Glätzle-Rützler Daniela

PhD-StudentIn gesucht

Daniela Glätzle-Rützler hat eine offene Doktorandenstelle. Ihr Forschungsprojekt „Vertrauensgüter im Gesundheitsbereich: Eine experimentelle Analyse von Monitoring und Feedback“ wird für vier Jahre durch den Jubiläumsfond der Österreichischen Nationalbank gefördert (Start 1.7.2019).

Zur Unterstützung dieses Projektes suchen wir ehestmöglich eine(n) motivierte(n) PhD-Studentin/PhD-Studenten im Bereich der experimentellen Ökonomie. Wir freuen uns über gute Bewerbungen (Informationen siehe unten).

Informationen zum Projekt:

Viele Märkte, darunter fallen der Gesundheitsmarkt oder der Markt für Reparaturen, zeichnen sich durch Informationsasymmetrie zwischen Konsumenten und Verkäufern aus, was das Risiko von Betrug mit sich bringt. Es ist z.B. für Patienten oft schwierig einzuschätzen, welche medizinischen Behandlungen am besten geeignet sind, eine Krankheit zu heilen und müssen darauf vertrauen, dass Ärzte ihren Informationsvorteil nicht ausnutzen. Deshalb werden diese Güter und Dienstleistungen Vertrauensgüter genannt.

In Österreich betragen die Gesundheitsausgaben mehr als 10% des BIP. Somit stellt der Gesundheitsmarkt einer der wichtigsten Märkte für Vertrauensgüter dar. Einige empirische Studien zeigen, dass Ärzte ihren Informationsvorteil ausnutzen, indem sie Behandlungen durchführen, welche nicht notwendig sind (z.B. Gruber et al., 1999; McGuire, 2000; Clemens und Gottlieb, 2014; Schmid, 2015). Bedingungen, welche ärztliches Fehlverhalten reduzieren, wurden noch nicht hinlänglich untersucht.

Das übergeordnete Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, die Probleme assoziiert mit Vertrauensgüter im Gesundheitsmarkt zu untersuchen und Maßnahmen zu entwickeln, welche ärztliches Fehlverhalten reduzieren können. Im Besonderen leistet dieses Forschungsprojekt anhand von Laborexperimenten einen wichtigen Beitrag zur bestehenden experimentell-ökonomischen Literatur in dreifacher Hinsicht. (1) Wir erforschen Maßnahmen zur Reduzierung ärztlichen Fehlverhaltens indem wir (1a) den Effekt von endogenem und exogenem Monitoring und (1b) endogenem und exogenem Feedback untersuchen. (2) Wir untersuchen den Zusammenhang von Persönlichkeitsmerkmalen wie soziale Präferenzen, Vertrauen, Vertrauenswürdigkeit und Risikopräferenzen mit dem Verhalten im Vertrauensgütermarkt, um herauszufinden, welcher Typus Mensch am meisten zu Fehlverhalten geneigt ist.

Die Forschungsergebnisse dieses Projektes werden nicht nur unser Verständnis des Verhaltens hinsichtlich Vertrauensgüter im Gesundheitsmarkt maßgeblich erweitern sondern auch Empfehlungen für politische Entscheidungsträger mit sich bringen, welche Maßnahmen geeignet sind um ärztliches Fehlverhalten zu reduzieren. Darüber hinaus sind die Forschungsergebnisse auch für die gesamte Bevölkerung in der Rolle des Patienten in Situationen mit Informationsasymmetrie äußerst interessant.

(Autorin: Daniela Glätzle-Rützler)

 

Referenzen

Gruber, J., J. Kim, Mayzlin, D. (1999). Physician fees and procedure intensity: The case of Cesarean delivery. Journal of Health Economics. 18: 473–90. Link

McGuire, T.G. (2000). Physician agency. In: Culyer, A.J. Newhouse, J.P. (Eds.), In: Handbook of Health Economics, vol. 1, Part A. Elsevier, pp.461-536. Link

Clemens, J., Gottlieb, J. (2014). Do physicians’ financial incentives affect medical treatment and patient health? American Economic Review. 104: 1320–49. Link

Schmid, C. (2015). Consumer health information and the demand for physician visits. Health Economics. 24: 1619–1631. Link

 

 

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