Publikationsarchiv

Neuerscheinungen 2015

Erika Thurner, Elisabeth Hussl, Beate Eder-Jordan (Hg.): Roma und Travellers. Identitäten im Wandel. Mit einem Vorwort von Karl-Markus Gauß, Innsbruck: innsbruck university press 2015

Der Band bietet einen breiten Überblick über die gesellschaftliche Position von Roma, Jenischen und Travellers in Österreich und in einigen anderen europäischen Staaten. Lebensverhältnisse und Lebenszusammenhänge, Sprachen und kulturelle Produktionen sind ebenso Thema wie engagiertes Aufbegehren und organisiertes Sichtbarwerden dieser Minderheiten („Wenigerheiten“ mit den Worten von Ceija Stojka). Namhafte WissenschafterInnen aus unterschiedlichen Disziplinen und AktivistInnen haben sich zu diesem Zweck vernetzt, beteiligten sich an Workshops, Lehrveranstaltungen und Tagungen an der Universität Innsbruck und stellen ihre zum Teil jahrzehntelangen Erfahrungen und Forschungsergebnisse für diesen Sammelband zur Verfügung. [mehr]

 

Niels Grüne, Jonas Hübner, Gerhard Siegl (Hg.): Ländliche Gemeingüter/Rural Commons. Kollektive Ressourcennutzung in der europäischen Agrarwirtschaft/Collective Use of Resources in the European Agrarian Economy, Jahrbuch für Geschichte des ländlichen Raumes 12, Innsbruck: StudienVerlag 2015

Cover Ländliche GemeingüterLändliche Gemeingüter sind Institutionen, in denen die Nutzung natürlicher Ressourcen von sozialen Kollektiven organisiert wird. Seit den Agrarreformen des 18. und 19. Jahrhunderts durchliefen diese Institutionen unterschiedliche Entwicklungen, die von ihrer Auflösung bis zur Integration in (post-)industrielle Wirtschafts- und Verfassungsstrukturen reichen. Die historische Forschung zu ländlichen Gemeingütern hat das Augenmerk jüngst von den Auflösungsprozessen auf die institutionellen Faktoren ihrer Langlebigkeit gelenkt. Der Band zieht anhand exemplarischer Fallanalysen und problemorientierter Resümees eine Zwischenbilanz der neueren Forschung. Der geographische Schwerpunkt liegt auf europäischen Regionen in vergleichender Perspektive, der zeitliche Rahmen erstreckt sich vom Spätmittelalter bis ins 21. Jahrhundert. [mehr]

 

Erich Kistler, Birgit Öhlinger, Martin Mohr, Matthias Hoernes (Hg.): Sanctuaries and the Power of Consumption. Networking and the Formation of Elites in the Archaic Western Mediterranean World. Proceedings of the International Conference in Innsbruck, 20th–23rd March 2012, Philippika 92, Wiesbaden: Harrassowitz 2015

Cover Kistler Sanctuaries and the Power of ConsumptionIn the 6th and early 5th centuries BC, the western Mediterranean formed a hub for trade and transactions. As people moved, their knowledge, religions, technologies, and fashions moved as well. The migration of people, ideas and goods connected diverse ethnic groups in the Mediterranean region either directly or indirectly. In this shared world, the sacred zones of sanctuaries and places of worship functioned as contact zones. The aim of the Innsbruck conference was to study western Mediterranean sanctuaries as arenas of networking and the formation of elites, focusing on the power of consumption and the consumption of power. The papers cover a wide range of different areas from Sicily to southern and Tyrrhenian Italy to the Iberian Peninsula. [mehr]

Wilhelm Guggenberger, Wolfgang Palaver (Hg.): Eskalation zum Äußersten? Girards Clausewitz interdisziplinär kommentiert, Baden-Baden: Nomos 2015

Cover Eskalation zum AeusserstenGirards „Im Angesicht der Apokalypse“ ist ein herausforderndes Buch, das ein vom Menschen verursachtes Ende der Welt durch Krieg, Terrorismus und Umweltkatastrophen für möglich hält. Dabei steht jene Gefahr der Gewalteskalation im Zentrum, die Clausewitz in „Vom Kriege“ thematisierte. Auch wenn der apokalyptische Blick beunruhigt, sollte sein analytisches Potential nicht Fundamentalisten überlassen bleiben. Die Autoren folgen Girard durch die europäische Geschichte, führen skizzierte Linien aus, erhellen Rätselhaftes und markieren Inkonsequenzen in der Entfaltung seines Ansatzes. Kritisch gegengelesen kann „Im Angesicht der Apokalypse“ ein wertvoller Beitrag zum Verständnis der jüngeren europäischen Geschichte und der gefährlichen Krisen unserer Gegenwart sein. [mehr]

Ingo Schneider, Martin Sexl (Hg.): Das Unbehagen an der Kultur, Hamburg: Argument 2015

Cover Das Unbehagen an der KulturDer Kulturbegriff, in den Geisteswissenschaften längst zum Leitkonzept geworden und in öffentlichen Diskursen zunehmend inflationär verwendet, ist unscharf. Kultur kann singuläre Praxis sein, Handlung oder Produkt oder wie im bildungsbürgerlichen Programm Abgrenzung von einem „kulturlosen“ Zustand. Immer noch greifen kulturalistische Konzepte um sich, die Kultur als Bündel von Eigenschaften definieren, durch die sich die Mitglieder einer Gruppe auszeichnen und von anderen Menschen unterscheiden. Das titelgebende Unbehagen entzündet sich an zwei parallelen Entwicklungen: der anhaltenden Konjunktur unterschiedlicher Kulturkonzepte in aktuellen (gesellschafts)politischen Diskursen sowie dem ungebremsten Boom der Verwendung des Kulturbegriffs in den Geistes- und Sozialwissenschaften. [mehr]

Maria Juen, Gunter Prüller-Jagenteufel, Johanna Rahner, Zekirija Sejdini (Hg.): Anders gemeinsam – gemeinsam anders? In Ambivalenzen lebendig kommunizieren, Kommunikative Theologie 18, Ostfildern: Grünewald 2015

Bild Cover Anders gemeinsamWer heute für eine bessere Welt, eine menschlichere Glaubensgemeinschaft oder eine lebendigere Schule eintritt, gerät schnell in Ambivalenzen, in denen es zu leben gilt, ohne sie souverän gestalten zu können. Die Globalisierung verschärft Fragen nach Solidarität, Gerechtigkeit und Mitbestimmung. Religionen müssen sich in Treue zur eigenen Tradition den Anforderungen der Zeit stellen. In Schule und Bildung erfordert die zunehmende Erfahrung von Ungewissheit neue Wege der Vergewisserung, etwa über die Lernergebnisse von Lernenden. Die Autorinnen und Autoren analysieren aktuelle Ambivalenzen, ihre Probleme, aber auch ihre Potenziale und entwickeln zukunftsweisende Perspektiven. Der Band versammelt die Beiträge des 4. Kongresses „Kommunikative Theologie“. [mehr]

Iris Roebling-Grau, Dirk Rupnow (Hg.): ›Holocaust‹-Fiktion. Kunst jenseits der Authenzität, München: Fink 2015

Cover Holocaust-FiktionDer Band versucht eine Bestandsaufnahme der jüngsten Entwicklungen bei der Darstellung des Holocaust in unterschiedlichen Formen, Formaten und Medien. Im Fokus steht der schwer bestimmbare Begriff des Authentischen, der sich als Mythos erweist. Den disziplinären Ausgangspunkt liefert die Nähe von Geschichts- und Literaturwissenschaften, die mit der Faktizität der Ereignisse jeweils unterschiedlich umgehen. Bestimmte Gattungen werden hinsichtlich ihrer Darstellungskompetenz befragt und einzelne Kunstwerke als aktuelle Repräsentationen des Holocaust diskutiert. Gleichzeitig werden grundlegende Überlegungen zu den Rahmenbedingungen der aktuellen Erinnerungskultur vorgestellt: Einerseits entgleiten uns die Ereignisse aufgrund des zunehmenden historischen Abstands, andererseits werden sie uns gerade durch Kunstwerke wieder nahegebracht. [mehr]

 

Niels Grüne, Claus Oberhauser (Hg.): Jenseits des Illustrativen. Visuelle Medien und Strategien politischer Kommunikation, Schriften zur politischen Kommunikation 20, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2015

Cover Jenseits des IllustrativenDer Band führt in multidisziplinären Zugängen und Fallstudien von der Antike bis ins 20. Jahrhundert zwei Leitfelder der neueren historischen Forschung zusammen: das Eigengewicht visueller Medien und politische Kommunikation jenseits institutioneller Begriffsverengungen. Wenn man das „Politische“ als gekennzeichnet durch das Streben nach kollektiver Geltung von Autoritätsressourcen versteht, rückt ein breites Spektrum bildlicher Verbindlichkeitsrhetorik über die klassische politische Ikonographie hinaus in den Fokus. Im Kern richtet sich das Augenmerk auf den Beitrag, den visuelle (Re-)Präsentationen zu solchen ordnungsstiftenden und handlungsermächtigenden Diskursen leisten. Inwieweit setz(t)en Akteure auf piktorale Plausibilisierungsstrategien, um ihre normativen Hegemonieansprüche zu legitimieren? [mehr]

Dietmar Regensburger, Christian Wessley (Hg.): Von Ödipus zu Eichmann. Kulturanthropologische Voraussetzungen von Gewalt, Film und Theologie 22, Marburg: Schüren 2015

Eine breite politische, zivilgesellschaftliche und religiöse Auseinandersetzung mit Fragen der Gewalt steht an. Ein Beitrag dazu kann sein, den kulturanthropologischen Voraussetzungen des Verhältnisses von Politik, Religion und Gewalt aus unterschiedlichen Perspektiven – u.a. psychoanalytischer, philosophischer, literarischer, historischer und theologischer – nachzugehen. In diesem Band wird der Versuch gewagt, unterschiedliche kulturtheoretische Erklärungsansätze – etwa jene von Arendt, Adorno, Benjamin, Canetti, Cohn, Freud, Girard, Lacan, Levinas, Pasolini und Shakespeare – mit Filmen in Beziehung zu setzen, in denen die Frage nach der Gewalt eine zentrale Rolle spielt, und daraus ein fruchtbares und lebendiges Gespräch zu entwickeln. [mehr]

 

Jochen Bonz: Alltagsklänge – Einsätze einer Kulturanthropologie des Hörens, Kulturelle Figurationen: Artefakte, Praktiken, Fiktionen, Wiesbaden: Springer VS 2015

Cover Bonz 2015Von der Frage geleitet, wie die Gegenwartskulturforschung aus der Berücksichtigung klanglicher Phänomene Erkenntnisgewinne ziehen kann, verknüpft die Studie Überlegungen aus Popkultur- und Soundscape-Forschung, Empirischer Kulturwissenschaft, Musikethnologie, Kulturtheorie und Medienwissenschaft zu einem kulturanthropologischen Forschungsansatz. Sie nähert sich ihren Phänomenen interpretativ und erprobt ein begriffliches Instrumentarium, das die subjektivierenden Effekte klanglicher Medialität benennbar macht. Auf diese Weise entwirft die Studie eine Vorstellung vom Forschungsstand kulturwissenschaftlich orientierter Sound Studies und ihren Möglichkeiten. [mehr]