Forschungsfeld Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Öffentliche Auftritte: 2. WIRTSCHAFTSHISTORISCHES SYMPOSIUM am 15. und 16. Mai 2008

 

 



Menschliche Eizellen – ein kostbares Gut

Gabriele Werner-Felmayer (Sektion für Biologische Chemie am Biozentrum der Medizinische Universität Innsbruck)


zurück zum Programm

 

Louise Brown wurde 1978 infolge der ersten erfolgreichen in vitro Fertislisierung geboren. Seit damals haben die Fortschritte der Reproduktionsmedizin sowie auch die Entwicklung embryonaler Stammzelltechnologie menschliche Eizellen zu einem kostbaren Gut werden lassen. Menschliche Eizellen sind ein limitierter Rohstoff, pro Zyklus reift in der Regel nur eine derartige Zelle heran, was allerdings durch Hormonstimulation auf, je nach Seriosität der Behandler, 10 bis 60 Eizellen gesteigert werden kann, Nebenwirkungen bis hin zu schwersten Komplikationen mit eingeschlossen. Menschliche Eizellen sind auch ein begehrter Rohstoff, denn weltweit sind kinderlose Paare, bei denen die Frau nicht in der Lage ist, selbst geeignete Eizellen für eine in vitro Fertilisierung zu bilden, sowie Stammzellforscher auf Eizellen mehr oder weniger freiwilliger Spenderinnen angewiesen. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind dabei in einzelnen Ländern verschieden: in Deutschland und Österreich ist die Eizellspende verboten, Spanien hingegen gilt als größter Eizellexporteur Europas, wobei die Spenderinnen mit einer Aufwandsentschädigung von maximal 1.000 Euro rechnen können. Aus den USA werden Summen von bis zu 50.000 USD gemeldet. Obwohl in der Diskussion stets die Freiwilligkeit, der Spendencharakter, betont wird, geben Begriffe wie Eizellhandel und Eizellhändler (egg cell broker) beredte Auskunft über den Ist-Zustand. Im Vortrag werden derzeitiger Wissensstand, die globale Dimension, sowie die Argumente zur Spenderinnenanwerbung analysiert.