Im Gespräch mit ...

Wissenschaft lebt von Dialog und Diskurs. Deshalb lädt der Forschungsschwerpunkt zweimal im Jahr externe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Publizistinnen und Publizisten nach Innsbruck ein, um mit ihnen in einen intensiven Austausch zu treten. Das Veranstaltungsformat verschränkt einen ‚klassischen‘ Abendvortrag mit einer Gesprächsrunde in einem Innsbrucker Kaffeehaus. In diesem Ambiente diskutieren – vorbereitet über Lektüren – Forschende, der akademische Nachwuchs und eine interessierte Öffentlichkeit mit prominenten Gästen darüber, wie Probleme der ‚multiplen Modernen‘ in der Forschung reflektiert und in Medien und Populärkultur vermittelt werden.

2019 | Till Dembeck

foto-dembeck23. Mai 2019 | Einladung

Gesprächsrunde „Alltägliche Mehrsprachigkeit?“
Abendvortrag „Die Sprachen der Romantik und das Europa von heute“

„Alltägliche Mehrsprachigkeit?“ lädt zu einem Gespräch mit Till Dembeck darüber ein, wie alltäglich das Konzept Mehrsprachigkeit in den Literatur- und Sprachwissenschaften, der Geschichtswissenschaft, der Ethnologie und der Fachdidaktik scheint, und ob in den jeweiligen Forschungsgegenständen Mehrsprachigkeit als alltäglich in den Blick kommt. Der Abendvortrag „Die Sprachen der Romantik und das Europa von heute“ verspricht in einer Auseinandersetzung mit der Auffassung der Romantiker, dass jede Sprache und damit jede Kultur mit anderen Sprachen im Kontakt stehen und aus ihnen Anleihen machen muss, wenn sie mit der Dynamik der modernen Gesellschaft Schritt halten will, zu einer Neubeschreibung europäischer Identitätspolitiken jenseits der dichotomischen Unterscheidung von Ein- und Mehrsprachigkeit beizutragen.

2018 | Till van Rahden

bild-van-rahden14. Juni 2018 | Einladung

Gesprächsrunde „Demokratie als Lebensform“
Abendvortrag „Demokratie erfahren: Zur Ästhetik einer gefährdeten Lebensform“

Wir alle sind jetzt Demokraten. Und doch mehren sich die Zweifel an der Idee der Demokratie. In der gegenwärtigen Debatte über die Krise unserer politischen Ordnung gerät oft aus dem Blick, dass die Demokratie als Herrschaftsform eine spezifische Lebensform voraussetzt. Was können die Geistes- und Kulturwissenschaften für unser Verständnis der Demokratie als einer unwahrscheinlichen wie fragilen Lebensform beitragen? Wenn eine spezifische Kultur eine wesentliche, obgleich schwer fassbare Grundlage für demokratische Ordnungen bildet, ist es möglich zu bestimmen, welche Formen und Stile die Demokratie als Lebensform fördern, erhalten und beleben?

2018 | Andreas Eckert

bild-eckert22. März 2018 [verschoben] | Einladung

Gesprächsrunde „Wozu eine Globalgeschichte der Arbeit?“
Abendvortrag „Sklavenarbeit, Lohnarbeit, prekäre Arbeit: Globale Perspektiven auf die Geschichte der Arbeit“

Andreas Eckert ist Professor für die Geschichte Afrikas (HU Berlin) und gilt als einer der profundesten Kenner der Geschichte des Kolonialismus in Afrika. In seiner Dissertation zeichnete er das Verhältnis von Grundbesitz, Urbanisierung und Kolonialherrschaft am Beispiel der Küstenmetropole Douala in Kamerun nach. Seine Habilitationsschrift nahm afrikanische Akteure in der Verwaltung Tanzanias in den Blick, um Kontinuitäten und Diskontinuitäten von kolonialen Verwaltungs- und Herrschaftspraktiken in der Frühphase des postkolonialen Staates zu verfolgen. In jüngerer Zeit forscht Eckert zu einer vergleichend und globalhistorisch anlegten Geschichte der Arbeit, der auch die Innsbrucker Veranstaltung gilt.

2017 | Jürgen Mittelstraß

foto-mittelstrass11. Mai 2017 | Einladung

Gesprächsrunde „Wissenschaft und Welt“
Abendvortrag „Fröhliche Wissenschaft? Wissenschaft und Universität zwischen Erkenntnis- und Verwertungsidealen“

Jürgen Mittelstraß war Ordinarius für Philosophie und Wissenschaftstheorie in Konstanz und forscht insbesondere zu Wissenschaftstheorie, Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte, Erkenntnistheorie und Kulturtheorie. In seiner wissenschaftstheoretischen Arbeit geht Mittelstraß von der Beobachtung aus, dass Naturwissenschaft und Technologie in einem rasanten Modernisierungsprozess alle Bereiche menschlichen Lebens erfasst haben und ein zunehmend komplexes ‚Verfügungswissen‘ generieren. In dieser ‚Leonardo-Welt‘ mangele es jedoch an ‚Orientierungswissen‘ in Form von Argumenten, Entwürfen und Maximen, zu welchem wiederum die Geisteswissenschaften einen Beitrag zu leisten vermögen.

2017 | Stefan Hirschauer

bild-hirschauer06. April 2017 | Einladung

Gesprächsrunde „Un/doing Differences. Die Kontingenz sozialer Zugehörigkeiten“
Abendvortrag „Mitglieder, Exemplare, Anhänger, Hybride. Modi sozialer Zugehörigkeit“

Stefan Hirschauer ist Professor für Soziologische Theorie und Gender Studies an der Universität Mainz, an der er die DFG-Forschergruppe „Un/doing Differences. Praktiken der Humandifferenzierung“ leitet. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Praxistheorien, der qualitativen Methoden sowie der Soziologie des Wissens, des Körpers und der Geschlechterdifferenzen, deren Reproduktion, Verfestigung oder Aufhebung er etwa bei geschlechts(un)gleichen Paaren sowie werdenden Eltern untersucht. Zudem arbeitet Hirschauer zur Kontingenz sozialer Zugehörigkeiten und zu Konzepten der Intersituativität sowie zur Praxis der Feldforschung und der Ethnographie.

2016 | Paul Michael Lützeler

foto-luetzeler14. Juni 2016 | Einladung

Gesprächsrunde „Das Europa der Schriftsteller“
Abendvortrag „Vom Wiener Kongress zum Vertrag von Lissabon: Schriftsteller zur europäischen Verfassung“

Der Germanist und Vergleichende Literaturwissenschaftler Paul Michael Lützeler lehrt an der Washington University in St. Louis. In einer Reihe von Monographien beleuchtet er in einem von der Romantik bis in die Gegenwart gespannten Bogen die inhärent politische Dimension literarischer Texte für die diskursive Ausbildung einer europäischen Identität. Neben dem literarischen Europa-Diskurs arbeitet Paul Michael Lützeler zur deutschsprachigen Exilliteratur und gilt als einer der besten Kenner Hermann Brochs, dessen Gesamtwerk er herausgab und dessen Biographie er verfasste.


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