Publikationsarchiv

Neuerscheinungen 2017

Barbara Sieferle: Zu Fuß nach Mariazell. Ethnographie über die Körperlichkeit des Pilgerns, Innsbrucker Schriften zur Europäischen Ethnologie und Kulturanalyse 4, Münster: Waxmann 2017

Cover Sieferle Mariazell

Im Zentrum dieser Ethnographie stehen Pilgerinnen und Pilger, die den Weg nach Mariazell, Österreichs bedeutendstem Pilgerort, zu Fuß zurücklegen. Barbara Sieferle hat für diese Feldforschung mehrere Pilgergruppen intensiv begleitet und fragt insbesondere nach den körperlichen Dimensionen ihres Tuns und Erlebens. Sie greift dazu phänomenologisch orientierte und praxistheoretische Ansätze der kulturanthropologischen Körperforschung auf. Das Gehen zu Fuß und die oftmals damit einhergehenden Anstrengungen, Religiosität, Sportivität, Naturverbundenheit und Gemeinschaftlichkeit analysiert die Autorin als zentrale Aspekte dieser vielschichtigen Praxis. Als Beitrag zu einer kultur- und gesellschaftswissenschaftlichen Körperforschung sensibilisiert die Studie für die Rolle des Körpers in der Konstitution sozialer Wirklichkeit insgesamt und weist damit über das Fallbeispiel hinaus. [mehr] 

 

Thomas Geisen, Christine Riegel, Erol Yildiz (Hg.): Migration, Stadt und Urbanität. Perspektiven auf die Heterogenität migrantischer Lebenswelten. Wiesbaden: Springer VS 2017

Cover Migration Stadt Urbanität

Der Band analysiert die Vielfalt des urbanen Zusammenlebens differenziert und mehrdimensional. Ausgangspunkt bildet die soziale Tatsache, dass migrationsbedingte Mobilität seit jeher für die Entwicklung von Städten konstitutiv ist. Verdichtung, Vielfalt und Wandel sind zentrale Merkmale urbaner (Sozial-)Räume. Es sind Orte, an denen sich die kulturelle, soziale, ökonomische und politische Dynamik lokaler und globaler Prozesse immer wieder neu vermischen. Dies wird einerseits als positiv empfunden und gewertet, vielfach aber auch als Problem wahrgenommen. Vor diesem Hintergrund setzen sich die Autorinnen und Autoren empirisch und theoretisch mit Fragestellungen zur Bedeutung von Migration und Wirkweisen migrationsgesellschaftlicher Verhältnisse in Städten auseinander. [mehr]


Elena Taddei, Matthias Schnettger, Robert Rebitsch: „Reichsitalien“ in Mittelalter und Neuzeit/“Feudi imperiali italiani” nel Medioevo e nell’Età Moderna, Innsbrucker Historische Studien 31, Innsbruck: Studienverlag 2017

Cover Reichsitalien

Bis an die Schwelle des 19. Jahrhunderts gehörten große Teile Nord- und Mittelitaliens zum Heiligen Römischen Reich. Das sogenannte Reichsitalien bestand aus unterschiedlichen Territorien, die als kaiserliche Lehen vergeben wurden oder in anderer Weise unter der Oberhoheit von Kaiser und Reich standen. Diese Peripherie des Reiches ist bislang unzureichend erforscht, und wenn, dann wurden vor allem das 17. und 18. Jahrhundert behandelt, während das 16. Jahrhundert in diesem Zusammenhang bis jetzt kaum Beachtung fand. Nur punktuell gibt es Untersuchungen zum tatsächlichen Einfluss des Kaisers südlich der Alpen und zur Inanspruchnahme der Reichsgerichte durch die italienische Bevölkerung. Ähnliches gilt für die Beziehungen zwischen italienischen und deutschen Dynastien oder die Wirkungsweise und Reichweite der kaiserlichen Patronage in Reichsitalien. Der vorliegende Band versucht, diese Forschungslücke zu schließen. Er umfasst die Beiträge einer internationalen Tagung, die an der Universität Innsbruck stattgefunden hat. Sie nehmen rechtliche, makro- und mikropolitische Dimensionen der Beziehungen zwischen dem Reich und seinen italienischen Lehen ebenso wie Rezeptionsmuster in der Zeit vom 15. bis zum 19. Jahrhundert in den Blick. Das Ziel des zweisprachigen Bandes ist es, das Mosaik der bisherigen Erkenntnisse über Reichsitalien zu ergänzen und so auf dem Weg zu einem Überblick über die kaiserlichen Lehen in Italien, ihre Beschaffenheit, ihr Verhältnis zum Reich und ihre Rezeption voranzuschreiten. [mehr]

 

Peter Melichar, Nikolaus Hagen (Hg.): Der Fall Riccabona. Eine Familiengeschichte zwischen Akzeptanz und Bedrohung im 20. Jahrhundert, Vorarlberg Museum Schriften 22, Wien: Böhlau 2017

Cover Fall Riccabona

Was ist mit dem Fall Riccabona gemeint? Eine ganz normale und doch ziemlich verrückte Familiengeschichte im 20. Jahrhundert, die alles bietet: Die Geschichte einer Liebe und Ehe, samt der Geschichten von Haus, Wohnung und Geschäft. Es geht aber auch um Politik und Verfolgung: um einen Arisierungsfall und einen Kriminalfall ohne Akten, ohne Prozess und ohne Urteil. Nicht zuletzt aber werden faszinierende, berührende Bilder gezeigt, die einen Blick ins Innere der Geschichte ermöglichen. Der großzügig ausgestattete Band untersucht multiperspektivisch die Verwandtschaftsverhältnisse, die berufliche Tätigkeit und das soziale und politische Engagement dieser beiden Familien. [mehr]