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Land-Stadt-Migration: Einbahnstraße? Lebensperspektiven von Jugendlichen an der ländlichen Peripherie Argentiniens



Projektleitung:           Dr. Fernando Ruiz Peyré


Kurzbeschreibung:

Mge_Jugendliche01Die Landflucht, vor allem von jungen Menschen, ist ein weltweites Phänomen und betrifft auch die meisten Länder Lateinamerikas. Aufgrund dieser Abwanderung geht dem ländlichen Raum ein wichtiges soziales Kapital verloren. Vor allem jüngere Menschen finden oftmals keine Perspektiven mehr in ihren ländlichen Heimatregionen. Aus diesem Grund bleiben die ländlichen Räume unterbevölkert, mit einer alternden Bevölkerung und mit geringeren Chancen zur Nutzung ihrer Potentiale. Es lässt sich die paradoxe Situation feststellen, dass Jugendliche angesichts ihres höheren Bildungsniveaus und ihrer angeblich besseren Anpassungsfähigkeit an die „Moderne“ einerseits als Hoffnungsträger für den ländlichen Raum angesehen werden, gleichzeitig aber eine „Problemgruppe“ darstellen, die oftmals von sozialen Programmen und dem formellen Arbeitsmarkt ausgeschlossen bleiben (vgl. Rodríguez Vignoli 2001).

Die Problematik der Landflucht ist in Malargüe, eine Gemeinde in Westargentinien, längst bekannt. Während etwa 80 % der Gemeindebevölkerung in der Gemeinde-Hauptstadt konzentriert ist, bleiben die ca. 5.000 restlichen Einwohner auf einer Fläche ähnlich wie die der Schweiz1 verteilt. Durch die besonderen Einkünfte aus der Ölförderung ist derzeit Malargüe die Gemeinde mit den höchsten Pro-Kopf-Einnahmen der Provinz Mendoza. Aber: erreichen die Vorteile dieser positiven Phase auch die ländliche Bevölkerung? Wie kann diese günstige Situation für eine langfristige Verbesserung auch in den peripheren ländlichen Regionen genutzt werden? Kann dadurch den Jugendlichen von heute eine bessere Zukunft gesichert werden?
Vorliegendes Projekt baut auf der im Jahr 2013 abgeschlossenen Dissertation „Me quedo o me voy?“ Lebensperspektiven von Jugendlichen an der ländlichen Peripherie Argentiniens auf. Somit wird der punktuellen Feldforschung aus dem Jahr 2008 Kontinuität im Sinne einer Langzeitstudie gegeben. Die gleichen Haushalte und Jugendliche werden im Jahr 2016 erneut besucht und interviewt. Hauptziel dieses Projekts ist es, die Ergebnisse der Dissertation zu prüfen und die Entwicklungen der letzten acht Jahre zu untersuchen und zu evaluieren. Vor dem oben dargelegten Hintergrund soll sich dieses Projekt den folgenden Leitfragen widmen:

  • Aus welchen Gründen und unter welchen Bedingungen haben Jugendliche den ländlichen Raum verlassen? Wie viele von ihnen sind zurückgekehrt und warum? Wie sehen die Lebensbiographien der Jugendlichen aus?
  • Wie haben die verbleibenden Jugendlichen ihre Lebenshaltungssysteme (livelihoods) aufgebaut und welche (neuen) Perspektiven haben sich in den letzten acht Jahren für sie ergeben?
  • Welche Maßnahmen wurden von der lokalen Regierung in den letzten Jahren umgesetzt und wie haben sich diese auf die lokale junge Bevölkerung ausgewirkt?

Projektzeitraum: bis Ende 2017

Fördergeber: Aktion D. Swarovski KG


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