Städtische Armut in eThekwini Municipality (Durban)

Die politische Liberalisierung in Südafrika zu Beginn der 1990er Jahre und der Sieg des ANC bei den Wahlen im Jahr 1994 leiteten einen politischen, ökonomischen, sozialen und räumlichen Transformationsprozess ein. Dieser dauert bis heute an und zielt darauf ab, die Strukturen des Apartheidsystems, einer zentralen Ursache von Armut und Ungleichheit, rückzubauen und dessen Politik der Ungleichheit umzukehren. Südafrika verfügt über keine nationale Armutsdefinition im statistischen Sinne und die Entwicklung sowie Messung von Armut wird heftig diskutiert. Zudem sind keine verlässlichen und regelmäßig abfolgenden Daten aus offizieller Quelle vorhanden. Einigkeit herrscht darüber, dass einerseits zwar die Zahl der Menschen in Armutslagen im Verlauf des Transformationsprozesses nicht angestiegen ist, andererseits aber auch darüber, dass die vorherrschende Ungleichheit nach wie vor eine zentrale Herauforderung für die soziale Entwicklung des Landes darstellt (PARNELL, 2005).

Obgleich ein Upper-Middle-Income Land, ist Südafrika durch ein hohes Maß an Ungleichheit gekennzeichnet. Die Mehrheit der Haushalte befindet sich in Armutslagen und/oder erhöhter Verwundbarkeit, 34,1% der Bevölkerung leben mit weniger als zwei US-Dollar pro Tag (UNDP 2007, MAY 2000). Südafrika ist weltweit das Land mit der höchsten Anzahl an HIV Infektionen, die nationale HIV Prevalenzrate liegt bei 18,8% (UNAIDS 2007).

eThekwini ist mit seinen 3,1 Millionen EinwohnerInnen die zweitgrößte städtische Agglomeration nach Johannesburg und weist einen hohen Grad an sozialer Fragmentierung auf (MARX & CHARLTON 2003). Dies äußert sich in einem Anteil von 40 % der von der Stadtverwaltung als arm klassifizierten Haushalte an der Gesamtzahl der Haushalte, wobei die im statistischen Sinne als "Africans" bezeichnete Bevölkerungsgruppe überproportional betroffen ist (ETHEKWINI MUNICIPALITY 2006). Vormals bekannt als Durban Metropolitan Area (DMA) wurde im Jahr 2000 eine Erweiterung des administrativen Stadtgebietes von Durban durchgeführt. Das Stadtgebiet wurde dadurch um 931 km² oder 68 % vergrößert. Umbenannt in eThekwini Muncipality erfolgte diese Veränderung mit Blick auf funktionelle Interdependenzen sowie unter Einsicht der Notwendigkeit einer Umverteilung von Ressourcen zwischen einem verhältnismäßig reichen Zentrum und einer wesentlich schlechter ausgestatteten Peripherie.

 

Dissertationsvorhaben:

Lebensgestaltungen im suburbanen Maputo im Einfluss gesellschaftlicher Deutungen
(MMag. Matthias Forcher-Mayr)

 

Teilstudie:

Armutsreduzierung und Stadtentwicklung in eThekwini Municipality/Südafrika - Im Spannungsfeld zwischen Anspruch und Wirklichkeit
(Dipl.-Geogr. Anke Werner)

Stichworte: Programme und Projekte zur Armutsreduzierung, Städtische Strategien und Leitbilder (Integrated Development Plan, Long Term Development Framework), der Einfluss von Stadtentwicklung und -politik auf die Armutsreduzierung, Treibende Kräfte der Stadtentwicklung

 

Diplomarbeiten:

„Street Youth" in Durban: Lebensgestaltung von Jugendlichen in innerstädtischen Räumen
(Michael Schernthaner)

Genderaspekte von Arbeitsmigration in Südafrika
(Kristina Erhard)

 

Projektpartner in Durban:

School of Development Studies (SODS)
Howard College Campus
University of KwaZulu-Natal, Durban

Projektaktivitäten in Durban:

Erster Aufenthalt in Durban (April 2007)
Erste Erhebungsphase (Juli - November 2008)
Zweite Erhebungsphase (Juni - September 2008)

Workshop in Durban (16. Juli 2008)
(Präsentation und Protokoll)


Bilder aus der Feldforschung

 

Bilder Workshop




 

Urban Poverty in Southern Africa (UPISA) (pdf 49 kB) deutsch english portugiesisch

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