Kuratorium vergibt Fördermittel aus 2020

 Ende Juni hat das Kuratorium des Förderkreises entschieden, welche Ideen aus dem Spendentopf von 2020 unterstützt werden sollen. Dank großzügigen Unterstützerinnen und Unterstützern kann die Universität 19 Projekten eine unkomplizierte und motivierende Anschubfinanzierung zukommen lassen. Im Namen der Begünstigten möchten wir unseren herzlichen Dank aussprechen.

Die Universität Innsbruck freut sich sehr, dass namhafte Persönlichkeiten des sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens Nord-, Ost- und Südtirols, Vorarlbergs, Liechtensteins und Luxemburgs ihrem Förderkreis angehören und die Wissenschaft mittels Spenden unterstützen.

1669 Förderperiode VI

Sitzung_2021

Für das Kuratorium (siehe Bild vlnr): Andrea Durnthaler – D. Swarovski KG, Eduard Fröschl – Fröschl AG & Co KG,  Claudia Berghofer – ADLER-Werk Lackfabrik J. Berghofer GmbH, alle  Nordtirol, Tilmann Märk – Rektor der Universität Innsbruck, Uli Rubner – Vorsitzende Kuratorium, Christof Oberrauch – Technicon AG, Südtirol;  Monika Froschmayr – Weinberg Bauträger & Projektentwicklungs GmbH, Nordtirol (hintere Reihe): Daniela Gruber - Förderkreisbüro, Friedrich Gaigg - Büro des Rektors, Christoph Murrer – Plansee-Gruppe, Nordtirol

 

 

Die folgende Übersicht enthält die neuen Förderprojekte, die vom Kuratorium geprüft und genehmigt wurden.

 

An der Schnittstelle von Theorie und Praxis

Beim universitätsweiten Wettbewerb für die Entwicklung von PROTOTYPEN mit dem Ziel, den Wissens- und Technologietransfer in Tirol zu stärken und wirtschaftliche Potentiale zu erheben können folgende Ideen finanziert werden:

 

Förderprojekt 1/19

DendroSmart-Dendrometer-System für ein effizientes Monitoring des Baumwachstums

Univ.-Prof. Mag. Dr. Stefan Mayr und Mag.a Birgit Dämon vom Institut für Botanik entwickeln ein DendroSmart-Dendrometer-System für ein effizientes Monitoring des Baumwachstums. Das Dickenwachstum von Bäumen liefert wichtige Erkenntnisse über die Einflüsse von Klimaextremen und Umweltveränderungen auf unsere Wälder und kann mittels Dendrometern verfolgt werden. Im Rahmen des Citizen Science Projekts CITREE am Institut, wurden derartige Banddendrometer erfolgreich verwendet. Die Ablesung der an Stadtbäumen montierten Dendrometer erfolgte durch interessierte BürgerInnen in Innsbruck und in Gent, Belgien, die Wachstumsdaten wurden in einer, mittels QR-Code zugänglichen Datenbank gesammelt. Nun soll eine automatisierte und damit effizientere und wesentlich exaktere Ablesung mittels Smartphone weiterentwickelt und optimiert werden, die Daten stehen sowohl für wissenschaftliche Anwendungen als auch für den Forst- und Agrarbereich bereit.

Förderprojekt 2/19

Bioinspirierte Falle zur Bekämpfung von Varroamilben bei Honigbienen

Stefanie Jäger, Msc und ao. Univ.-Prof. Dr. Thorsten Schwerte vom Institut für Zoologie entwickeln eine Falle zur Bekämpfung von Varroamilben bei Honigbienen.  Im Winter verlassen Honigbienen ihren Stock einige Monate lang nicht. Sie rücken eng zusammen und bilden dadurch eine sog. Wintertraube. Fällt die Temperatur dabei unter 10 Grad Celsius, klinken die Bienen ihre Flugmuskulatur aus und erzeugen ein Muskelzittern, das aktiv den Stock erwärmt. Dabei wird sehr viel Energie verbraucht, was zur Folge hat, dass Bienenvölker oft nur geschwächt durch den Winter kommen oder sogar gänzlich verhungern. Dieser Effekt wird durch den zusätzlichen Befall eines Parasiten – der Varroamilbe – verstärkt. Diese Milben saugen an der Körperflüssigkeit und den Fettdepots der oft ohnehin geschwächten Bienen und verschlechtern zusätzlich deren Vitalität. Eine „Dummy-Bienen-Attrappe“ mit einem natürlichen Lockstoff   kann die Varroamilbe täuschen, so dass sie von ihrem eigentlichen Wirt abgelenkt und die Milbenanzahl innerhalb der Bienenstöcke reduziert wird.

Förderprojekt 3/19

Bau eines Prototyps zur chemischen Zersetzung von Schwefelhexafluorid

Univ.-Prof. Dr. Fabian Dielmann vom Institut für Allgemeine, Anorganische und Theoretische Chemie baut einen transportablen Prototyp zur chemischen Zersetzung von Schwefelhexafluorid (SF6),  der eine technisch äußerst einfache Möglichkeit zur Entsorgung von SF6 am Ort der Nutzung bietet und die derzeit steigende Freisetzung des hochwirksamen Treibhausgases in die Atmosphäre reduziert.  Die Emission eines Kilogramms SF6 trägt genauso viel zur Klimaerhitzung bei wie 23.500 Kilogramm Kohlendioxid (CO2). Aus diesem Grund ist SF6 als eines der sechs Treibhausgase des Kyoto-Protokolls seit 1997 stark reglementiert und wird nur noch in wenigen Anwendungen eingesetzt. Bis zum Erreichen der technischen Lebensdauer bestehender Geräte für Reparaturen und Anlagenerweiterungen, muss der Einsatz aber noch bis zu 50 Jahre fortgeführt werden. Die Entsorgung von SF6 und SF6-haltigen Gasgemischen erfolgt in einem energieintensiven und technisch aufwendigen Verbrennungsprozess und wird daher an nur wenigen Standorten in Europa durchgeführt.

Förderprojekt 4/19

Nutzung von evolutionären Algorithmen für das automatisierte Design von Antennen

Dipl.-Ing. Dominik Mair vom Arbeitsbereich Elektrotechnik am Institut für Mechatronik erforscht die Nutzung von evolutionären Algorithmen für das Design und die Optimierung von 3D-Antennen. Dabei soll eine kürzlich entwickelte Methode zur vollautomatisierten Optimierung und Design von zweidimensionalen Antennen so erweitert werden, dass sie über eine Weboberfläche für EndkundInnen leicht nutzbar ist. Antennen sind immens wichtig für eine Vielzahl an Anwendungen, ihr Entwicklungsprozess ist insbesondere für anspruchsvolle Randbedingungen zeitaufwändig und komplex. In vielen Unternehmen gibt es wenig bis kein Know-How was die Entwicklung von Antennen betrifft. Häufig werden daher suboptimale off-the-shelf Antennen verwendet. Diese Diskrepanz soll überbrückt werden, EndkundInnen sollen hochoptimierte, konkret auf spezialisierte Applikationen hin angepasste Antennen in kurzer Zeit und zu niedrigen Kosten entwickeln können.

Förderprojekt 5/19

Blockchain im Tourismus

Mag. (FH) Robert Eller vom Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus nutzt einen Prototypen für Blockchain im Tourismus. In Tirol wurden im Jahr 2019 insgesamt fast 50 Mio. Nächtigungen verzeichnet. Digitale Lösungen sind mittlerweile aus dem Tourismus nicht mehr wegzudenken. Der Markt von Anbietern ist sehr zersplittert und Inkompatibilitäten zwischen den Softwaresystemen führen zu einem erheblichen Mehraufwand für Tourismusbetriebe und zu Abhängigkeiten von Buchungs-Plattformen oder Unzulänglichkeiten wegen Sicherheitslücken. Mittels eines automatischen Blockchain-Systems soll es möglich werden, Geschäftsprozesse und Leistungen für mehrere touristische Organisationen effizient und verteilt abzubilden und Transaktionen fälschungssicher, vertrauensvoll und sofort zu speichern, mit dem Ziel, ein sicheres und vertrauensvolles Settlement von Leistungen zwischen verschiedenen Parteien ohne Zwischenhandel zustande zu bringen.

Förderprojekt 6/19

Weiterentwicklung eines Koppelelements als doppelter Schwalbenschwanzzapfen

assoz. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Anton Kraler vom Arbeitsbereich Holzbau am Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften entwickelt ein Koppelelement als doppelten Schwalbenschwanzzapfen weiter. Der derzeitige Trend im österreichischen, aber auch im internationalen Holzbau liegt eindeutig bei Brettsperrholz als Holzmassivbauweise und liefert ein jährliches Wachstum im zweistelligen Prozentbereich. Die Marktentwicklung von Holz-Holzverbindungen wurde aufgegriffen, weil es für flächige Bauteile wie jene der Brettsperrholzbauweise keine derartigen Verbindungen für den konstruktiven, linearen Einsatz gibt. Großes Potenzial liegt bei historischen Holz-Holzverbindungen wie dem Schwalbenschwanzzapfen, der durch die maschinelle Vorfertigung auch für flächige Bauteile und deren hohen Anforderungen einsetzbar ist. Die geplante innovative Weiterentwicklung des Schwalbenschwanzverbinders als Systemverbinder ist in wirtschaftlicher als auch statischer Hinsicht eine zukunftsträchtige Lösung mit hohem Marktpotential.

Förderprojekt 7/19

Cosmic-Ray-Neutron-Sensing basierter Schneesensor

Dipl.-Geogr. Paul Schattan, PhD vom Institut für Geographie baut auf Cosmic-Ray-Neutron-Sensing basierte Schneesensoren. Gebirgsräume dienen als Wasserschlösser für die umgebenden Vorländer, die Schneedecke als Wasseräquivalent stellt eine wesentliche Komponente des Wasserhaushalts im Hochgebirge dar. Als komplementäre Datenquelle zu satellitengestützten Messmethoden sind genaue in-situ-Messungen des Wasseräquivalents der Schneedecke daher von zentraler Wichtigkeit für die Hydrologie und Meteorologie. Ein wesentlicher Nachteil der bisher kommerziell erhältlichen Sensoren ist ihr kleiner sogenannter „Mess-Footprint“, d.h. mit ihnen sind nur „Punktmessungen“ möglich. Durch Messung der Reflexion kosmischer Neutronen das Wasseräquivalent der Schneedecke können mit hoher Genauigkeit und mit Footprints von ca. 250 m Radius bestimmt werden kann. Unter Zuhilfenahme des besten erhältlichen Neutronen-Detektors – einer modifizierten Sonderanfertigung der Forschungspartner - soll ein Demonstrationsprototyp mit integrierten Schneeprozessierungs-Algorithmen erstellt werden, der die Benutzerfreundlichkeit wesentlich verbessert, die Leistungsfähigkeit und die Kommerzialisierungschancen der Methode unter Beweis stellt.

 

Und hier alle weiteren genehmigten Projektförderungen:

 

Förderprojekt 8/19

1669 Gastprofessuren

Mit dem Ziel, den hochkarätigen internationalen wissenschaftlichen und didaktischen Austausch mit der Universität Innsbruck und den Dialog mit der Gesellschaft zu fördern unterstützt der Förderkreis die Beauftragung von Gastprofessuren, die in der Universitäten Allianz AURORA oder an einer namhaften Universität bzw. Forschungseinrichtung außerhalb Österreichs in einem dienstrechtlichen Verhältnis stehen. 2021 wird Professorin Lisa Bernstein von der Chicago Law School an der Fakultät für Rechtswissenschaft auf Einladung der internationalen Dienste unter der Leitung von Dr.in Barbara Tasser zu Gast sein.  Ihre Forschungsinteressen liegen im Bereich des Vertrags- und Handelsrechts mit besonderem Schwerpunkt auf branchenspezifischer Streitbeilegung, modernen Lieferkettenbezeichnungen, sozialer Netzwerkanalyse und der Überschneidung von Strategie und relationalem Vertragswesen. Sie forscht zudem zur Einführung und institutionellen Ausgestaltung von Handelsgerichten in Schwellen- und Transformationsländern und zur Beziehung zwischen sozialen Strukturen und wirtschaftlicher Entwicklung. Professorin Bernstein bringt sowohl in den Wirtschaftswissenschaften als auch in Rechtswissenschaften und ihrer interdisziplinären Forschung eine neue, spannende Perspektive an die Universität, die nicht nur für die Rechtswissenschaftliche Fakultät, sondern auch für andere Fakultäten einen enormen Mehrwert darstellt. Ihr geplanter Gastvortrag ""Managerial Contracting: A Preliminary Study"" ermöglicht komplexe und sehr interessante Einblicke in die ökonomische Wirklichkeit, die durch gewisse Vertragstechniken geformt werden kann.

Förderprojekt 9/19

Video gamEs foR Skills trAining

Prof. Dr.in Kathrin Thedieck und Dr.in Petra Engele vom Institut für Biochemie und Pharmazie implementieren für unsere Universitäten Allianz AURORA unter der Leitung von Dr. Thomas Baumgartner VERSA Video gamEs foR Skills trAining. Ziel ist, Soft Skills auf DoktorandInnenebene in neuer digitaler Lehr- und Lernumgebung zu entwickeln. Zentrale Softskills, die sowohl für die wissenschaftliche als auch für Tätigkeiten in gehobenen bzw. leitenden Positionen essentiell sind, werden mittels einer SoftSkills- Games-Plattform vermittelt. Das computerspielbasierte Training wird durch erfahrene PsychologInnen und TrainerInnen begleitet und fortlaufend evaluiert. Das Konzept erzeugt eine hohe Motivation, die nicht nur den Lernerfolg fördert, sondern auch berufliche Netzwerke fakultäts- und universitätsübergreifend auf- und ausbaut. VERSA zielt auf das Training von acht generischen Kompetenzen ab, die sowohl als „akademische“, als auch als „future skills“ bezeichnet werden können: Kreativität, kritisches Denken, komplexes Problemlösen, kognitive Flexibilität, Menschen- und Teammanagement, Zeitmanagement, Urteilsvermögen und Entscheidungsfindung sowie zielgerichtetes Handeln. 

Förderprojekt 10/19

Integration of Environmentally Responsive Materials as Dynamic Markers for Augmented Reality Applications in Architecture

DI Theresa Uitz, MSc.  am Institut für Experimentelle Architektur betreibt Grundlagenforschung über ""Integration of Environmentally Responsive Materials as Dynamic Markers for Augmented Reality Applications in Architecture"" Mit zunehmendem Bewusstsein für unsere ökologische Verantwortung müssen sich ArchitektInnen mit alternativen Lösungen befassen, um unsichtbare Umweltparameter des thermischen Komforts zu kommunizieren. Augmented Reality (AR) ist eine digitale Technologie, mit der reale Ereignisse virtuell verbessert werden können, indem ein realer Datensatz in Echtzeit mit digitalen Daten überlagert wird. Der Videokameraeingang eines Smartphones oder Tablets wird in Echtzeit mit virtuellen Daten überlagert und manifestiert sich in einem Hybridzustand auf dem Bildschirm des Geräts. AR bietet die vielversprechende Möglichkeit, komplexe Zustände sowie unsichtbare Sensordaten zu visualisieren, die für den Menschen ansonsten so nicht wahrnehmbar sind. Dieses Projekt zielt darauf ab, eine Entwurfslösung anzubieten, um dieser Einschränkung in Form von thermochromen AR-Markern entgegenzuwirken. Thermochrome Materialien ändern ihre Farbe, wenn die Materialtemperatur einen bestimmten Schwellenwert überschreitet. Der Effekt kann sich in einer Änderung des Farbtons, der Sättigung oder der Transparenz der Smart-Material-Schicht äußern. Das Projekt konzentriert sich auf eine Kontraständerung eines Markierungsmusters (marker patterns), die durch diesen Effekt verursacht wird.  Eine AR-App sowie thermochrome 2D- und 3D-Marker werden erstellt.

Förderprojekt 11/19

Training load and sleep in the context of injury and illness risk in youth ski racing

Am Institut für Sportwissenschaft forscht Mag.a Lisa Steidl-Müller PhD, BSc über Ski Racing: Der alpine Skirennlauf ist bekanntlich eine Sportart mit hohem Verletzungsrisiko. Verletzungspräventionsprojekte im Nachwuchsskirennlauf wurden entwickelt, um modifizierbare und nicht-modifizierbare Risikofaktoren für Verletzungen und Krankheiten zu identifizieren. Die Erhebung von internen Trainingsbelastungsparametern kombiniert mit jenen des biologischen Entwicklungsstandes scheinen notwendig zu sein, um etwaige Zusammenhänge mit Verletzungen und Krankheiten herausfinden zu können und um Trainingsprozesse mehr auf die individuellen Bedürfnisse anpassen zu können. Aufgrund der doppelten Belastung von Ski- und Konditionstraining und Wettkämpfen sowie den schulischen Herausforderungen sollten auch diverse psychologische Stress-Parameter (Burnout) nicht außer Acht gelassen werden. Projektziel ist die prospektive Erhebung von möglichen Risikofaktoren für Verletzungen und Krankheiten von NachwuchsskirennläuferInnen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren mittels einer App für Smartphones für die Dokumentation durch die SportlerInnen. Durch regelmäßige Messung des biologischen Entwicklungsstands und anthropometrischer Charakteristika sollen Entwicklungsverläufe beobachtet und Wachstumsphasen identifiziert werden können, um mögliche Zusammenhänge zwischen Entwicklungsstand, Wachstumsraten, Schlafparametern, internen Trainingsbelastungscharakteristika, Burnout und Verletzungen bzw. Krankheiten zu identifizieren.

Förderprojekt 12/19

DKZ Kinder von Besatzungssoldaten in Tirol. Erinnerungen an besondere Kindheiten

Mag.a Flavia Guerrini, PhD forscht am Institut für Erziehungswissenschaft über die Kinder von Besatzungssoldaten in Tirol Seit Ende 2018 hat sie diese Bevölkerungsgruppe Tirols im Blick, deren Kindheiten, Lebensgeschichten und Lebensbedingungen bislang nicht wissenschaftlich erforscht wurden.  Laut Schätzungen kamen im ersten Nachkriegsjahrzehnt in Österreich rund 30.00 Kinder zur Welt, deren Väter Truppenangehörige der Alliierten waren, für Tirol sind bislang keine Zahlen bekannt. Aufgrund dieser spezifischen Herkunft sowie der meist unehelichen Geburt waren die Kinder individueller wie struktureller Diskriminierung ausgesetzt. Das Projekt rekonstruiert anhand biographischer Interviews mit ZeitzeugInnen die Bedingungen des Aufwachsens als Besatzungskind in Tirol und die Bedeutung dieser spezifischen Herkunft für den Lebensverlauf der Betroffenen. Das Projekt hat das Ziel, die Fertigstellung von bereits begonnenen Forschungen zu den Erfahrungen und den Lebensgeschichten sogenannter Besatzungskinder in Tirol zu ermöglichen und die Ergebnisse in Form eines bibliophilen Buchprojektes zu publizieren.

Förderprojekt 13/19

Endophänotypen von Verlust z. B. nach dem Platzen einer Finanzblase

Ass.-Prof.in Mag.a.rer.nat. Karin Labek, PhD vom Institut für Psychologie betreibt gemeinsam mit assoz.-Prof. Roberto Viviani, PhD vom Institut für Psychologie und Univ.-Prof. Dr. Michael Kirchler vom Institut für Banken und Finanzen Grundlagenforschung zu Endophänotypen von Verlust z. B. nach dem Platzen einer Finanzblase.  Das Erleben psychischer Schmerzen gilt als der leidvollste Zustand, den wir Menschen erleben können. Im Allgemeinen wird das innere Erleben eines affektiv negativen („schmerzhaften“) Zustandes verstanden als natürliche Reaktion auf die Bedrohung der psychischen Integrität. Bisherige Studien mit bildgebenden Verfahren setzten unabhängig voneinander, unterschiedliche, mit psychischen Schmerzen assoziierte Paradigmen ein. Gegenwärtig zeigen die bisherigen Befunde ein sehr uneinheitliches Bild in Bezug auf deren neuronale Aktivierungen. Das mag auch auf methodologische Unschärfen zurückzuführen sein, weil es schwierig ist Verlustereignisse zu induzieren und diese dann unmittelbar zu messen. Die moderne (neuro)ökonomische Forschung hat innovative Paradigmen im Bereich der Entscheidungsfindung entwickelt, die eine präzise Untersuchung und Modellierung ermöglichen. Erstmals sollen im interdisziplinär angelegten Ansatz, psychische Schmerzen in Verlustsituationen durch ein formalisiertes Paradigma aus der (neuro)ökonomischen Forschung untersucht werden mit dem Ziel, zustandsunabhängige Marker (Endophänotypen) zu erforschen, die reliable neuronale Aktivierungen von zentral bedeutsamen pathogenetischen Lebensereignisse wie Verlust ermöglichen. Mittelfristig besteht der Anspruch, spezifischere Erklärungsmodelle und längerfristig Vorhersagemodelle in Bezug auf die Ursache für das Entstehen einer psychiatrischen bzw. psychologischen Krankheit und die Entwicklung einer Krankheit aus diesen Ursachen heraus zu gewinnen.

Förderprojekt 14/19

Entwicklung der sportmotorischen Fitness und Zusammenhang mit der psychischen und physischen Gesundheit sowie der Lebensqualität und Persönlichkeitsentwicklung bei Tiroler Jugendlichen

assoz. Prof. Mag. Dr. Gerhard Ruedl am  Institut für Sportwissenschaft hat folgende Längsschnittstudie über die Entwicklung der sportmotorischen Fitness und Zusammenhang mit der psychischen und physischen Gesundheit sowie der Lebensqualität und Persönlichkeitsentwicklung bei Tiroler Jugendlichen mit ProbandInnen aus ca. 300 Tiroler SchülerInnen von der 9. bis zur 12 Schulstufe.  Ziel ist, die Entwicklung der körperlichen Fitness, der physischen und psychischen Gesundheit, Beziehungsqualität und Persönlichkeit zu erforschen und kausale Zusammenhänge zu untersuchen und diese Ergebnisse in entsprechende Empfehlungen und Präventivmaßnahmen zu formulieren. Die Corona-Pandemie mit ihren Lockdown-Maßnahmen und dem damit verbundenen Home Schooling reduziert einerseits die körperliche Aktivität sowie die sozialen Kontakte und erhöht andererseits die Bildschirmzeit von Kindern und Jugendlichen dramatisch (Xiang et al. 2020). Eine Meta-Analyse von García-Hermoso et al. (2019) weist darauf hin, dass eine höhere körperliche Fitness in der Jugend einen wichtigen Gesundheits-Indikator für das spätere Erwachsenen-Leben darstellt mit positiven Auswirkungen auf kardiovaskuläre und -metabolische Risikofaktoren. Außerdem ist eine höhere körperliche Fitness mit einer verbesserten Lebensqualität (Evaristo et al. 2019), Selbstwertgefühl und Selbstkonzept (Bonhauser et al. 2005, Späth & Schlicht 2000) von Jugendlichen assoziiert. Kooperationspartnerinnen sind an der Universität: assoz.-Prof. Dr. Karin Labek, Vizerektorin für Personal Univ.-Prof.in Dr.in Anna Buchheim, Priv.-Doz. Dr. Nikolaus Greier sowie die KPH Edith-Stein.

Förderprojekt 15/19

Auswirkungen der Covid-19 Krise auf junge Menschen in Tirol

Univ.-Prof.in Dr.in Barbara Juen kann ihre wichtige Forschung an der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaften zu den Auswirkungen der COVID 19 Krise auf Studierende der Universität Innsbruck fortführen. Untersuchungen während der COVID-19 Pandemie zeigen, dass Studierende verstärkt unter der aktuellen Krise leiden. Es ist daher zentral, ihre Probleme zu verstehen, Unterstützungsmöglichkeiten zu identifizieren und diese auszubauen. Vizerektorin für Personal Univ.-Prof.in Dr.in Anna Buchheim , Vizerektor für Lehre und Studierende Univ.-Prof. Dr. Bernhard Fügenschuh, Univ.-Prof.in Dr.in Tabea Bork-Hiffner, ass.-Prof.in Dr.in Karin Labek, ass.-Prof.in Dr.in Maria Hildegard Walter, alle vom Institut für Psychologie, Mag.a Dr.in Heidi Siller von der Medizinischen Universität Innsbruck, Gender Medicine & Diversity Unit tragen das Forschungsvorhaben mit.

Förderprojekt 16/19

TeamX

Univ.-Prof. Dr. Mathias Rotach an der Fakultät für Geo- und Atmosphärenwissenschaften leitet TeamX, eine internationale Forschungsgruppe für atmosphärische Messungen. Ziele der Grundlagen- und Anwendungsforschung sind verbesserte Wetter- und Klimainformationen durch hydrologische Modellierungen für noch präzisere Messungen bei Luftverschmutzungen und genaueren Prognosevorhersagen für Luftverschmutzungen und Beeinträchtigungen für die Gesundheit, die Energiebranche, Landwirtschaft und weitere Anspruchsgruppen zu erheben. Das Forschungsgebiet liegt im Inntal, Etschtal in Südtirol und dem Alpenvorland.

Förderprojekt 17/19

Architectural Prototype for the Venice Architectural Biennale

Univ.-Prof.in Dr.in Claudia Pasquero vom Institut für Städtebau / Landschaftsarchitektur zeigt auf der diesjährigen Architekturbiennale in Venedig zum Thema ""Co-Living"" die Installation Bit.Bio. Bot, photosynthetic architecture.  Die Installation des Photobioreaktors im Arsenale erfolgt auf Einladung des Hauptkurators Hasim Sarkis. Die Installation ist ein echtes urbanes Labor und kombiniert fortschrittliche Architektur mit Mikrobiologie, um ein künstliches Habitat zu errichten, eine prototypische Behausung, in der urbane Algen kollektiv gezüchtet werden können. Jede Phase der Projektkonzeption, Herstellung, Kultivierung und Re-Funktionalisierung nach der Biennale trägt zu dem Experiment der Koexistenz bei. Koexistenz ist beabsichtigt, unter uns Menschen und mit einem erweiterten Milieu von nicht-menschlichen Systemen und lebenden Organismen. Das fortschrittliche architektonische System ist das Ergebnis von 10 Jahren bio-digitaler Designforschung und kombiniert computergestützte Designstrategien (BIT) mit proprietären digitalen Fabrikationstechniken (BOT), um ein kollektives mikrobiologisches Kultivierungsprotokoll (BIO) zu implementieren. Die Installation entsteht unter den Aspekten der Ökologie und wie der Mensch auf dem Planeten mit anderen Spezien und Organismen zusammenlebt. Schulen und Institutionen in Tirol werden bei Produktion und Nachnutzung des Prototyps involviert, Teile der Installation stehen diesen danach auch als Lehrmaterial für ökologische Aspekte wie Luftqualität und Nahrungsproduktion in Städten zur Verfügung. KooperationspartnerInnen sind: ecoLogicStudio, London The Urban Morphogenesis Lab at the Bartlett UCL, London, Destination Wattens

Förderprojekt 18/19

Promised Land – Diversität, Wissenschaft und Gesellschaft in Israel

AIANI, das wissenschaftliche Netzwerk Israel-Innsbruck der Universität geleitet von Mag.a Marion Wieser und Prof. Noam Zadoff vom Institut für Zeitgeschichte - Israel Studies organisieren den wissenschaftlichen Workshop mit Fotoausstellung zu:  Promised Land – Diversität, Wissenschaft und Gesellschaft in Israel. Israel ist Projektionsfläche für Vieles. Dies birgt hohes Potential zur Veranschaulichung, Diskussion und Reflexion für unterschiedlichste Fragen und spannende Themen, wie z.B. die systematische Erforschung des Umgangs mit innovativen biomedizinischen Technologien und daraus resultierende ethische Fragen, gerade auch im Ländervergleich. Darüber hinaus ergeben sich auch für die Soziologie mit der Erforschung von soziokultureller Diversität, sowie für die historischen Disziplinen, die sich mit der älteren und neueren Gründungsgeschichte und den damit verknüpften Visionen beschäftigen, zahlreiche lohnende Forschungsfragen. Israel soll als hochinteressanter Kultur- und Forschungsraum für eine Diskussion zur Bedeutung von Diversität innerhalb von Gesellschaften genutzt werden. Dafür ist einerseits ein halbtägiger interdisziplinärer Workshop zur Bedeutung des Begriffs und seiner Manifestationen aus unterschiedlichen Perspektiven geplant, andererseits soll die Veranstaltung der Auftakt für eine Fotoausstellung zum Thema sein. Das in Europa vorherrschende Bild von Israel ist oft geprägt von den politischen, religiösen und kulturellen Konflikten im Land. Seltener wird Israel als „schönes Land der Vielfalt“ gesehen. In Kooperation mit Israel Ariel, Reiseführer und Fotograf, der seit Jahren Bio-Ethik-Exkursionen für Innsbrucker Studierende der Universität Innsbruck und der Medizinischen Universität gemeinsam mit ao.Univ.-Prof.in Dr.in Gabriele Werner-Felmayer führt.

Förderprojekt 19/19

Sommertechnikum MINT 2021

Vizerektor für Lehre und Studierende Bernhard Fügenschuh hat das Sommertechnikum MINT ins Leben gerufen, das Büro für Öffentlichkeitsarbeit unter der Leitung von Mag. Uwe Steger und koordiniert von Mag.a Ulrike Pfeiffenberger wird auch 2021 wieder, einwöchige Summerschools in den Sommerferien anbieten. Alljährlich gelingt es über dieses Format, einige Mädchen für eine Inskription in die MINT-Fächer zu motivieren.  Mädchen und junge Frauen aus allen Einzugsgebieten der Universität nehmen teil, der Förderkreis 1669 finanziert Kost und Logis.

 

Die Universität bedankt sich sehr herzlich bei allen Förderinnen und Förderern für die Unterstützung. Informationen über den Werdegang der geförderten Projekte finden Sie laufend unter

www.uibk.ac.at/foerderkreis1669 und www.facebook.com/foerderkreis1669

 

 

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