Politische Ästhetik: Raum, Körper & Kommunikation

Profil

SprecherInnen: Christina Antenhofer, Ulrich Leitner, Andreas Oberprantacher, Kordula Schnegg

Die Grundsäulen des Clusters Politische Ästhetik: Theorie & MethodeDer Cluster „Politische Ästhetik: Raum, Körper & Kommunikation“ entfaltet seine Forschungstätigkeit in enger Auseinandersetzung mit den Schriften von Jacques Rancière. Ein wesentlicher Impuls kam von Rancière selbst im Rahmen der Tagung „Im Unvernehmen. Ein Tag mit Jacques Rancière“ an der Bergischen Universität Wuppertal 2009, an der einige Mitglieder des Clusters teilnahmen. Dort plädierte Rancière für eine ethische Verantwortung der Wissenschaft nicht nur was die Themen, sondern auch was den Gegenstand der Forschung betrifft und damit das Arbeiten an den „Rändern der Disziplinen“, wie er es nannte, an denen die eigentliche Herausforderung interdisziplinären Arbeitens liegt: nämlich in jenen Grau- und Kontaktzonen, die von rigiden disziplinären Einteilungen ausgenommen sind und deshalb selten wissenschaftliche Bearbeitung finden. Aber gerade die systematische Beschäftigung mit Fragestellungen, die vom akademischen Betrieb mitunter marginalisiert werden, erlaubt es, das Potential interdisziplinärer Arbeitsgruppen zu schärfen. Dieser Aufmerksamkeit entsprechend widmet sich der Cluster „Politische Ästhetik“ konsequent der Verbindung von Theorie und Praxis, indem die wissenschaftliche Auseinandersetzung über die gemeinsame Organisation von Tagungen, Ausstellungen und Projekten erfolgt, die sich jeweils solchen Themenbereichen widmen, die erst durch eine interdisziplinäre Auseinandersetzung erfasst werden können.

Für die Auseinandersetzung mit Raum und Körper wird verstärkt mit der Forschungsgruppe Körpertheorien/Theorizing the Body der FP Geschlechterforschung: Identitäten – Diskurse – Transformationen zusammengearbeitet.
 

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Neuerscheinungen [Archiv]

Ulrich Leitner (Hg.): Corpus Intra Muros. Eine Kulturgeschichte räumlicher Körper, Bielefeld: transcript 2017

Cover Corpus intra Morus

Wie werden Räume gebildet und wie bilden sie ihrerseits die Menschen?
Die Beiträge des Bandes stellen die Beziehung zwischen Menschen und Räumen – gefasst im Bild des Körpers zwischen Mauern (»Corpus Intra Muros«) – auf die Probe: Kloster, Gefängnis, Psychiatrie und Erziehungsheim, Universität, Bibliothek und Archiv, die Stadt und die Straßen werden von Sozial- und Bildungsforscher_innen sowie Historiker_innen in den Blick genommen. Neben geschlossenen Räumen gilt das Interesse Sonder-, Zwischen- und Übergangsräumen in Form liminaler Erfahrungen wie des Eingesperrt-Seins, der Flucht, der Reise, des Sterbens, der Transgression von Geschlechtergrenzen oder der Imagination fremder Welten. Im Katalogteil des Bandes gewinnt der ästhetische Raum im Kunstwerk »Corpus Intra Muros« Kontur und verschiebt die Beziehung zwischen Mensch und Raum ins Erzählerische. [mehr]

 

Andreas Oberprantacher, Andrei Siclodi (Hg.): Subjectivation in Political Theory and Contemporary Practices, UK: Palgrave Macmillan 2016

Cover Subjectivation in Political Theory

This book explores, discusses, and assesses the actual and potential sense of subjectivation in a variety of contexts. In particular, it reflects the genealogies, connections, variations, and practical implications of various theories of subjectivity and subjection while providing an up-to-date and authoritative account of how to engage with the ‘subject’. Rather than addressing the ‘subject’ merely in theoretical terms, this book explores subjectivation as a seminal expression of subjective practices in the plural. To the extent that subjectivity and subjection are key terms in a plurality of discourses and for a number of disciplines, Subjectivation in Political Theory and Contemporary Practices advances a trans-disciplinary reading by taking into account relevant debates that stretch from poststructuralism via postfordism to postdemocracy. [mehr]

 

Christina Antenhofer, Günter Bischof, Robert L. Dubont, Ulrich Leitner (Hg.): Cities as Multiple Landscapes. Investigating the Sister Cities Innsbruck and New Orleans, Interdisciplinary Urban Research 21, Frankfurt am Main/New York: Campus 2016

Cover Cities as Multiple Landscapes

Cities are composed of a combination of urban and rural spaces, buildings and boundaries, and human bodies engaged in political, social, and cultural discourses. Together, these combine to create what the contributors to this volume call multiple landscapes. Developing a new theoretical conceptualization of cities, this book unites American and European approaches to comparative urban studies by investigating the concept of multiple landscapes in two sister cities: New Orleans and Innsbruck. As the essays reveal, both New Orleans and Innsbruck have long been centers of multicultural exchange, have strong senses of historical heritage, and profit from the spectacular geographies in which they are situated. Geography, in particular, links both cities to environmental, technological, and security challenges that must be considered in connection with aesthetic, cultural, and ecological debates. [mehr]

 

Robert Rollinger, Kordula Schnegg (Hg.): Kulturkontakte in antiken Welten: vom Denkmodell zum Fallbeispiel. Proceedings des internationalen Kolloquiums aus Anlass des 60. Geburtstages von Christoph Ulf, Innsbruck, 26. bis 30. Januar 2009, Colloquia Antiqua 10, Leuven: Peeters 2014

Cover Kulturkontakte in antiken Welten

The volume publishes over 20 papers given at an international conference of the same name held in Innsbruck in January 2009 to celebrate the 60th birthday of Christoph Ulf. The main focus of the conference was discussion of and responses to his paper ‘Rethinking Cultural Contacts’. Ulf’s paper offered a model outlining the various forms of cultural contact and sought to explain how and why foreign goods and ideas were taken on and to what extent they were changed in shape and meaning. Just as it was no longer tenable to think of cultural contacts without taking into account the whole chain of exchange – producer, transmitter and recipient – then cultural exchange as a meaningful process of the exchange of goods and ideas between all people involved required an approach, hitherto lacking, by which it can be comprehensively analysed and explained. [mehr]

 

Ulrich Leitner, Stefan Hitthaler, Christina Antenhofer, Andreas Oberhofer (Hg.): Corpus Intra Muros. Katalog zum Kunst- und Wissenschaftsprojekt, Schriften zur Politischen Ästhetik 2, Innsbruck: innsbruck university press 2014

Cover Corpus intra Morus Katalog

Räume und Dinge speichern in sich die Präsenz der Menschen. Denn die Körper drücken sich in den Mauern ab, zwischen denen sie leben, an denen sie entlang gehen. So betrachtet, lässt sich die Landschaft lesen als eine Topographie unsichtbarer Schichten, die die Menschen darin hinterlassen. Doch was wäre, wenn man nach den Spuren fragt, die Räume und Dinge den Menschen ihrerseits einprägen? Dann bringen die Mauern erst die Körper hervor, die sie einst geschaffen haben, und die Dinge formen die Menschen, die sich mit ihnen befassen. Der Katalog zum gleichnamigen Kunst- und Wissenschaftsprojekt ist als zweiter Band der neuen Reihe „Schriften zur Politischen Ästhetik“ erschienen. [mehr]

 

Ulrich Leitner (Hg.): Berg & Leute. Tirol als Landschaft und Identität, Schriften zur Politischen Ästhetik 1, Innsbruck: innsbruck university press 2014

Cover Berg und Leute

Kann Landschaft eine Identität haben und Identität stiften? Dieser Frage geht der vorliegende Band nach, indem Landschaft als soziale Kategorie am Beispiel des historischen Tirols interdisziplinär erprobt wird. Ein Schwerpunkt liegt auf dem heutigen Südtirol. 20 Beiträge, eine Diskussion mit Reinhold Messner und Werke Tiroler Künstler/-innen in Bild und auf Audio-CD bieten Einblicke in die Beziehung zwischen Mensch und Landschaft. Im Mittelpunkt steht der Berg als landschaftsprägendes Element, die Beziehung zwischen den Menschen und ihrem bergigen Umland, deren Auseinandersetzung mit und ihr Blick vom und auf den Berg. [mehr]

 

Beteiligte WissenschaftlerInnen

Christina Antenhofer • Christoph Bertsch Nora Bischoff Rosanna Dematté Harald Dunajtschik Marie-Luisa Frick Elisabeth Grabner-Niel Birgit Gufler Stefan Hitthaler Manuela Kerer Helga Kofler Ulrich Leitner Ursula Marinelli Martin Mauersberg Andreas Th. Müller Marlene Mussner Agnes Neumayr Andreas Oberhofer Andreas Oberprantacher Andreas Perkmann Berger Claudia Posch Annemarie Profanter Gerhard Rampl Kordula Schnegg Karin Schneider Cordula Schwarze Judith Strieder

Veranstaltungen [Archiv]

  • 24.–26. Juni 2015 // Tagung „Cities and Landscapes. Considering New Orleans and Innsbruck as Multiple Landscapes“ [Website] [Programm]
  • 17.–19. Juli 2014 // Tagung „Corpus Intra Muros. Eine Geschichte räumlich gebildeter Körper“ [Website] [Programm]

Projekte [Archiv]

  • Maximilianjahr 2019: 500. Todestag von Maximilian I.: Kaiser Maximilian hat die Stadt Innsbruck bis heute wie kein anderer Herrscher geprägt. Monumente wie das Grabmal in der Hofkirche und das Goldene Dachl zeugen insbesondere von seinem ausgeprägten Sinn für Memoria ebenso wie für sein großes Interesse an Exotismen. Im Kontext des Universitätsjubiläum soll insbesondere seine nachhaltige Förderung der Wissenschaft, Bildung und Künste in den Blick genommen werden ebenso wie sein Gespür für die mediale Wirksamkeit von Herrschaft, die er bereits in einer globalen Perspektive ansiedelte. Für den FSP Kulturelle Begegnungen-Kulturelle Konflikte von besonderer Bedeutung sind die inter- und transnationalen Heiraten Maximilians, mit denen er den Grundstein für das transnationale Habsburgerimperium der Neuzeit schuf ebenso wie das kosmopolitische und exotische Klima seiner Hofkultur.
    Konzeption: Thomas Steppan; Christina Antenhofer in Kooperation mit dem Organisationskomitee zum Maximilianjahr an der LFUI
  • Christina Antenhofer: Online Portal zur Regionalgeschichte Tirols (gemeinsam mit Kurt Scharr), in Kooperation mit dem FZ Digital Humanities (Portal in Vorbereitung; nähere Informationen folgen)
  • Kuratierung des Kunstprojekts REAGENT von Stefan Hitthaler am Innsbrucker Universitätsvorplatz (20152019) durch Ulrich Leitner und Christina Antenhofer (Center New Orleans, Universität Innsbruck) [Website] [Video]
  • Christina Antenhofer: Mitwirkung am Filmprojekt „Die Bibel der Hexenjagd – Anselm Bilgri auf der Spur des Hexenhammers“. Dokumentation im Auftrag von servusTV,Regisseur Matthias Kessler, mit Anselm Bilgri, ausgestrahlt am 03.05.2014
  • Joachim Gatterer: Claus Gatterer Filmretrospektive zum 30. Todestag 2014, in Zusammenarbeit mit dem Stadttheater Bruneck. Diverse Fördergeber, 2014 [Link]
  • Kordula Schnegg: Alternative Formen der Sexualität in der rumänischen Literatur nach 1945. Eine literaturhistorische Spurensuche. Forschungsprojekt öad/wtz, 2013/2014 [Link]
  • Christina Antenhofer: liber iocalium – das ‚Schmuckbuch‘ der Antonia Visconti. Projekt im Rahmen des Habilitationsprojekts. Gefördert durch Forschungsförderungsmittel der Nachwuchsförderung der Universität Innsbruck, 2012­–2014
  • Christina Antenhofer, Mensch-Objekt-Beziehungen im Mittelalter und in der Renaissance am Beispiel der fürstlichen Höfe des süddeutschen und oberitalienischen Raums (Habsburg – Tirol – Görz – Wittelsbach – Württemberg – Visconti – Sforza – Gonzaga). Habilitationsschrift zur Erlangung der Venia Docendi für das Fach Geschichte des Mittelalters. Universität Innsbruck [MS], 2014. 1159 Seiten
  • Andreas Oberprantacher, „Illegale“. Momente einer politischen Theorie gesellschaftlicher Indifferenz. Habilitationsschrift zur Erlangung der Venia Docendi für das Fach Philosophie. Universität Innsbruck, 2015
  • Kordula Schnegg, Von Hermaphroditen und Eunuchen. Geschlechter-Transgressionen und soziale Entgrenzung in der römischen Antike vom 1. Jh. v.Chr. bis in das 2. Jh. n.Chr. (Habilitationsschrift zur Erlangung der Venia Docendi für das Fach Alte Geschichte. Universität Innsbruck 2016)