zukunft

Magazin für Wissenschaft und Forschung der Universität Innsbruck

Ausgabe 01 | 08

 

BILD DER WISSENSCHAFT. Anthracen-Kristall

 

Die Innsbrucker Forscherinnen und Forscher um Prof. Ulrich Griesser vom Institut für Pharmazie sind Experten, wenn es darum geht, mit mikroskopischen und thermoanalytischen Methoden das Kristallisationsverhalten von Stoffen zu untersuchen. Dabei entstehen unter dem Mikroskop oft bizarre Aufnahmen. Neben dem Bild der Wissenschaft in der ersten Ausgabe von „zukunft“ präsentieren wir hier weitere Beispiele aus der Arbeit der Forschungsgruppe.

 

Die Aufnahme zeigt Kristalle von Anthracen die sich aus der Gasphase an einer Glasoberfläche abgeschieden haben.Die Aufnahme zeigt Kristalle von Anthracen die sich aus der Gasphase an einer Glasoberfläche abgeschieden haben. Das Bild wurde mit einem Heizmikroskop und polarisiertem Licht im Rahmen der Diplomarbeit von Christine Cenger aufgenommen. Anthracen ist ein aromatischer Kohlenwasserstoff und ein wichtiges Ausgangsprodukt für die Herstellung von Alizarin- und Indanthrenfarbstoffen.

Diese von der Doktorandin Doris Braun angefertigte Aufnahme zeigt das Kristallisat eines der heute am häufigsten eingesetzten Antioxydanzien.Diese von der Doktorandin Doris Braun angefertigte Aufnahme zeigt das Kristallisat eines der heute am häufigsten eingesetzten Antioxydanzien. Das unter der Bezeichnung E 321 in Lebensmitteln, aber auch in Kosmetika und Verpackungen eingesetzte Butylhydroxytoluol (BHT) verhindert Oxidationsprozesse und hemmt so Veränderungen der Produkte durch den Sauerstoff in der Luft.

Diese Aufnahme zeigt zwei Kristallformen von Barbital, einem Schlafmittel, das bereits vor über 100 Jahren unter dem Namen Veronal auf den Markt kam.Diese Aufnahme zeigt zwei Kristallformen von Barbital, einem Schlafmittel, das bereits vor über 100 Jahren unter dem Namen Veronal auf den Markt kam. Der klangvolle Name geht auf die italienische Stadt Verona zurück. Joseph von Mering, der zusammen mit dem Nobelpreisträger Emil Fischer das Mittel erfunden hatte, nahm das Schlafmittel auf einer Bahnreise von Berlin nach Basel ein und war angeblich erst in Verona wieder erwacht. Die mikroskopische Aufnahme mit polarisiertem Licht hat die Doktorandin Neslihan Zencirci angefertigt. Die Substanz wurde dazu in einer Dimethylformamid-Lösung unkristallisiert, über dem Schmelzpunkt aufgeheizt und rasch abgeschreckt. 

Die polarisationsmikroskopische Aufnahme stammt von der Doktorandin Verena Niederwanger.Prasugrel ist ein neuer Wirkstoff gegen Thrombosen. Ähnlich wie Aspirin wirkt er blutverdünnend, nur ist Prasugrel wesentlich wirksamer. Es hemmt die Aggregation von Blutplättchen und verhindert so die tödliche Blockade des Blutstroms in atherosklerotischen Gefäßen die zum Beispiel zu einem Herzinfarkt führen kann. Die polarisationsmikroskopische Aufnahme stammt von der Doktorandin Verena Niederwanger. Auch Sie forscht in der Gruppe um Ulrich Griesser am Institut für Pharmazie.