Achse 2 – wirkt nach außen
DIGITALISIERUNG FÜR DAS BRENNER ARCHIV

Heinrich von Trott zu Solz (1918–2009) entstammt einem alten hessischen Adelsgeschlecht. 1940 versucht er zusammen mit seinem Bruder Werner und den Brüdern Wilhelm und Martin Kütemeyer den Brenner als Widerstandszeitschrift zu reaktivieren, was Herausgeber und Verleger Ludwig von Ficker ablehnt, da er selber – obwohl die Zeitschrift verboten worden ist – die Hoffnung auf eine eigenständige Weiterführung nicht aufgeben will.

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Heinrich von Trott mit SchülerInnen, um 2000. (credit: Privatarchiv)

1940–1944 wird Trott an der Front eingesetzt, zunächst in Russland. 1944 desertiert er in Frankreich – wenige Tage vor Adams Tod, einem seiner beiden älteren Brüder, der wegen seiner Mitbeteiligung am Stauffenberg-Attentat hingerichtet wird. Er kommt in verschiedene Gefangenenlager in Frankreich, zuletzt nach Ascot in England, in dem deutsche Regime-Gegner zusammengefasst werden. Die Desertion ist wohl die schwerste Entscheidung in seinem Leben, denn hier geht es um die Infragestellung von den traditionellen und auch in seiner Familie hochgehaltenen Auffassungen der Begriffe Ehre, Pflichterfüllung und Gehorsam.
Nach Kriegsende baut sich Trott mit Forstwirtschaft und Sägewerk, das er bis Mitte der 1980er Jahre betreibt, eine eigene Existenz auf. Er hält aber weiterhin engen Kontakt mit KünstlerInnen und Intellektuellen und ist 1947/48 Mitorganisator und Sekretär der Gesellschaft Imshausen, die mit dem Potential der Widerstandsbewegung einen Neuaufbau Deutschlands versuchen will.

Der Förderkreis 1669 - Wissenschafft Gesellschaft finanzierte die Digitalisierung des Heinrich von Trott Nachlasses, damit dieser weltweiten Zugang findet und für eine europäische und interdisziplinäre Beforsychung zur Verfügung steht.

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credit: Markus Ender

Das Bestandsverzeichnis findet sich unter https://www.uibk.ac.at/ brenner-archiv/archiv/trottsolz.html


 

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