Projekte

Fachbereich Klinische Psychologie I

- Entwicklung und Evaluation eines webbasierten Stressmanagement-Selbsthilfetrainings für Beschäftigte im Gesundheitswesen

Arbeitsbedingter Stress bei Beschäftigten im Gesundheitswesen ist seit vielen Jahren beschrieben worden und diese Berufsgruppe ist derzeit durch die COVID-19-Krise zusätzlichem Stress ausgesetzt und stellt somit eine Risikogruppe für langfristige psychische Gesundheitsprobleme dar. Ein neuer, kostengünstiger, großflächig verfügbarer Ansatz zur Reduktion des Stresslevels bei Beschäftigten im Gesundheitswesen (Pflegekräfte, Krankenhauspersonal etc.) sind internetgestützte Stress-Management-Trainings (iSMT), die auf bewährte Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie zurückgreifen. Gegenwärtig steckt die Forschung zur Wirksamkeit dieser Trainings in Österreich noch in den Kinderschuhen. Das in diesem Projekt entwickelte iSMT soll in einer Akzeptanz- und Usability-Studie vorerst anhand einer Pilotstudie an Studierenden und anschliessend an Beschäftigten im Gesundheitssektor evaluiert werden.

- Stresssymptomatik bei Studierenden im zeitlichen Verlauf

Bisherige Studien zeigen auf, dass akademischer Stress durch den steigenden Leistungs.- und Konkurrenzdruck sowie die Angst über die Arbeitsplatzunsicherheit ein signifikantes Problem für viele Studierende darstellt. Der Ausbruch der neuartigen Coronavirus-Krankheit (COVID-19) hat auch deutliche Auswirkungen auf den Universitätsalltag gezeigt, da Lehr- / Lernaktivitäten durch Online- und Fernunterricht ersetzt wurden und damit die Stress-belastung der Studierenden sich zusätzlich erhöht hat. Aktuelle Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Unsicherheit, Intensivierung des Informationsflusses durch Online/Fernlehre, sowie Einsamkeit während der landesweiten Schließung der Universitäten zugenommen haben und zu einem hohen Maß an Stress, Angst und Depression bei StudentInnen führen werden.

Fachbereich Klinische Psychologie II

- Bindung und Resilienz bei Studierenden während der COVID 19 Krise

Das Herkunftsland bzw. Erasmus-Aufenthalte können eine Belastung, durch zum Beispiel Unsicherheit bei Ein- und Ausreiseregelungen oder der Verfügbarkeit von sozialen Netzwerken, darstellen. Um verschiedene Aspekte mitzuerfassen, die zusätzliche Belastungen und Resilienz mitbeeinflussen können, werden soziale Charakteristika, wie Geschlecht und Alter einbezogen. Ein weiterer zentraler Faktor in diesem Zusammenhang ist die Erhebung von Bindungsmustern der Studierenden. Die Bindungs- und Resilienzforschung belegt, dass eine sichere Bindung einen wesentlichen Schutzfaktor bei stressreichen belastenden Ereignissen darstellt, während unsichere Bindungsmuster mit einer erhöhten Stress-Belastung auch bezüglich des Umgangs mit Ängsten einhergehen. Die Umfrage an den verschiedenen Ausbildungseinrichtungen (z.B. LFU, MUI) bietet zudem die Möglichkeit, die Erfahrungen der LFU Studierenden in den Kontext von Auszubildenden in Tirol zu setzen und Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede in den Studierendengruppen hinsichtlich der Interventionen zu berücksichtigen.

Fachbereich Notfallpsychologie

- Belastungen und Resilienz bei Gesundheitspersonal sowie der Bevölkerung im Verlauf der COVID 19 Krise

Im Rahmen des EU Projekts NO-FEAR sollen Daten zur Befindlichkeit unterschiedlicher Personengruppen in der gegenwärtigen Corona Krise erhoben werden. Das Projekt NO-FEAR (Network of practitioners for emergency medical systems and critical care) ist eine 5-jährige Kooperation aus Universitäten, Einsatzorganisationen, privater Forschungseinrichtungen, Produktentwicklern und anderen Institutionen mit dem Ziel die Fragmentierung in den medizinischen Notfallstrukturen zu überwinden und zu einer Verbesserung der Maßnahmen in sicherheitsrelevanten Ereignissen beizutragen. Mit dem Ausbruch der COVID-19 Pandemie kommt das Projekt der großen Nachfrage nach neuen Erkenntnissen und Austausch zur gegenwärtigen Lage nach. Das Projekt wird aus dem Horizon 2020 research and innovation programme finanziert und trägt die Kennzahl 786670. Die Daten werden im Rahmen einer Masterarbeit, sowie dreier Phd Arbeiten erhoben. 

 

Kooperationsprojekte

- Auswirkungen der Covid-19 Krise auf junge Menschen in Tirol

Vorarbeit: Im Rahmen einer Masterarbeit wurde die Befindlichkeit der Studierenden der Universität Innsbruck im Rahmen der Corona Krise erfasst (L. Emanuel Fischer, April 2020). Hintergrund war die Forschungslage, die zeigte, dass die derzeitige Situation für Personen mit Studierendenstatus belastend ist. Sie zeigen höhere Werte bei Stress, Angst und Depression (Wang et al., 2020). Mittels online Fragebogen wurde während des Lockdown Befindlichkeit, Wohlbefinden, Quality of Life und Stresssymptomatik untersucht. Im Rahmen einer PHD Arbeit (Norbert File, April 2020) wurden Befindlichkeit und Resilienz von Personen, aus besonders von Covid-19 betroffenen Gebieten in Tirol erfasst.

Die Ergebnisse zeigen: Jüngere Personen (16 -30) haben signifikant höhere Stresswerte als andere Altersgruppen. Zudem haben sie niedrige Resilienzwerte. Bestätigt werden unsere Ergebnisse von Niederkrotenthaler (2020). Am Institut für Psychologie läuft zeitgleich eine Studie, in der die Wirksamkeit eines Stressmanagementtrainings per Handy App analysiert wird (Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Weiss). Geplantes Projekt: auf dieser Basis aufbauend soll Folgendes realisiert werden:

(1)     Online Befragung der Auszubildenden in Tirol (Studierende der Universität Innsbruck [LFU], Medizinische Universität Innsbruck [MUI], UMIT, Pädagogischen Hochschule Tirol, Fachhochschulen sowie Lehrlingen) zu Stress und Resilienz: wo liegen Belastungs- und Resilienzfaktoren bei jungen Menschen in Tirol?

(2)     Interviews zu Stress, Zukunftsängsten, Bindung (Univ.-Prof. Dr. Anna Buchheim)

(3)     Entwicklung eines Interventionsplans zur Resilienzförderung (Stressmanagement, Peer to Peer Support, Fokusgruppen)

 

 

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