Der Mann aus dem Eis


Wohl kaum ein archäologisches Ereignis der letzten Jahre hat die Menschen so berührt, wie die Auffindung der 5300 Jahre alten Mumie samt Kleidung und Ausrüstung im Gletschereis auf 3210 m Seehöhe. Die wissenschaftliche Auswertung des Fundes hat an der Universität Innsbruck vielfältige Innovationen ausgelöst und der interdisziplinären Zusammenarbeit wichtige Impulse verliehen. An keinem Projekt zuvor waren so viele Wissenschaftler verschiedener Disziplinen beteiligt. Weltweit haben 64 Forschungsgruppen an dem "Mann aus dem Eis" gearbeitet.

Das Nürnberger Ehepaar Erika und Helmut Simon entdeckte am 19. September 1991 die Gletschermumie, im Volksmund 'Ötzi' genannt, unterhalb des Hauslabjochs. Die offizielle Bergung wurde am 23. September 1991 durch den damaligen Vorstand des Instituts für Gerichtsmedizin der Universität Innsbruck, Prof. Rainer Henn, durchgeführt. Sechs Jahre lang befand sich der Leichnam unter gletscherähnlichen Bedingungen am Institut für Anatomie der Universität Innsbruck, wo er eingehend untersucht und konserviert wurde. Im Januar 1998 wurde die Mumie vom Similaun dann in das speziell adaptierte Archäologiemuseum in Bozen überstellt, wo er heute einer breiten Öffentlichkeit zugänglich ist.