FSP-Tage

FSP-Tage bieten uns die Möglichkeit, innerhalb des Forschungsschwerpunkts breiter angelegte Themen aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven zu beleuchten. Forschende aus dem Fächerspektrum unseres Verbundes sind eingeladen, ihre Herangehensweise an das jeweilige Thema darzulegen und aktuelle Forschungsarbeiten in Form von Kurzbeiträgen, Diskussionsrunden oder Panels vorzustellen. Anhand solcher Schlaglichter versuchen wir miteinander darüber in ein Gespräch zu kommen, wie die einzelnen Fächer den (scheinbar) gleichen Gegenstand begreifen, methodisch fassen und untersuchen, um so auszuloten, wo sich Möglichkeiten einer interdisziplinären Beschäftigung mit dem Thema eröffnen.

2019 | Fest

03. Oktober 2019 | Programm | im Kontext 350 Jahre Universität Innsbruck

Was ist ein Fest? Nicht nur ‚wann‘, sondern auch ‚warum‘ wird es gefeiert? Wozu dient es, welches Ziel hat es: der Strukturierung der Vergangenheit und Orientierung in der Gegenwart; dem Bedürfnis nach Distanzierung zum Alltag durch das Konstrukt einer Ausnahmesituation; der Einpassung in eine Erinnerungskultur, die zur Instrumentalisierung der Vergangenheit wird? Der Selbstdarstellung und Selbstvergewisserung der Institution? Wie feiert man ein Fest? Mit welchen Sprachen, Riten und weiträumigen Inszenierungen werden Partys, Feierlichkeiten zu Festen? Wie wird ein Jubiläum, das nicht Teil eines der das Menschenleben oder den Jahresverlauf gliedernden Ereignisse ist, zum Fest? Die Feiern von Menschen sind uns geläufig, wir feiern einen anderen in der Gemeinschaft und freuen uns dabei. Was feiern wir aber, wenn eine Institution, ‚unsere‘ Institution ein Fest begeht?

2018 | Wissenschaft und Wahrheitssuche

28. Mai 2018 | Programm

Das Streben nach Erkenntnis(en) ist das zentrale Anliegen aller Wissenschaften. Gleichwohl unterscheiden sich verschiedene Disziplinen und Forschungspersönlichkeiten nicht nur in der Wahl ihrer Gegenstände und Methoden, sondern auch in den Formen und Wegen, wie auf Fragen Antworten gefunden und aus Befunden Erkenntnisse gewonnen werden. Wie wird in den jeweiligen Fächern Erkenntnis gewonnen und Plausibilität hergestellt? Auf welche Weise gelangen die Fächer zu Ergebnissen, wann und warum werden diese als valide anerkannt? Welchen epistemologischen Rang haben diese Ergebnisse dann: Wahrheit, Befund, Meinung, Perspektive, Behauptung? Welche Rolle spielt dabei die Person der Forscher/in? Welche Rolle spielt im Erkenntnisprozess die Kategorie der intersubjektiven Überprüfbarkeit und wie wird diese hergestellt?

2017 | Mehrsprachigkeit

20. Oktober 2017 | Programm

Mehrsprachigkeit als Thema der Forschung hat sich in den letzten Jahren in vielen geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen deutlich intensiviert, verdichtet und ausdifferenziert. Die wahrgenommene Beschleunigung von Globalisierung durch Urbanität, Migration und mediale Vernetzung sowie die damit einhergehende zunehmende Flexibilität und Pluralität sozialer Zugehörigkeiten sind zentrale gesellschaftliche Auslöser des steigenden Forschungsinteresses. Mehrsprachigkeit als beobachtbares Phänomen in religiösen, politischen, administrativen, wissenschaftlichen und literarischen Texten und anderen kulturellen Zeugnissen hingegen hat eine ausgesprochen lange Geschichte. Dieser FSP-Tag will Impulse setzen, die vergleichsweise kurze und bisher meist disziplininterne Forschungsdiskussion für eine interdisziplinäre Beschäftigung mit Mehrsprachigkeit zu öffnen.

2017 | Lokalität

18. Mai 2017 | Programm

In seiner Meistererzählung „Modernity at Large“ entlarvt Arjun Appadurai das Lokale als etwas, was weder durch Landschaft noch Kultur geformt, noch seit alters gegeben ist. Im Gegenteil: Das Lokale wird immer wieder neu konstruiert und konstituiert durch komplexe kulturelle und religiöse Praktiken, um lokalen Subjekten einen gemeinsamen identitären Ort und das Gefühl von Gemeinschaft und Nachbarschaft zu geben. Nach Appadurai sind Lokalität, Gemeinschaft und Nachbarschaft immer zeit- und kontextgebunden. Sie sind folglich keine statischen Blöcke, sondern fluide ‚scapes‘, die sensibel auf das dialektische Wechselspiel zwischen lokaler Gruppenbildung und globaler Vernetzung reagieren. So gesehen ist die Produktion von Lokalität eine zentrale Ressource des lokalen Zusammenlebens.

2016 | Religion

07. Oktober 2016 | Programm

Die ‚Grechtchenfrage‘ ist wieder erwacht, neu und ganz anders. Pankaj Mishra hatte schon nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo gefordert, ‚Religion‘ in den Diskurs zu integrieren, weil eine Gestalt wie Papst Franziskus zu einer wichtigen Orientierungsgestalt in der entgrenzten Moderne geworden sei. Die frühere US-Außenministerin Albright und viele andere verweisen auf die Notwendigkeit, sich mit dem Thema kompetent auseinanderzusetzen, nicht zuletzt Jürgen Habermas in seiner Ansage einer ‚post-säkularen Gesellschaft‘. Sowohl im politischen Raum als auch in der persönlich-individuellen Lebensgestaltung ist die ‚religiöse Matrix‘ unübersehbar. Religion ist inmitten von kulturellen Begegnungen und kulturellen Konflikten da – aber wie, mit welchen Ansprüchen und mit welchen Gesichtern?

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