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Abstract
Stötter, J. and Wastl, M. (1999). Landschafts- und Klimageschichte Nordislands im Postglazial. Geographischer Jahresbericht aus Österreich, 56, 49-68.

Der Zeitraum seit dem Beginn instrumenteller meteorologischer Messungen in Island Mitte des 19. Jahrhunderts zeigt klimatische Extreme, die dem holozänen Pessimum bzw. Optimum entsprechen oder zumindest nahekommen. Der Höhepunkt des Little Ice Age im 19. Jahrhundert repräsentiert ein thermisches Minimum, während die 1930er Jahre annähernd das Temperaturniveau der optimalen thermischen Bedingungen erreichen, die sich aufgrund der heutigen Befunde für das Holozän rekonstruieren lassen. Die Kalibrierung der Meereis - Klima - Gletscher - Beziehung in Nordisland seit Mitte des 19. Jahrhunderts ermöglicht die quantitative Rekonstruktion von Klimaparametern für frühere Abschnitte des Holozäns.
Radiometrisch und tephrochronologisch datierte Gletscherhochstände markieren klimatische Pessima seit dem Ende des Präboreals, die vergleichbar mit den kältesten Abschnitten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren. Eine Reihe dieser Gletscherhochstandphasen lassen sich mit Depressionen der oberen Verbreitungsgrenze von Baum- und Strauchbirken in Nordisland parallelisieren. Gegenüber den wärmsten Abschnitten des Holozäns ergibt sich ein Schwankungsbereich der Temperatur von ca. 3 K, der mit einer Verdoppelung des Niederschlags zwischen den thermischen Minima und Maxima einherging.
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