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Amazonien: Brennpunkt nachhaltiger Regionalentwicklung

Projektleitung  Michael KlinglerProf. Dr. Martin Coy

Kurzbeschreibung


Amazonien steht heute im Brennpunkt der internationalen Diskussion um Degradierung und Verknappung natürlicher Ressourcen einerseits und um den gleichzeitigen Bedeutungsgewinn im internationalen Agrobusiness andererseits. Die voranschreitenden Entwaldungsprozesse, die vor allem auf die Ausweitung der modernisierten Sojaproduktion, der großbetrieblichen Rinderweidewirtschaft, der Extraktion mineralischer Rohstoffe sowie des kommerziellen Holzeinschlags und der Brandrodung zurück zu führen sind, dezimierten die ursprüngliche Fläche des größten zusammenhängenden Regenwaldes der Erde um 17 %. In jüngster Zeit konzentrieren sich nationale und internationale Aufmerksamkeit bezüglich der Entwicklungen in Amazonien auf das Einflussgebiet der 1.780 km langen Bundesstraße BR-163 Cuiabá – Santarém in den Bundesstaaten Mato Grosso und Pará, eine Region im Übergang zwischen Savanne und Regenwald, zwischen Weltmarkt und Subsistenz, in der Gegensätze zwischen Modernisierungs- und Globalisierungstendenzen (Bildung eines Exportkorridors für die weltmarktorientierte Sojaproduktion), lokal/regionalen Interessen (Pionierfrontexpansion) und staatlichen (bzw. zivilgesellschaftlichen) Regulierungsbemühungen wie unter dem Brennglas kulminieren. Diese Region steht im Fokus des vorliegenden Forschungsvorhabens, das der Grundfrage nach den Antriebskräften, den Potenzialen und den Blockaden nachhaltiger Regionalentwicklung gewidmet ist.
Das Forschungsvorhaben soll einen innovativen Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion in den Bereichen der geographischen Entwicklungsforschung, der Mensch-Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung, zum Ansatz der Politischen Ökologie und zum Themenfeld der Umwelt-Governance leisten. Das Fallbeispiel Amazonien eignet sich hervorragend, um Konflikte und Aushandlungsprozesse um die Aneignung von Natur sowohl innerhalb der brasilianischen Gesellschaft als auch auf globaler Ebene zu analysieren.


Tiroler Wissenschaftsfonds (TWF), Nachwuchsförderung
01.12.2011 - 30.11.2013


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