Dr. Teresa Millesi

Koordinatorin des FSP Kulturelle Begegnungen - Kulturelle Konflikte

 


Studium und akademischer Werdegang
  • Seit 10/2021 | Koordinatorin des Forschungsschwerpunkts „Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte“, Universität Innsbruck
  • 04/2020 – 09/2020 | Visiting Doctoral Student am Rachel Carson Center for Environment and Society, München
  • 10/2017 – 11/2021 | Doktoratsstudium Kultur- und Literaturwissenschaft, Universität Innsbruck
  • 08/2013 – 02/2014 | ERASMUS Auslandssemester an der Universitat Autónoma de Barcelona
  • 10/2011 – 04/2015 | Bachelorstudium Transkulturelle Kommunikation (Deutsch, Englisch, Spanisch), Universität Wien
  • 02/2011 – 07/2011 | JOINT STUDY Auslandssemester an der Universidad de Chile
  • 03/2008 – 03/2013 | Diplomstudium Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien
Forschungsinteressen
  • Postkoloniale Theorien & Dekolonisierungsprozesse
  • Film
  • Diskursanalyse
  • Ecocriticism
  • Anthropozändiskurse
  • (posthumanistische) Performativitätstheorien
Promotionsprojekt

Por la vida, por el territorio. Die filmische Verhandlung territorialer Konflikte im indigenen Dokumentarfilm Lateinamerikas

Die Etablierung moderner Nationalstaaten in Lateinamerika ging mit der Überschreibung bestehender indigener Konzepte von Territorialität einher, führte jedoch nicht zu deren Auslöschung, sondern zur Ko-Existenz unterschiedlicher Auffassungen, wobei diese hinsichtlich ihrer sozialen und politischen Einflussnahme nicht gleichwertig waren und trotz diverser Bestrebungen auch heutzutage nicht sind. Diese bestehenden Hierarchien zwischen unterschiedlichen Raumkonzepten und Formen der Raumaneignung sind häufig Auslöser für Konflikte, da das Überleben Indigener eng an die Zusicherung von Territorien gebunden ist. Film wird in diesen Konfliktsituationen häufig als politisches Instrument eingesetzt, um das umkämpfte Territorium nach nicht-modernen Vorstellungen darzustellen bzw. zu produzieren, um den umkämpften Raum mit eigenen Einschreibungen zu besetzen.

Das Erkenntnisinteresse meines Promotionsprojekts lag darin zu untersuchen, wie in diesem Zusammenhang von aktuellen Landkonflikten Machtverhältnisse zwischen unterschiedlichen Raumvorstellungen verhandelt werden bzw. wie der Widerstand Indigener gegenüber der nationalstaatlichen Hegemonie ausgedrückt wird, wobei die Analyse der von bzw. in Kooperation mit Indigenen produzierten Filme über Landkonflikte, die im Zuge von sozialen Bewegungen entstanden sind, Aufschluss über die Strategien zur Bedeutungskonstitution bzw. Raumkonstitution gibt. Dies wurde anschließend in Bezug zum politischen Diskurs über die hegemoniale Position des Nationalstaates gesetzt, um den sozialen Aushandlungsprozess hinsichtlich der Differenz zwischen den Kulturen nachzuzeichnen. In Zusammenhang mit der Debatte um Dekolonialität stellt sich dabei die Frage, ob Strategien indigener Kulturen zur Konstruktion von Territorialität im postkolonialen Kontext als Gegenmodell, als antagonistischer Entwurf zur Moderne bzw. zur modernen Nation gesehen werden und somit – als decolonial option – die bestehende Raumordnung unterlaufen können.

Publikationen
  • Teresa Millesi (2022): „An ongoing conquest - Confronting the expansion of Capitalism in indigenous documentary films“, In: Journal für Entwicklungspolitik, Wien: Matttersburger Kreis für Entwicklungspolitik an den österr. Universitäten
  • Teresa Millesi (2021): „Territorialitäten in Konflikt – Filmische Raumkonstruktion als Ausdruck territorialer
    Forderungen im Dokumentarfilm Paraná – el río“, In: Grenzen und Brücken in der Romania, München: AVM Verlag
  • Teresa Millesi (2021): „Translation in the Context of Postcolonial Theories and Decolonial Thinking
    in Latin America. An Analysis of the Work of Jorge Luis Borges", In: Memorias del Primer y Segundo Congreso de Estudiantes Interamericanistas. Bielefeld: Fachschaft IAS
  • Teresa Millesi (2020): „‘This Madness Has to Stop!’ Indigenous Voices on the Destruction of the Amazon”, in: Seeing the Woods (Blog des Rachel Carson Centers), 14.10.2020. zum Text
  • Teresa Millesi (2014): Inszenierung von Hybridität. Interkulturelle Aspekte im lateinamerikanischen Theater des 21. Jahrhunderts, Wien: AV Akademikerverlag
Vorträge
  • 06/2021 | Imaging the Destruction of Interdependencies: Indigenous Filmmaking in the Anthropocene, Kulturen im Anthropozän. Eine interdisziplinäre Herausforderung, Universität Innsbruck 
  • 05/2021 | De qué paz estamos hablando? – Die filmische Vermittlung sozioökologischer Konflikte in Lateinamerika am Beispiel Sangre y Tierra, 36. Jahrestagung der österreichischen Lateinamerikaforschung, Lateinamerikaforschung Österreich
  • 10/2020 | Estamos vivxs – die Aneignung eines vermeintlich fixierten Raums, Forschungstag der Kultur- und Literaturwissenschaft der Romanistik, Universität Innsbruck
  • 11/2019 | Landkonflikte im lateinamerikanischen Dokumentarfilm – Repräsentationen von Gewalt in «Paraná – el río», XVII., Forschungstag Lateinamerika / Iberische Halbinsel, Johannes Gutenberg Universität Mainz
  • 06/2019 | Belonging – Die Bedeutung indigener Territorialitätskonzepte in Landkonflikten
    zwischen Indigenen und Nationalstaaten in Lateinamerika, Forschungstag der Kultur und Literaturwissenschaft der Romanistik, Universität Innsbruck
  • 03/2019 | Die Bedeutung indigener Territorialitätskonzepte in Landkonflikten zwischen Indigenen und Nationalstaaten, 35. Forum Junge Romanistik: Grenzen und Brücken in der Romania, Universität Innsbruck
  • 06/2018 | Translation in the context of a hybrid cultural identity, Congreso Internacional de Estudios Interamericanos (Des)conexiones en las Américas, Universität Bielefeld
Stipendien & Preise
  • 2020/2021 | Doktoratsfertigstellungsstipendium der Verwertungsgesellschaft LiterarMechana
  • 2020 | OeAD Marietta-Blau-Stipendium
  • 2019 | OeAD Nachwuchspreis für Entwicklungsforschung
  • 2018/2019 | Nachwuchsförderung/Exzellenzstipendium der Universität Innsbruck
  • 2018 | Forschungsstipendium der Universität Innsbruck
  • 2018 | Konferenzstipendium des Förderkreises 1669
  • 2018 | Reisestipendium des Förderkreises 1669
Mitgliedschaften
  • Forschungsschwerpunkt „Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte“, Universität Innsbruck
  • Forschungszentrum „Kulturen in Kontakt“, Universität Innsbruck
  • Doktoratskolleg „Dynamiken von Ungleichheit und Differenz im Zeitalter der Globalisierung" (bis 12/2021) 
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