Publikationsarchiv

Neuerscheinungen 2016

Philipp Hubmann, Martin Gronau, Marie-Luisa Frick: Politische Aporien: Akteure und Praktiken des Dilemmas. Wien: Turia + Kant 2016

Die europäischen Demokratien sind in Bedrängnis. Ein komplexes Bedrohungsszenario aus Wirtschafts-, Flüchtlings-, Sicherheits- und Identitätskrise fördert zwar die diskursive Betriebsamkeit, stellt jedoch die Möglichkeit entscheidender Problemlösungen zunehmend in Frage. Hat sich die »neue Unübersichtlichkeit« zu einer »neuen Ausweglosigkeit« verschärft? In acht Beiträgen entfaltet der vorliegende Sammelband ein wissenschaftliches Panorama zur kritischen Zeitdiagnostik. Er repräsentiert nicht nur verschiedene nationale und disziplinäre Perspektiven, sondern reflektiert zugleich auch einige allgemein verbreitete Reaktionen auf politische Aporien unserer Zeit: Hysterie oder Beschwichtigung? Resignation oder Systemkritik? [mehr]

 

 

Liborius Olaf Lumma: Feiern im Rhythmus des Jahres. Eine kurze Einführung in christliche Zeitrechnung und Feste, Regensburg: Pustet 2016

Wie kommt es eigentlich, dass das orthodoxe Osterfest nur selten gleichzeitig mit dem der westlichen Christenheit gefeiert wird? Der Grund dafür sind verschiedene christliche Kalendersysteme, die der Autor historisch erschließt und mit dem jüdischen und islamischen Kalender abgleicht. Ein weiteres Kapitel widmet sich dem zentralen christlichen Fest, Ostern, und dem Osterfestkreis in seiner römisch-katholischen Gestalt, darauf folgen Gehalt und Gestalt der übrigen Feste im Jahreskreis. Den Abschluss bildet ein Überblick über die Festkultur in anderen christlichen Kirchen. Wie im „Crashkurs Liturgie“ und in „Liturgie im Rhythmus des Tages“ verbindet der Autor eine Fülle von Informationen mit einer gut lesbaren Darstellung, die durch zahlreiche schematische Übersichten unterstützt wird. [mehr]

 

Christina Antenhofer, Günter Bischof, Robert L. Dupont, Ulrich Leitner (Hg.): Cities as Multiple Landscapes. Investigating the Sister Cities Innsbruck and New Orleans, Interdisciplinary Urban Research 21, Frankfurt & New York: Campus Verlag 2016

Cities are composed of a combination of urban and rural spaces, buildings and boundaries, and human bodies engaged in political, social, and cultural discourses. Together, these combine to create what the contributors to this volume call multiple landscapes. Developing a new theoretical conceptualization of cities, this book unites American and European approaches to comparative urban studies by investigating the concept of multiple landscapes in two sister cities: New Orleans and Innsbruck. As the essays reveal, both New Orleans and Innsbruck have long been centers of multicultural exchange, have strong senses of historical heritage, and profit from the spectacular geographies in which they are situated. Geography, in particular, links both cities to environmental, technological, and security challenges that must be considered in connection with aesthetic, cultural, and ecological debates. Exploring the connections between New Orleans and Innsbruck, the interdisciplinary essays in this book will change the way we think about cities both local and abroad. [mehr]

Margit Eckholt, Roman A. Siebenrock, Verena Wodtke-Werner (Hg.): Die große Sinnsuche. Ausdrucksformen und Räume heutiger Spiritualität, Mainz a. Rhein: Matthias-Grünewald-Verlag 2016

Heute sind vielfältige, teils konkurrierende Spiritualitätsangebote attraktiv, die längst nicht mehr religionsspezifisch oder kirchlich verortet, sondern auf einem freien Markt zugänglich sind. »Spiritualität« auch ohne Gott wird zur Selbstverständlichkeit. Die Theologie überlässt diese Phänomene nicht der Religionssoziologie, sondern nutzt die Herausforderung für sich selbst. Wie steht es um die eigenen spirituellen Traditionen? Warum finden immer weniger Menschen in den christlichen Traditionen einen Ort für ihre Sehnsucht? Wie sind die neuen Bewegungen aus christlicher Sicht zu verstehen und zu bewerten? Dieses Buch stellt sich deshalb in theologischen und kulturwissenschaftlichen Reflexionen heutigen Spiritualitäten, beleuchtet ihre hermeneutischen und kriteriologischen Voraussetzungen und würdigt ihre sinnstiftenden Potenziale. [mehr]

Eva Binder, Sieglinde Klettenhammer, Birgit Mertz-Baumgartner (Hg.): Lyrik transkulturell. Saarbrücker Beiträge zur vergleichenden Literatur- und Kulturwissenschaft 78, Würzburg: Königshausen & Neumann 2016

Mit dem vorliegenden Sammelband lenken wir den Fokus auf Formen transkulturellen Schreibens in der Gattung Lyrik. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der zeitgenössischen deutschsprachigen und internationalen Lyrik, deren Ausdrucksweisen sich durch eine maximal gesteigerte Form von Transkulturalität auszeichnen. Wir gehen der Frage nach, inwiefern der spezifische literarische und politische Kontext, Migration und kulturelle Globalisierungsprozesse Einfluss auf transkulturelle Schreibpraktiken in der Lyrik der Gegenwart genommen haben. Ausgehend vom Transkulturalitätskonzept von Wolfgang Welsch werden in den einzelnen Beiträgen Autor/inn/en aus bi- oder mehrkulturellen Räumen bzw. mit Migrationshintergrund behandelt und die vielfältigen Formen transnationaler lyrischer Schreibweisen in den Mittelpunkt gerückt. [mehr]

 

Adham Hamed: Speaking the Unspeakable. Sounds of the Middle East Conflict, Wiesbaden: Springer 2016

Adham Hamed explores how a metaphoric understanding of the Middle East as an open space full of resonating sound bodies can be applied to the Middle East Conflict. Through inquiring into the experienced truths of large-scale political violence, the author suggests that music carries a potential for speaking ‘unspeakable’ truths. He explores hidden layers by applying the transrational approach to peace studies and proposes a non-territorial understanding of conflict. Hamed argues that security and justice discourses make up the dominant primary themes in this context. The Jerusalem Youth Chorus and the Egyptian band Eskenderella are examined as case studies. This book uncovers where their truths meet within and beyond the restrictions of formalized language. The author concludes that in moments of experienced resonance there is potential for change in the dynamics of rigid conflicts. [mehr]


Wolfgang Palaver, Harriet Rudolph, Dietmar Regensburger (Hg.): The European Wars of Religion. An Interdisciplinary Reassessment of Sources, Interpretations, and Myths, Farnham: Ashgate 2016

In recent years religion has resurfaced amongst academics. This has resulted in an explosion of studies revisiting issues of religious change, confessional violence and holy war during the early modern period. But the interpretation of the European wars of religion still remains largely defined by national boundaries, tied to specific processes of state building as well as nation building. In order to more thoroughly interrogate these concepts and assumptions, this volume focusses on terms repeatedly used and misused in public debates such as “religious violence” and “holy warfare”. Historians, philosophers, and theologians engage in an inter­disciplinary debate that contributes to a better understanding of the religio-political situation of early modern Europe and the interpretation of violent conflicts interpreted as religious conflicts today. [mehr]

Neuerscheinungen 2015

Erika Thurner, Elisabeth Hussl, Beate Eder-Jordan (Hg.): Roma und Travellers. Identitäten im Wandel. Mit einem Vorwort von Karl-Markus Gauß, Innsbruck: innsbruck university press 2015

Der Band bietet einen breiten Überblick über die gesellschaftliche Position von Roma, Jenischen und Travellers in Österreich und in einigen anderen europäischen Staaten. Lebensverhältnisse und Lebenszusammenhänge, Sprachen und kulturelle Produktionen sind ebenso Thema wie engagiertes Aufbegehren und organisiertes Sichtbarwerden dieser Minderheiten („Wenigerheiten“ mit den Worten von Ceija Stojka). Namhafte WissenschafterInnen aus unterschiedlichen Disziplinen und AktivistInnen haben sich zu diesem Zweck vernetzt, beteiligten sich an Workshops, Lehrveranstaltungen und Tagungen an der Universität Innsbruck und stellen ihre zum Teil jahrzehntelangen Erfahrungen und Forschungsergebnisse für diesen Sammelband zur Verfügung. [mehr]

Niels Grüne, Jonas Hübner, Gerhard Siegl (Hg.): Ländliche Gemeingüter/Rural Commons. Kollektive Ressourcennutzung in der europäischen Agrarwirtschaft/Collective Use of Resources in the European Agrarian Economy, Jahrbuch für Geschichte des ländlichen Raumes 12, Innsbruck: StudienVerlag 2015

Ländliche Gemeingüter sind Institutionen, in denen die Nutzung natürlicher Ressourcen von sozialen Kollektiven organisiert wird. Seit den Agrarreformen des 18. und 19. Jahrhunderts durchliefen diese Institutionen unterschiedliche Entwicklungen, die von ihrer Auflösung bis zur Integration in (post-)industrielle Wirtschafts- und Verfassungsstrukturen reichen. Die historische Forschung zu ländlichen Gemeingütern hat das Augenmerk jüngst von den Auflösungsprozessen auf die institutionellen Faktoren ihrer Langlebigkeit gelenkt. Der Band zieht anhand exemplarischer Fallanalysen und problemorientierter Resümees eine Zwischenbilanz der neueren Forschung. Der geographische Schwerpunkt liegt auf europäischen Regionen in vergleichender Perspektive, der zeitliche Rahmen erstreckt sich vom Spätmittelalter bis ins 21. Jahrhundert. [mehr]

Erich Kistler, Birgit Öhlinger, Martin Mohr, Matthias Hoernes (Hg.): Sanctuaries and the Power of Consumption. Networking and the Formation of Elites in the Archaic Western Mediterranean World. Proceedings of the International Conference in Innsbruck, 20th–23rd March 2012, Philippika 92, Wiesbaden: Harrassowitz 2015

In the 6th and early 5th centuries BC, the western Mediterranean formed a hub for trade and transactions. As people moved, their knowledge, religions, technologies, and fashions moved as well. The migration of people, ideas and goods connected diverse ethnic groups in the Mediterranean region either directly or indirectly. In this shared world, the sacred zones of sanctuaries and places of worship functioned as contact zones. The aim of the Innsbruck conference was to study western Mediterranean sanctuaries as arenas of networking and the formation of elites, focusing on the power of consumption and the consumption of power. The papers cover a wide range of different areas from Sicily to southern and Tyrrhenian Italy to the Iberian Peninsula. [mehr]

Wilhelm Guggenberger, Wolfgang Palaver (Hg.): Eskalation zum Äußersten? Girards Clausewitz interdisziplinär kommentiert, Baden-Baden: Nomos 2015

Girards „Im Angesicht der Apokalypse“ ist ein herausforderndes Buch, das ein vom Menschen verursachtes Ende der Welt durch Krieg, Terrorismus und Umweltkatastrophen für möglich hält. Dabei steht jene Gefahr der Gewalteskalation im Zentrum, die Clausewitz in „Vom Kriege“ thematisierte. Auch wenn der apokalyptische Blick beunruhigt, sollte sein analytisches Potential nicht Fundamentalisten überlassen bleiben. Die Autoren folgen Girard durch die europäische Geschichte, führen skizzierte Linien aus, erhellen Rätselhaftes und markieren Inkonsequenzen in der Entfaltung seines Ansatzes. Kritisch gegengelesen kann „Im Angesicht der Apokalypse“ ein wertvoller Beitrag zum Verständnis der jüngeren europäischen Geschichte und der gefährlichen Krisen unserer Gegenwart sein. [mehr]

Ingo Schneider, Martin Sexl (Hg.): Das Unbehagen an der Kultur, Hamburg: Argument 2015

Der Kulturbegriff, in den Geisteswissenschaften längst zum Leitkonzept geworden und in öffentlichen Diskursen zunehmend inflationär verwendet, ist unscharf. Kultur kann singuläre Praxis sein, Handlung oder Produkt oder wie im bildungsbürgerlichen Programm Abgrenzung von einem „kulturlosen“ Zustand. Immer noch greifen kulturalistische Konzepte um sich, die Kultur als Bündel von Eigenschaften definieren, durch die sich die Mitglieder einer Gruppe auszeichnen und von anderen Menschen unterscheiden. Das titelgebende Unbehagen entzündet sich an zwei parallelen Entwicklungen: der anhaltenden Konjunktur unterschiedlicher Kulturkonzepte in aktuellen (gesellschafts)politischen Diskursen sowie dem ungebremsten Boom der Verwendung des Kulturbegriffs in den Geistes- und Sozialwissenschaften. [mehr] [mehr]

Maria Juen, Gunter Prüller-Jagenteufel, Johanna Rahner, Zekirija Sejdini (Hg.): Anders gemeinsam – gemeinsam anders? In Ambivalenzen lebendig kommunizieren, Kommunikative Theologie 18, Ostfildern: Grünewald 2015

Wer heute für eine bessere Welt, eine menschlichere Glaubensgemeinschaft oder eine lebendigere Schule eintritt, gerät schnell in Ambivalenzen, in denen es zu leben gilt, ohne sie souverän gestalten zu können. Die Globalisierung verschärft Fragen nach Solidarität, Gerechtigkeit und Mitbestimmung. Religionen müssen sich in Treue zur eigenen Tradition den Anforderungen der Zeit stellen. In Schule und Bildung erfordert die zunehmende Erfahrung von Ungewissheit neue Wege der Vergewisserung, etwa über die Lernergebnisse von Lernenden. Die Autorinnen und Autoren analysieren aktuelle Ambivalenzen, ihre Probleme, aber auch ihre Potenziale und entwickeln zukunftsweisende Perspektiven. Der Band versammelt die Beiträge des 4. Kongresses „Kommunikative Theologie“.  [mehr

Iris Roebling-Grau, Dirk Rupnow (Hg.): ›Holocaust‹-Fiktion. Kunst jenseits der Authenzität, München: Fink 2015

Der Band versucht eine Bestandsaufnahme der jüngsten Entwicklungen bei der Darstellung des Holocaust in unterschiedlichen Formen, Formaten und Medien. Im Fokus steht der schwer bestimmbare Begriff des Authentischen, der sich als Mythos erweist. Den disziplinären Ausgangspunkt liefert die Nähe von Geschichts- und Literaturwissenschaften, die mit der Faktizität der Ereignisse jeweils unterschiedlich umgehen. Bestimmte Gattungen werden hinsichtlich ihrer Darstellungskompetenz befragt und einzelne Kunstwerke als aktuelle Repräsentationen des Holocaust diskutiert. Gleichzeitig werden grundlegende Überlegungen zu den Rahmenbedingungen der aktuellen Erinnerungskultur vorgestellt: Einerseits entgleiten uns die Ereignisse aufgrund des zunehmenden historischen Abstands, andererseits werden sie uns gerade durch Kunstwerke wieder nahegebracht. [mehr]

Niels Grüne, Claus Oberhauser (Hg.): Jenseits des Illustrativen. Visuelle Medien und Strategien politischer Kommunikation, Schriften zur politischen Kommunikation 20, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2015

Der Band führt in multidisziplinären Zugängen und Fallstudien von der Antike bis ins 20. Jahrhundert zwei Leitfelder der neueren historischen Forschung zusammen: das Eigengewicht visueller Medien und politische Kommunikation jenseits institutioneller Begriffsverengungen. Wenn man das „Politische“ als gekennzeichnet durch das Streben nach kollektiver Geltung von Autoritätsressourcen versteht, rückt ein breites Spektrum bildlicher Verbindlichkeitsrhetorik über die klassische politische Ikonographie hinaus in den Fokus. Im Kern richtet sich das Augenmerk auf den Beitrag, den visuelle (Re-)Präsentationen zu solchen ordnungsstiftenden und handlungsermächtigenden Diskursen leisten. Inwieweit setz(t)en Akteure auf piktorale Plausibilisierungsstrategien, um ihre normativen Hegemonieansprüche zu legitimieren? [mehr

Dietmar Regensburger, Christian Wessley (Hg.): Von Ödipus zu Eichmann. Kulturanthropologische Voraussetzungen von Gewalt, Film und Theologie 22, Marburg: Schüren 2015

Eine breite politische, zivilgesellschaftliche und religiöse Auseinandersetzung mit Fragen der Gewalt steht an. Ein Beitrag dazu kann sein, den kulturanthropologischen Voraussetzungen des Verhältnisses von Politik, Religion und Gewalt aus unterschiedlichen Perspektiven – u.a. psychoanalytischer, philosophischer, literarischer, historischer und theologischer – nachzugehen. In diesem Band wird der Versuch gewagt, unterschiedliche kulturtheoretische Erklärungsansätze – etwa jene von Arendt, Adorno, Benjamin, Canetti, Cohn, Freud, Girard, Lacan, Levinas, Pasolini und Shakespeare – mit Filmen in Beziehung zu setzen, in denen die Frage nach der Gewalt eine zentrale Rolle spielt, und daraus ein fruchtbares und lebendiges Gespräch zu entwickeln. [mehr

Jochen Bonz: Alltagsklänge – Einsätze einer Kulturanthropologie des Hörens, Kulturelle Figurationen: Artefakte, Praktiken, Fiktionen, Wiesbaden: Springer VS 2015

Von der Frage geleitet, wie die Gegenwartskulturforschung aus der Berücksichtigung klanglicher Phänomene Erkenntnisgewinne ziehen kann, verknüpft die Studie Überlegungen aus Popkultur- und Soundscape-Forschung, Empirischer Kulturwissenschaft, Musikethnologie, Kulturtheorie und Medienwissenschaft zu einem kulturanthropologischen Forschungsansatz. Sie nähert sich ihren Phänomenen interpretativ und erprobt ein begriffliches Instrumentarium, das die subjektivierenden Effekte klanglicher Medialität benennbar macht. Auf diese Weise entwirft die Studie eine Vorstellung vom Forschungsstand kulturwissenschaftlich orientierter Sound Studies und ihren Möglichkeiten. [mehr

Neuerscheinungen 2014

Erol Yildiz, Marc Hill (Hg.): Nach der Migration. Postmigrantische Perspektiven jenseits der Parallelgesellschaft, Bielefeld: transcript 2014

Durch Migration entstehen vielfältige Formen der Mobilität, die verschiedene Orte, Lebensweisen und Visionen miteinander verbinden. Menschen, die migrieren, schaffen Räume, die sich sowohl von denen unterscheiden, die sie verlassen haben, als auch von jenen, die neu bezogen wurden. So werden Strukturen, Kulturen und Kommunikationsformen erschaffen, die ohne Impulse durch Migration kaum denkbar wären. Die Lebenspraxis zeigt, dass Menschen mehrere Heimaten und Zugehörigkeiten haben, diverse kulturelle und soziale Netzwerke schaffen können und mit negativen Zuschreibungen kreativ und subversiv umzugehen wissen. Auf diese Weise entwickeln sich postmigrantische, mehrheimische, hybride und transkulturelle Alltagspraktiken, die bisher kaum gewürdigt worden sind. [mehr 

Ulrich Leitner, Stefan Hitthaler, Christina Antenhofer, Andreas Oberhofer: Corpus Intra Muros. Katalog zum Kunst- und Wissenschaftsprojekt, Schriften zur Politischen Ästhetik 2, Innsbruck: Innsbruck University Press 2014

Räume und Dinge speichern in sich die Präsenz der Menschen. Denn die Körper drücken sich in den Mauern ab, zwischen denen sie leben, an denen sie entlang gehen. So betrachtet, lässt sich die Landschaft lesen als eine Topographie unsichtbarer Schichten, die die Menschen darin hinterlassen. Doch was wäre, wenn man nach den Spuren fragt, die Räume und Dinge den Menschen ihrerseits einprägen? Dann bringen die Mauern erst die Körper hervor, die sie einst geschaffen haben, und die Dinge formen die Menschen, die sich mit ihnen befassen. Der Katalog zum gleichnamigen Kunst- und Wissenschaftsprojekt ist als zweiter Band der neuen Reihe „Schriften zur Politischen Ästhetik“ erschienen. [mehr] 

Robert Rollinger, Kordula Schnegg (Hg.): Kulturkontakte in antiken Welten: vom Denkmodell zum Fallbeispiel. Proceedings des internationalen Kolloquiums aus Anlass des 60. Geburtstages von Christoph Ulf, Innsbruck, 26. bis 30. Januar 2009, Colloquia Antiqua 10, Leuven: Peeters 2014

The volume publishes over 20 papers given at an international conference of the same name held in Innsbruck in January 2009 to celebrate the 60th birthday of Christoph Ulf. The main focus of the conference was discussion of and responses to his paper ‘Rethinking Cultural Contacts’. Ulf’s paper offered a model outlining the various forms of cultural contact and sought to explain how and why foreign goods and ideas were taken on and to what extent they were changed in shape and meaning. Just as it was no longer tenable to think of cultural contacts without taking into account the whole chain of exchange – producer, transmitter and recipient – then cultural exchange as a meaningful process of the exchange of goods and ideas between all people involved required an approach, hitherto lacking, by which it can be comprehensively analysed and explained. [mehr] 

Ulrich Leitner (Hg.): Berg & Leute. Tirol als Landschaft und Identität, Schriften zur Politischen Ästhetik 1, Innsbruck: Innsbruck University Press 2014

Kann Landschaft eine Identität haben und Identität stiften? Dieser Frage geht der vorliegende Band nach, indem Landschaft als soziale Kategorie am Beispiel des historischen Tirols interdisziplinär erprobt wird. Ein Schwerpunkt liegt auf dem heutigen Südtirol. 20 Beiträge, eine Diskussion mit Reinhold Messner und Werke Tiroler Künstler/-innen in Bild und auf Audio-CD bieten Einblicke in die Beziehung zwischen Mensch und Landschaft. Im Mittelpunkt steht der Berg als landschaftsprägendes Element, die Beziehung zwischen den Menschen und ihrem bergigen Umland, deren Auseinandersetzung mit und ihr Blick vom und auf den Berg. [mehr]

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