Forschungsfeld „Dynamik der Ordnung(en)“

Profil

Das menschliche (Zusammen-)Leben ist trotz aller Unterbrechungen und Störungen fundamental von Ordnungsmustern geprägt. In Beziehungs-, Sprach-, Arbeits-, Denk- oder Kunstformen stiften sie überindividuelle Geltungskraft und Verhaltenserwartungen und dienen somit als Mechanismen der Kontingenzbewältigung. Zugleich erweisen sich Ordnungen jedoch ihrerseits als historisch kontingent. Gerade im Zeitalter von Globalisierung und intensiviertem Kulturkontakt sind sie vielfältigen Herausforderungen ausgesetzt – sei es infolge von realen Ereignissen oder von kritischen Debatten. Daraus resultieren konflikthafte Zuspitzungen und kreative Lösungen. Diesem doppelten Kontingenzbezug jeder Ordnung gilt das Interesse des Forschungsfeldes, nicht zuletzt vor dem Hintergrund sich wandelnder Ideale von ‚guter‘ und ‚gerechter‘ Ordnung sowie ihrer normativen Implikationen im Kommunikationsraum kultureller Begegnungen.

Davon ausgehend werden im Forschungsfeld „Dynamik der Ordnung(en)“ interdisziplinäre Blicke auf die Frage geworfen, wie Ordnungen und Ordnungsvorstellungen medial vermittelt werden und auf welche Weise sie sich verändern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der kritischen Untersuchung von Prozessen der Sichtbarmachung und Ausgrenzung. Dadurch soll verdeutlicht werden, wie der kollektive Verbindlichkeitsanspruch von Ordnungen – historisch und aktuell – Imaginations- und Handlungsmöglichkeiten begünstigt oder beschränkt, um insgesamt genauer zu erhellen, wie sich Ordnungen in verschiedenen Feldern etablieren und wie man sie eventuell auch gezielt umbauen kann. Insgesamt steht damit die (selbst-)aufklärende Erkenntnis von Ordnung als Basiskategorie der gesellschaftlichen ‚Realität‘ und ihrer deutenden (affirmativen, subversiven etc.) Wahrnehmung im Fokus der Aktivitäten.

Kontakt

Univ.-Prof. Mag. Dr. Roman Siebenrock