurden insgesamt 12 flugzeuggestützte Laserscanaufnahmen (ALS) durchgeführt. Diese decken das gesamte Gebiet des Hintereisferners sowie des Langtauferjochferners und des Kesselwandferners ab. In dem ALS-X-Projekt fanden bis zum jetzigen Zeitpunkt drei weitere Flüge statt. Aufgrund dieser umfangreichen Datengrundlage eignet sich das Gebiet besonders gut um die Anwendbarkeit der Laserscanning-Technologie für multitemporale glaziologische und glazialmorphologische Fragestellungen zu untersuchen.