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„Im Gespräch mit... Jürgen Mittelstraß“

Im Rahmen dieses Veranstaltungsformats lädt der Forschungsschwerpunkt renommierte Persönlichkeiten nach Innsbruck ein und tritt mit ihnen in ein Gespräch. Im Mai 2017 fand der Austausch mit dem Philosophen und Wissenschaftstheoretiker Jürgen Mittelstraß über Wissenschaft und Universität zwischen Erkenntnis- und Verwertungsidealen statt.

Jürgen Mittelstraß war von 1970 bis 2005 Ordinarius für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Universität Konstanz und leitet dort seit vielen Jahren das Zentrum für „Philosophie und Wissenschaftstheorie". Zudem ist Mittelstraß einer der profiliertesten Wissenschaftsorganisatoren des deutschsprachigen Raumes und war unter anderem von 2002 bis 2008 Präsident der Academia Europaea sowie bis 2015 Vorsitzender des Österreichischen Wissenschaftsrates. Er ist Mitbegründer und Hauptvertreter der Konstanzer Schule und hat über vierzig Bücher und Aufsatzsammlungen sowie Hundert Aufsätze verfasst, mehr als vierzig Bücher herausgegeben. Dazu zählt auch die „Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie". In seiner wissenschaftstheoretischen Arbeit geht Mittelstraß von der Beobachtung aus, dass Naturwissenschaften und Technologien in einem rasanten Modernierisungprozess alle Bereiche menschlichen Lebens erfasst haben und ein zunehmend komplexes ,Verfügungswissen' generieren. In dieser ‚Leonardo-Welt‘ mangele es jedoch an ‚Orientierungswissen‘ in Form von Argumenten, Entwürfen und Maximen, zu welchem wiederum die Geisteswissenschaften einen Beitrag zu leisten vermögen.

Der Vortrag unter dem Titel „Fröhliche Wissenschaft? Wissenschaft und Universität zwischen Erkenntnis- und Verwertungsidealen“ kann hier angesehen werden.