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Diversität im Film

Themenschwerpunkt 2022/23 des FSP im Rahmen der Diversitätsstrategie der Universität Innsbruck

Die Universität Innsbruck sieht sich als diversitätsbewusste, inklusive und partizipative Forschungs- und Bildungseinrichtung. Unter den verschiedenen Diversitätsdimensionen legt die Universität Innsbruck zukünftig erhöhtes Augenmerk auf die soziale Dimension und die Geschlechtervielfalt. Vielfalt ist Potenzial und Chance. Wie aber verstehen wir Diversität, wie verhandeln wir Diversität als Gesellschaft, welche Vorstellungen prägen dieses Konzept? Mit dem Themenschwerpunkt "Diversität im Film" wollen wir uns im Studienjahr 2022/23 diesen Fragen widmen und insbesondere mit filmischen Formen der Repräsentation von Diversität bzw. ‚Diversitätsmarkern‘ auseinanderzusetzen. Dabei wird von einem breiten Diversitätsbegriff ausgegangen, der eine Reihe von Differenzierungen (wie z.B. race, soziale Klasse, Gender, Alter, Ableismus) umfasst.  Film als Kommunikationsmedium hat unmittelbare Auswirkungen auf seine Zuseher:innen, mediale Bilder prägen unsere Wahrnehmung und Vorstellungen, sie dienen als Zugang zur Welt - letztlich beeinflussen Medien dadurch unser Weltbild. Die Auseinandersetzung mit der filmischen Darstellung von Diversität liefert uns damit spannende Einblicke in die gesellschaftlichen Vorstellungen von Vielfalt, deren Ausdruck in kulturellen Manifestationen und letztlich auch deren politische Konsequenzen.

Anhand einer Reihe von Aktivitäten bieten wir unterschiedliche Herangehensweisen, um uns gemeinsam und im Dialog mit der breiten Öffentlichkeit mit der filmischen Darstellung von Diversität auseinanderzusetzen.

Aktivitäten und Termine

Filmreihe: "Beyond single stories" - Filmische Repräsentationen von Diversität

Wer sind die Held*innen eurer Lieblingsfilme, wer sind die Protagonist*innen unserer Erzählungen heute? Wessen Geschichten werden erzählt, und wer erzählt sie?

Die Erzählweisen und Perspektiven, die Filme bieten, sind immer auch Angebote zur Identifikation. Sind diese einseitig, werden sie als dominant und repräsentativ wahrgenommen, davon abweichende Narrative und Charaktere hingegen marginalisiert. Die Schriftstellerin Chimamande Ngozi Adichie nennt dies auch „the danger of a single story“. Wem also geben Filme eine Stimme, wem bieten sie Vorbilder, wen repräsentieren sie?

Mit der Filmreihe „Beyond single stories“ wollen wir vielfältigere Geschichten zeigen und gemeinsam diskutieren, welche Vorstellungen von Diversität, deren Bedeutung und letztlich auch deren politische Konsequenzen in unserer Gesellschaft herrschen. Welche Rolle spielen Medien dabei, Unterschiede zwischen Menschen zu zeigen, zu deuten, zu betonen oder zu vernachlässigen?

Die Filmreihe zeigt eine Auswahl an Filmen, die im Anschluss an die Vorführung im Rahmen eines Publikumsgesprächs mit den Filmschaffenden, moderiert von Wissenschaftler*innen der Universität Innsbruck, in den Diskurs um Diversität eingeordnet werden sollen.

Termine

Mittwoch, 09. November 2022, 18:00 Uhr: IT WORKS I (Österreich, 1998) & IT WORKS II (Österreich, 2022), Regie: Fridolin Schönwiese

Filmvorführung & Gespräch, Moderation: Yana Lyapova 

IT WORKS: es geht, es geschieht, es gelingt“ schreibt Fridolin Schönwiese 1998 über seinen gleichnamigen Kurzfilm, in dem unter anderem Gerald, Valentin und Michael im Zentrum stehen. 2021 nimmt der Filmemacher den Faden wieder auf. Damals waren seine Protagonist*innen Kinder, zehn Jahre alt, nun stehen sie mitten im Leben. „IT WORKS dokumentiert den Willen etwas zu schaffen und zu vollbringen“ – Fridolin Schönwieses Beschreibung des Kurzfilms aus den Neunzigerjahren könnte auch als Motto über der aktuellen Arbeit, IT WORKS II, stehen. 

Im Anschluss Gespräch mit dem Regisseur Fridolin Schönwiese

Ort: Leokino, Anichstraße 36, 6020 Innsbruck


TIPP: UNI FÜR ALLE! Ja, aber nur mit bester Ausstattung

Input und Workshop zu Inklusion und Barrierefreiheit von Menschen mit Beeinträchtigung 

08. November 2022, 15:00-16:30 Uhr, UR 3108, Innrain 52d, 6020 Innsbruck. Weitere Infos hier.


Mittwoch, 23. November 2022, 18:00 Uhr: Becoming Me (Italien, 2018), Regie: Martine de Biasi

Filmvorführung & Gespräch, Moderation: Felix Lene Ihrig 

Die Südtiroler Langzeit-Dokumentation "Becoming Me" begleitet Marian, einen trans Mann, in seinem Transitionsprozess ab seinen ersten Überlegungen zu seiner Geschlechtsidentität. Sowohl Marians Ängste und Wünsche als auch die Eindrücke der Filmemacherin selbst - Ex-Freundin des Protagonisten - werden thematisiert. Sie wirft damit auch ein Licht auf die noch stark traditionell geprägte Gesellschaft Südtirols. Was bedeutet Marians Transitionsprozess - für ihn, seinen Beruf und seine Partnerschaft, für sein Umfeld?

Mit dem Film und der anschließenden Diskussion stellen wir uns die Fragen: Welche Vorstellungen von trans Personen haben wir, welche Perspektive(n) bietet der Film? Was brauchen wir als Gesellschaft, um sensibel mit Geschlechtsidentität umzugehen?

Im Anschluss Gespräch mit der Regisseurin Martine de Biasi

Ort: Leokino, Anichstraße 36, 6020 Innsbruck


TIPP: UNI FÜR ALLE! Ja, aber bitte nicht so kompliziert

Vortrag zu genderqueerer Sensibilität an der Uni 

14. November 2022, 19:00 Uhr, HS 3, SOWI, Universitätsstraße 15, 6020 Innsbruck. Weitere Infos hier.


Montag, 05. Dezember 2022, 18:00 Uhr: Corsage (Österreich, 2022), Regie: Marie Kreutzer

Filmvorführung & Gespräch, Moderation: Christian Rainer 

Weihnachten 1877: Es ist der 40. Geburtstag von Kaiserin Elisabeth von Österreich. In ihrer Rolle als Repräsentantin an der Seite ihres Mannes Kaiser Franz Joseph darf sie keine Meinungen äußern, sondern muss für immer die schöne junge Kaiserin bleiben. Um dieser Erwartung zu entsprechen, hält sie an einem rigiden Plan aus Hungern, Sport, Frisieren und täglichen Messungen der Taille fest. Doch Elisabeth ist eine wissbegierige und lebenshungrige Frau, deren Widerstand gegen das überlebensgroße Bild ihrer selbst wächst und die nicht länger in einem höfischen Korsett leben will.

Ort: Leokino, Anichstraße 36, 6020 Innsbruck

Im Anschluss Gespräch mit der Regisseurin Marie Kreutzer


Mittwoch, 11. Jänner 2023, 18:00 Uhr: Eva-Maria (Österreich, 2021), Regie: Lukas Ladner

Filmvorführung & Gespräch, Moderation: Josefine Wagner & Dominik Wurzer

Eva-Maria arbeitet als Sekretärin an der Pädagogischen Hochschule. Sie ist stolz auf diese Position. Es war nicht einfach, die Anstellung zu bekommen, denn seit ihrer Kindheit ist sie durch spastische Zerebralparese auf den Rollstuhl angewiesen. Für Eva-Maria war das nie Grund, ihre Träume aufzugeben. Sie weiß, was sie will und wie sie es bekommt. Von ihrem Optimismus und ihrem überzeugten Ja zum Leben geleitet, fühlt sie sich Anfang 30 bereit für einen ihrer größten Träume: ein eigenes Kind. Mithilfe künstlicher Befruchtung will sie sich nun diesen Wunsch erfüllen.

Im Anschluss Gespräch mit dem Regisseur Lukas Ladner und der Protagonistin Eva-Maria Proßegger

Ort: Leokino, Anichstraße 36, 6020 Innsbruck

Organisation und Kontakt

Dr. Teresa Millesi (Forschungsschwerpunkt "Kulturelle Begegnungen - Kulturelle Konflikte")

Kontakt: teresa.millesi@uibk.ac.at // fsp-kultur@uibk.ac.at 

Informationen zu allen Aktivitäten finden Sie hier sowie im FSP-Newsletter. Wir freuen uns über Ihr Interesse und sind für Anregungen, Ideen und weitere Kooperationen gerne offen. 

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