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Konsequenzen der Counterurbanisierung im kalifornischen Hochgebirge

Zusammenfassung Projekt-Zwischenbericht

Während der Bundesstaat Kalifornien seit den 1990er-Jahren erstmals einen negativen Binnenwanderungssaldo verzeichnet, ist die Sierra Nevada weiterhin ein Zuwanderungsgebiet geblieben. Durch diese Zuwanderung reicht die äußere suburbane Zone des Großraums Sacramento bereits in die Foothills hinauf. Markante Einwohnergewinne sind aber auch in gewissen von den Ballungsräumen weit entfernten, oft abgelegenen Hochgebirgsteilen feststellbar ("Counterurbanisierung").

Vorliegende Studie, die erste Ergebnisse eines FWF Projekts präsentiert, setzt sich mit dem Siedlungswachstum im Hochgebirge auseinander, das in den Arbeiten über demographische Dekonzentrationserscheinungen bislang kaum beachtet worden ist. Anhand mehrerer Datenerhebungstechniken wird versucht, der Frage nach der horizontalen und vertikalen Dimension der Counterurbanisierung nachzugehen und ihre sozioökonomischen Auswirkungen aufzuzeigen.

Zweifellos schwächt sich auch im Hochgebirge die Zuwanderung ab, dennoch wird das ohnehin knappe bebaubare Privatland immer mehr eingeengt. Der Siedlungsausbau in die Höhe schreitet stetig voran und liegt in der Lake Tahoe-Region knapp unter 2.400 m und hat in Mammoth Lakes sogar schon die 2.600 m-Höhenlinie überschritten. Nach wie vor ist der Tourismus die Triebfeder der Counterurbanisierung im Hochgebirge. Einerseits hatten die (späteren) Zuwanderer aus den kalifornischen Ballungsräumen die hohe Lebensqualität in der High Sierra erst durch Urlaube bzw. Ausflugsfahrten kennen und schätzen gelernt, andererseits schafft er - direkt oder indirekt - zahlreiche Arbeitsplätze. Bei den Newcomers, also den Zuwanderern, die seit den 1990er-Jahren in das Gebirge kamen, handelt es sich um einen einkommensstarken, gut ausgebildeten, "weißen" und keinesfalls überalterten Personenkreis, der aufgrund der großen Nachfrage allerdings wesentlich dazu beigetragen hat, dass die Immobilienpreise im Gebirge übermäßig angestiegen sind. Neben raumplanerischen und ökologischen Problemfeldern, die mit Siedlungserweiterungen im Hochgebirge grundsätzlich einhergehen, beinhaltet diese Preiserhöhung ein gewisses Konfliktpotential zwischen der "Local Population" und den "Newcomers".

Abschließend werden Raumplanungsdefizite im kalifornischen Hochgebirge diskutiert und die Frage aufgeworfen, ob jene Planungsstrategien, die in den Ostalpen gegen Zersiedlungserscheinungen entwickelt wurden, auch in der High Sierra sinnvoll angewendet werden können.

 

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